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webpsychiater
webpsychiater, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 1482
Erfahrung:  Langjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychosomatik. EMDR-Traumatherapie
88574332
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webpsychiater ist jetzt online.

Guten Tag, wie können wir als Angehörige vorgehen, wenn die

Kundenfrage

Guten Tag, wie können wir als Angehörige vorgehen, wenn die eigene Mutter nicht mehr Herr ihrer Sinne ist und unter ganz schlimmen Wahnvorstellungen leidet und nicht mehr alleine leben kann und sozusagen durchdreht. Sie selbst hält sich für komplett gesund. Wir konnten sie dazu überreden, sich freiwillig in eine psychiatrische Klinik einzuweisen. Nach gut zwei Wochen hat sie sich freiwillig entlassen obwohl sie weiterhin unter Wahnvorstellungen litt. Wir Kinder bekommen nichts von den Ärzten mitgeteilt, noch kann man einen Arzt erreichen. Ich hatte einmal ein 5 Minuten Gespräch mit einer Ärztin in dieser Klinik und habe sie davon unterrichtet, dass sie alleine wohnt und weiterhin unter Wahnvorstellungen leidet. Aber man hat sie entlassen. Sie war dann wieder drei Wochen zu Hause, hat weder richtig ihre Medikamente dosiert, noch war sie fähig sich selber zu versorgen, weil sie Tag und Nacht in ihrem Haus mit Wahnvorstellungen, dass sie vergiftet wird, herumgeirrt ist, ohne zu Schlafen. Ich muss dazu sagen, dass ich 150 Km entfernt lebe und sie nicht pflegen kann. Meiner Meinung nach muss sie richtig psychiatrisch mit Medikamenten in einer Klinik behandelt werden. Letzte Woche hatte sie sich dann selbst einen Krankenwagen gerufen und sich wegen Herzschmerzen in ein normales Krankenhaus fahren lassen. Diese haben daraufhin meinen Bruder angerufen und wollten wissen, was mit ihr los sei, sie sei psychisch auffällig. Wir haben die Situation erklärt, dass sie sich bereits zwei Wochen in einer Klinik befand und sie einfach nach zwei Wochen entlassen wurde, ohne dass Erfolge erzielt wurden oder dass man sich mit uns Angehörigen austauscht. Letztendlich ist sie seit zwei Wochen wieder in der selben Klinik und ihr Zustand nimmt rapide ab. Sie hat nun ganz schlimme Wahnvorstellungen, sabbert, ist aufgedunsen und aufgequollen und hängt an einer Infusion, weil sie Probleme mit den Nieren hat. Aber mein Bruder kriegt nie einen Arzt in die Leitung oder zu Gesicht, wenn er dort ist. Er hat sich schon extra das zweite mal frei genommen und hat trotzdem mit keinem Arzt sprechen können. Ich bin total verzweifelt. Jetzt ist meine Mutter freiwillig auf der Geschlossenen, weil sie sagt, sie wäre von Gott schwanger und müsste Kämpfen und die Menschheit in der Abteilung retten. Wir wissen nicht mehr weiter. Wir sind derart unzufrieden mit der Klinik. Ich mache mir große Sorgen. Meine Mutter hat schon angedeutet sie würde sich wieder auf eigene Verantwortung entlassen. Was können wir Angehörige tun? Und sagt keiner etwas. Ich habe schon Probleme auf der Arbeitsstelle, weil die Situation mich selbst psychisch belastet und ich nichts tun kann. Es kann sich nicht sein, dass sie psychisch so zerstört ist, dass ihr Zustand sich nie mehr bessern s wird und als Pflegefall endet. Sie muss doch therapiert werden. Liegt es vielleicht an der Klinik? Sie war immer so eine taffe und gestandene Frau. Ich hoffe, sie können mir einen Rat geben. Vielen Dank. Herzliche Grüße ***** *****
Gepostet: vor 1 Monat.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 1 Monat.

Guten Abend

Leider ist guter Rat hier schwer zu geben. Als erstes würde ich vorschlagen, dass sie eine gesetzliche Betreuung für ihre Mutter beantragen. Damit hätten Sie die Möglichkeit, den Aufenthalt beziehungsweise medizinische Betreuung zu beeinflussen. Leider verbieten gesetzliche Vorgaben, dass man Patienten gegen ihren willen behandelt. Das gilt auch, wenn dieser Wille krankheitsbedingt eingeschränkt oder aufgehoben ist. Bei ihrer Mutter müsste man wahrscheinlich mit einem Depot- Neuroleptikum versuchen, die wahnhafte Störung zu behandeln. Eine Garantie für die Wirkung gibt es aber nicht. Zumindest könnte man aber sicherstellen, dass sie behandelt ist. Sonst bleibt nur, die Unterbringung in einer geschlossenen Heimeinrichtung. Das ist ein sehr weitreichend der Schritt, den ein Betreuungsgericht gegen den willen der Betroffenen nur sehr sehr selten bei akuter Gefahr genehmigt. Leider sind häufig die Angehörigen die leidtragenden, dass sie letztlich mit der Verantwortung allein gelassen werden

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Vielen Dank für ihre Antwort. Hat man als Angehöriger denn gar keine Möglichkeit, ggf. die Klinik zu wechseln? Ich muss dazu sagen, dass sie vor zwei Jahren schon einmal mit Wahnvorstellungen von der Polizei zwangseingewiesen worden ist, weil sie fast einem Nachbarn einen Blumentopf auf den Kopf geworfen hat. Sie wurde in die die Klinik nach Alzey eingewiesen. Ich weiß nicht, welche Medikamente ihr dort verabreicht worden sind. Nach vier Wochen hat sie sich freiwillig entlassen und lag 3 Monate bei meinem Bruder auf der Couch und hat nur geschlafen und sich ausgeruht. Irgendwann sind ihre Wahnvorstellungen verschwunden und sie war wieder ganz die Alte. Allerdings hat sie sich nicht weiter behandeln lassen, weil sie sich selbst für absolut gesund hält. Sie hat auch keine Medikamente mehr genommen. Wir waren heilfroh und alles war wieder beim Alten. Wir haben den Krankenbericht nie zu Gesicht bekommen, aber sie erwähnte, dass die Ärzte die Diagnose: manisch Depressiv gestellt hätten und sie am liebsten gerichtlich dagen vorgegangen wäre. Sie sei schließlich ganz gesund und hätte ein Trauma in der geschlossenen Abteilung erlitten. Ich muss zugeben, es war mehr als schlimm dort. Es hat mir im Herzen weh getan, dass sie für ein paar Wochen dort bleiben musste. Aber letztendlich wurde sie wieder normal. Aber der jetzige Zustand ist viel schlimmer. Ich habe den Eindruck, dass sie in der aktuellen Klinik nicht richtig therapiert wird.
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 1 Monat.

Bei einer freiwilligen Aufnahme könnte sie auch in die Universitätsklinik nach Mainz kommen. Grundsätzlich ändert sich aber ein Problem nichts. Selbst wenn sie in der Klinik Medikamente einnehmen würde, würde sie diese außerhalb der Klinik sofort wieder absetzen. Kennzeichen des Wahns ist ja , sich nicht krank zu fühlen. Das macht jegliche Therapie so unglaublich schwierig. Wie schon erwähnt gibt es Depot Medikamente die über mehrere Wochen eine Wirkung zeigen. Das kann eine Hilfe sein, wenn die Patientin selber mitspielt. Auch uns Psychiatern sind jedoch durch die Gesetze Grenzen gesetzt. Leider auch zum Nachteil der Patienten selber

