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webpsychiater
webpsychiater, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 1129
Erfahrung:  Langjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychosomatik. EMDR-Traumatherapie
88574332
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Schwer sich für eine Kategorie zu entscheiden, da wohl das

Kundenfrage

Schwer sich für eine Kategorie zu entscheiden, da wohl das meiste auf mich zutrifft. Ich versuche einfach mal ohne zuviel nachzudenken zu schreiben und einen möglichst guten Überblick über meine Situation zu vermitteln. Ich bin 25 Jahre alt (gefühlt deutlich älter) männlich. Ich war noch nie gut darin soziale Bindungen einzugehen ebenso wie solche zu halten. Da ich in einem kleinen Dorf wohne und eine schwierige Kindheit/Jugend/Erwachsenenalter hatte und habe war ich unter der recht konservativen Bevölkerung schon immer alles andere als akzeptiert. Durch einen kleinen aber sehr brüderlichen Freundeskreis hab ich zum Glück aber doch immer irgendwie durchgehalten. Eine Familiäre Bindung kann ich nicht wirklich vorweisen auch wenn ich zurzeit bei meinem Vater wohne, (wir reden nicht) und meinem älteren Bruder. Diagnostiziert wurde bei mir mit ca. 8 Jahren ADSH und zahlreiche Psychiatrische Sitzungen lösten bei mir viele Ängste und Hass aus, ebenso wie das Gefühl des "andersseins". Aus diesem Grund ist dies auch mein erstes ersuchen nach Hilfe weil ich nicht mehr weiter weiß (Nach ca. 6 Monaten der Überwindung). Depressiv veranlagt bin ich, so denke ich zumindest schon immer. Menschen habe ich schon immer so gut es eben geht vermieden und mich irgendwie so durch das System gewurschtelt. Traumatische Ereignisse hatte ich zahlreiche aber das würde den Rahmen hier sprengen. In den letzten 2-3 Jahren hat sich meine Lage zunehmend verschärft. Ich habe schon immer hauptsächlich in meinem Kopf gelebt aber insbesoders seit einem Jahr bin ich völlig zurückgezogen(zb. habe ich seit 4 od. 5 Tagen mit niemandem gesprochen). Seit 11 Jahren rauche ich und konsumiere Cannabis seit 9 Jahren trinke ich, mit wenigen Ausnahmen, täglich ca. zwischen 4-6 Bier und seit 2 Jahren greife ich auch hin und wieder zu chemischen Rauschmitteln. Ich bin Paranoid und habe Angst zu telephonieren vor die Tür zu gehen, geschweige denn Menschen denen ich nicht vertraue (wenige) zu treffen. Briefe öffne ich schon seit geraumer Zeit nicht mehr, ich bin mittlerweile ein Meister des ignorierens. Ich benötige dringenst Hilfe dabei schnellstens aus meinem Umfeld rauszukommen, wie schon erwähnt sind meine Kontaktmöglichkeiten hier sowohl begrenzt als auch festgefahren. Noch zu erwähnen ich befinde mich hier im Vogelsbergkreis/Osthessen, nächste Städte sind Lauterbach/Alsfeld/Bad Hersfeld. Vermutlich sind noch Fragen zu meiner Situation offen, bitte Fragen sie, ich werde mich Bemühen sie ausführlich zu beantworten. Danke ***** ***** sich die Zeit nehmen dies zu lesen. MfG Lorenz
Ps:Ich wußte bis jetzt nicht das dies eine kostenpflichtige Seite ist und an diesem Punkt denke ich das ich diese Nachricht trotzdem abschicken sollte, auch wenn ich nicht bezahlen kann (Dies sollte den Ernst meines Ersuchens verdeutlichen, ich besitze tatsächlich keine 50€). Ich kann also leider nicht zahlen auch wenn ich weiß das sie es verdient hätten. Mir verbleibt also nur an ihre humanität zu apellieren. Desweiteren möchte ich natürlich noch sagen das ich keinerlei Antwort mehr erwarte.
Gepostet: vor 1 Jahr.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 1 Jahr.

Haben Sie sich denn mal an den sozialpsychiatrischen Dienst vor Ort gewandt ?

Es gibt da aufsuchende Hilfe bzw. Eingliederungshilfe für Menschen mit psychischen Problemen.

Schnell zusammengefasst haben Sie eine Polytoxikomanie mit psychotischen Merkmalen auf der Grundlage eines Hyperkinetischen Syndroms (ADHS) mit Auswirkungen im Erwachsenenalter.

Das Vermeiden bzw. Aufschieben (Prokrastination) kann eine Folge von ADHS sein, kann aber auch im Rahmen der psychotischen Symptome entstganden sein.

