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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

mein sohn verarbeitet es nicht das sein vater uns vor 5 jahre

Kundenfrage

mein sohn verarbeitet es nicht das sein vater uns vor 5 jahre verlassen hat und jetzt es zweite kind bekommt mit seiner jetzige frau ,und lasst das an andere aus was soll ich tun
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage.

Wie vielen Müttern, aber auch Elternteilen allgemien geht es vielen Personen im Umfeld von Kindern die z.T. massive "Verhaltensstörungen" aufweisen. D.h. man versucht eine Ursache, eine Erklärung zu finden um dieses Verhalten zu verstehen. Es ist erst ein Mal sehr löblich von Ihnen, dass Sie sich Sorgen machen um Ihren Sohn, denn all zu oft, werden doch schwer nachvollziehbare Verhaltensweisen z.T. auch massives aggressives Verhalten zu leichtfertig mit den Worten "das ist doch Normalität". Jedoch können diese Verhaltensmuster auch auf tiefgreifende unverarbeitete psychische Belastungen hinweisen z.B. Verlustängste, Geschwisterrevalitäten oder als Ursache für eine noch nicht behandelte psychische Störung. Dringend ist hier eine diagnostische Abklärung unbedingt erforderlich.

Das Problem ist nämlich, dass psychische Störungssymptome (u.a. Verhaltensauffälligkeiten wie diese sich auch immer darstellen mögen) immer wieder auftreten können, auch wenn es den Betroffenen im Moment gut geht (Besserung in Sicht ist) und Sie keinerlei Beschwerden im Rahmen Ihrer Störungsreaktionen haben und niemand kann sagen wann es das nächste Mal sein wird. Zum Teil potenzieren sich die Störungssymptome häufig und Sie werden unbehandelt schlimmer und halten länger an. Kinder in diesem Alter können Konflikte, Probleme und schwierige Situationen nur mit massiven Verhaltensweisen beantworten, da ja bekanntlich verbale Befähigungen noch nicht gut genug ausgebildet sind.

Sie können sich an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) mit einer Zusatzqualifikation für Kinder u.- Jugendpsychologie oder Jugendpsychiatrie in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Die Kosten dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine Diagnostik (Abklärung um welche Form es sich genau handelt im Rahmen der psychischen Störung, wenn diese denn vorliegen sollte) und psychotherapeutische Behandlung (eventuell verhaltenstherapeutisch) in Ihrem Umfeld hierfür in Frage kommen.
Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut für Kinder und Jugendpsychotherpie wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. verhaltenstherapeutisches Ausbildungsinstut für Kinder und Jugend + größere Orte in der Umgebung) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren und dort mit Ihrer Enkeltochter vorstellig werden.

Bitte lassen Sie sich nicht davon abbringen fachliche Hilfe zu suchen, auch wenn es Ihrem Sohn im Moment ein mal gut gehen sollte (Uhr Sohn beteuert, "das mache ich nicht wieder, das ist nicht so schlimm..."), Sie es selber ja noch gar nicht einsehen kann, dass Sie Hilfe benötigen und stellen Sie Ihn zur Behandlung vor, denn irgendwoher (hier wäre eine Ursache zu beschreiben bei so wenig Explorationsdatenlage fachlich in keiner Weise gerechtfertigt) müssen ja die auffälligen Verhaltensweisen her kommen und das sollte er mit Ihrer Begleitung (Fürsorge) herausfinden.

Natürlich können Sie auch über eine familientherapeutische Intervention nachdenken, so Ihr Ex- Partner dazu bereit ist und hierzu wenden Sie sich bitte an eine Erziehungsberatungsstelle in Ihrer Nähe oder an das zuständige Jugendamt. Denn gemeinsam Probleme zu lösen ist immer hilfreicher als ganz alleine.

Bitte denken Sie auch bei allen Problemen Ihres Sohnes mit der Trennung u.ä. auch an sich und auch Sie können z.B. Hilfe in Angehörigenforen im Internet finden. Dort können Sie sich mit anderen Eltern von betroffenen Kindern (Jugendlichen) offen unterhalten und austauschen. Unter anderem http://www.imedo.de/, http://www.selbsthilfe-community.net/, http://www.kbbe.de/

Es ist wichtig, wenn Sie Ihrem Sohn helfen wollen sich Informationen zu beschaffen und wenn Sie dies zu sehr belasten sollte, sich auch umgehend z.B. psychologische Hilfe zur Begleitung suchen. Dies kann auch über eine Ehe- und Konfliktberatungsstelle in Ihrer Nähe geschehen und die Beratung ist hier in der Regel kostenlos.

Abschließend bedenken Sie stets, Kinder haben oft nur Ihr Verhalten um sich auszudrücken und auf Ihre Probleme aufmerksam zu machen, jedoch weniger kennen Sie schon die Worte dafür. Deshalb nehmen Sie es Kinder in Ihrem Verhalten stets ernst und helfen Sie Ihnen auch ohne Worte in der Welt zurecht zu kommen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank