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webpsychiater
webpsychiater, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 1533
Erfahrung:  Langjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychosomatik. EMDR-Traumatherapie
88574332
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webpsychiater ist jetzt online.

Meine Tochter (19) hat seit 2006 diagnostiziert ADHS und

Kundenfrage

Meine Tochter (19) hat seit 2006 diagnostiziert ADHS und bekommt auch Ritalin. SIe hat extreme Prüfungsangst und ist dann extrem nervös. Dadurch vermasselt sich in den Prüfungen immer einiges, was sie eigentlich könnte. In knapp 5 Tagen steht eine Probezeitprüfung im Rahmen ihrer Ausbildung, von der es u.a. abhängt, ob sie die Probezeit besteht oder nicht. Wie kann ich ihr helfen ? Ich habe schon an Baldriparan oder Anti-Stress-Tee gedacht. Was gibt es noch für schnelle Möglichkeiten ?
Gepostet: vor 1 Jahr.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 1 Jahr.

Guten Tag !

Herzlichen Dank für Ihre kniffelige Anfrage. Um ehrlich zu bleiben : Schnelle und gute Lösungen schliessen sich praktisch aus. Man kann natürlich versuchen, mit einer Art Placebo-Effekt über Badriparan / Baldrian-Dragees / Lasea oder ähnliche Präparate einen gewissen Beruhigungseffekt zu erreichen. Aber eine wirkliche Wirkung würde ich dabei nicht erwarten. Im absoluten Notfall könnte man auch an Lorazepam (Tavor) denken. Das macht aber gleichzeitig müde und macht auf Dauer eine Abhängigkeit.

Eine Stufe "härter" wären beruhigende Antidepressiva wie Trimipramin (z.B. 25 mg). Aber auch hier stellt sich dann die Frage, ob es einen wirklichen Effekt gibt.

Das Dilemma ist ja, dass tatsächliche Probleme im Bereich der höheren Handlungsfunktionen ihr die Prüfung wesentlich schwerer machen, als anderen Prüflingen. Gerade wenn das beim Ausbilder nicht bekannt ist, wird das Abrufen von Wissen in der Prüfung schwierig werden.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Es muss aber doch noch irgendeine kurzfristige Möglichkeit geben....
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 1 Jahr.

Wenn es die Kurzfristlösung 4 Tage vor einer Prüfung gäbe, hätte man die Ihrer Tochter schon ewig angeboten.

Kurzfristig hilft nur Tavor gegen die Angst, sonst Verhaltenstherapie langfristig

Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 1 Jahr.

Wie hat Ihre Tochter jetzt die Prüfung gemeistert ? Haben Sie eine Lösung gefunden bzw. wäre sie bereit über Verhaltenstherapie / Lern-Coaching sich in Zukunft anders auf die Prüfungssituation einzustellen ?

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Meine Tochter hat für die nächste Prüfung Tavor bekommen, welches sie aber nur müde macht. Jetzt nimmt sie Melparon-Tropfen.
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 1 Jahr.

Tavor hatte ich ja auch erwähnt, macht aber eben die Konzentration durch die Müdigkeit noch schlechter. Dafür ist die Angst weg.

Melperon ist als Neuroleptikum nun auch nicht optimal, da es gegen die Wirkung von ADHS-Medikamenten wirkt.

Wichtig wäre, dass Sie über Entspannungsverfahren bzw. Achtsamkeitsbasierten Verfahren lernt, die Anspannung und Angst vor der Prüfung in eine Aktivierung zur Leistung zu verändern. Vielleicht wäre auch www.emoflex.de eine Methode, über innere Bilder etwas gegen die Angst zu machen.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Ich habe nicht den Eindruck, dass es gegen die ADHS-Medikamente wirkt. Um ein Entspannungsverfahren einzuüben, ist es jetzt eh zu spät. Der weitere Schritt muss eine Verhaltenstherapie sein, aber da bekommt man keinen Platz...
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 1 Jahr.

Na ja, Entspannungsverfahren kann man schon vergleichsweise schnell auch mit einer CD oder DVD so erlernen. Gerade ADHSler können eigentlich gut über innere Bilder oder Traumreisen eine Entspannung erreichen.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Diese Entspannung bringt ihr aber vor einer Prüfungssituation nichts....
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 1 Jahr.

Doch, eigentlich schon. Wenn man PMR oder aber imaginative Entspannungsmethoden ein wenig vorher übt, bringt es schon eine Stress- und Angstreduktion. Mehr wird dann letztlich in einer Verhaltenstherapie auch kaum passieren.

Wichtig ist natürlich, dass die Pharmakotherapie gut abgestimmt ist, d.h sie in der Prüfungszeit nicht ohne ADHS-Medikation ist.