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Diese Depot Medikamente, die sie erwähnen, von welchem Arzt können wir ihr diese verordnen lassen? Ich weiß nicht, wie die aktuelle Klinik darauf reagiert, wenn wir als nicht Fachmänner, den behandelnden Ärzte Ratschläge geben. Können sie uns eine Klinik empfehlen? Derzeit befindet sie sich im Elisabethen Krankenhaus Lahnstein. Vor knapp 3 Jahren hat sie noch in Ingelheim gelebt, da wäre Mainz ganz in der Nähe gewesen. Ich selbst wohne in Düsseldorf. Wenn ich eine gute Klinik wüsste, würde ich sie versuchen sie zu überzeugen, sich verlegen zu lassen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Darf ich Fragen, wie ihr Name ist, leider wird mir dieser nicht angezeigt. Es ist so unhöflich seinen Gegenüber nicht mit Namen anzusprechen. Ich nehme an, Sie selbst sind in der Universitätsklinik Mainz beschäftigt? Viele Grüße
Nadine Heutz
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 1 Monat.

Ich habe vor mehreren Jahren in Mainz gearbeitet. Mein Name ist Doktor Winkler, jetzt arbeite ich als Chef Arzt in Wismar. Das Problem ist aber wirklich nicht die Klinik. Ihre Mutter müsste einverstanden sein sich diese Spritze geben zu lassen, was wiederum Krankheits-Einsicht voraussetzt. Das ist beim Wahn aber selten bis nie der Fall. Einige Hausärzte überlisten die Patienten dann ein Versprechen eine Aufbauspritze, zB IMAP. Das ist auch ein Neuroleptikum. In dieser Form ist es aber juristisch gesehen Körperverletzung, selbst wenn es dem Patienten letztlich hilft

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Vielen Dank ***** ***** Ich hoffe, sie wird in den nächsten Tagen vielleicht wieder so weit klar, dass wir wenigstens normal mit ihr sprechen können. Es war noch bisher noch nie so schlimm mit ihrem Wahn. Dann werde ich versuchen, sie zu überzeugen sich möglicherweise in Mainz behandeln zu lassen. Ich weiß, dass sie auf die Uniklinik Mainz große Stücke hält. Vielleicht bekommen wir Angehörige wenigstens noch einmal die Gelegenheit mit einem Arzt zu sprechen. Sie bräuchte einfach einen guten Arzt der Überzeugungsarbeit leistet. Können wir denn einfach bei der Uniklinik Mainz vorstellig werden ohne dass wir abgewiesen werden?
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 1 Monat.

Zu meinen Zeiten war so,dass viele ältere Patienten in Mainz abgewiesen wurden und auf Alzey verwiesen wurden. Das ist aber viele Jahre her und inzwischen ist ein neuer Chef Arzt dort der Chef. Zu mindestens könnte man auch versuchen über die dortige Ambulanz Hilfe zu bekommen

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Gut zu wissen, das erklärt vielleicht auch, warum sie damals direkt nach Alzey gefahren worden ist. Vielleicht ist es am Ende wirklich das Beste, wenn alles gute Zureden nichts hilft, eine gesetzliche Betreuung zu beantragen. Ich möchte nicht, dass sie vielleicht schon in ein paar Tagen, in dem Zustand nach Hause entlassen wird. Sie ist ja nicht fähig sich selbst zu versorgen. Sie ist auch schlimm Herzkrank. Irgendwann fällt sie noch um, wenn sie nicht schläft. Wir können sie auch nicht zu uns holen. Das haben wir schon versucht, aber sie verwüstet die ganze Wohnung, wenn sie alleine ist, sie ist und sie hat keine Ruhe und läuft von einem Zimmer ins andere, ohne Unterlass. Ganztägige Betreuung können wir nicht leisten. Na ja, es hat gut getan mit jdm darüber reden zu können. Ich weiß auch nicht, an wen ich mich als Angehöriger bei solchen Fragen wenden kann. Viele Grüße
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr gerne.