Mir ist unklar, wovon Sie derzeit leben.

Im Prinzip müssten Sie in eine stationäre Entgiftung bzw. Entwöhnung. Beispielsweise wäre die Unipsychiatrie in Frankfurt eine interessante Anlaufstelle, da dort ein Experte für ADHS im Erwachsenenalter ist. Oder Kassel, wo Prof. Ohlmeier als Ärztlicher Direktor sich gut mit ADHS und Sucht auskennt.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.

Vielen Dank für ihre Antwort, die Anlaufstellen habe ich mir gleich notiert.

Anlaufstellen vor Ort habe ich bisher nicht angelaufen aus min. 3 Gründen:

1. Habe ich bisher keinerlei Psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen, da ich bereits in früher Kindheit zu verschiedensten Psychiatern "geschliffen" wurde und vermutlich dadurch tiefstes Misstrauen,wenn nicht zu sagen Angst, allem was damit damit zu tun hat hegte. Auch heute noch habe ich da mit starken Ressantimants zu kämpfen.

2.Habe ich in meiner näheren Umgebung unzählige Orte und Personen (denen ich in meiner Vorstellung natürlich immer über den Weg laufe, egal wohin ich gedenke zu gehen) die mich an genauso viel schlechte Erlebnisse erinnern. Dadurch sinkt die Motivation etwas zu unternehmen natürlich genauso wie das Aufschieben steigt.

3.Das soziale Millieu. Mein Freundeskreis besteht glücklicherweise mittlerweile aus Herzensguten Menschen, nur leider hat so ziemlich jeder von ihnen ebenfalls ein mehr oder weniger schweres Päckchen zu tragen. Daraus ergibt sich einerseits bei den meisten Treffen das ich mich selber schlechter fühle, da ich nicht unterstützend einwirken kann, andererseits möchte/kann ich keinerlei Unterstützung für mich selbst einfordern da ich weiß das die Leute schon genug mit sich selbst beschäftigt sind.

Was genau Eingliederungshilfe ist kann ich mir nur vorstellen, verstehen tuh ich davon leider nichts.

Meine Polytoxikomanie sehe ich noch als geringstes Problem. Ich konsumiere und kombiniere zwar gern verschiedenste Dinge, tuhe dies aber 1. Unregelmäßig und zu besonderen Anlässen 2. Bin ich mir i.d.R wohl bewußt welche Wirkung ich erziehlen möchte und wie ich was zu mir nehmen muss. 3. Würde ich sicherlich nicht hier sitzen und den Mut aufbringen ihnen zu schreiben wenn ich dadurch nicht einige tiefgreifende persönliche Erfahrungen gehabt hätte.

Hier liegt mein größtes Problem definitiv beim Alkohol und Nikotin.

Da mein Vater selbst Trinker ist ebenso wie mein Freundeskreis aus Trinkern besteht ist es schwer da auszubrechen.

Psychotisch bin ich mit Sicherheit aber sowas von.

Beim ADHS bin ich mir dafür nicht so sicher ob es damals korrekt diagnostiziert wurde, dies war zwischen meinem 8-11 Lebensjahr und da ich mich mittlerweile ein wenig mit der Materie beschäftigt habe tendiere ich eher dazu das es Asperger sein könnte
, von den Symptomen gesehen währe es zutreffender.

Möglicherweise sind diese Symptome aber auch durch meinen obsesiven Pc/Medienkonsum und meinen Wissensdurst entstanden.

Aufschieben tuhe ich schon immer alles solang ich denken kann, ebenfalls das missachten von Autorität und meiden von Menschen(mengen).

Fun fact: Ich habe tatsächlich bereits den Kindergarten geschwänzt.

Teils habe ich in Schulzeiten 40-50% Fehlzeiten aufweisen können da ich mich dort immer so unwohl fühlte.

Gelebt habe ich bis vor ca. 2 Monaten von erspartem. August letzten Jahres habe ich eine Lehre abgeschlossen und nebenbei noch Geld verdient wodurch ich ganz gut Geld angespart habe. Zurzeit lebe ich bei meinem Vater unter Dach und schnorre mich irgendwie so durch, was natürlich ein großes Maß an Scham mit sich bringt.

Eine Entgiftung benötige ich nicht eine Entwöhnung würde mir nicht schaden. Was ich stärkstens befürworte ist eine stationäre Behandlung für einen gewissen Zeitraum um meine Ängste und Obsessionen kontrollieren zu lernen und, was noch viel wichtiger ist, eine Wohnmöglichkeit weg von meinem Umfeld. Raus aus einem Ort mit festgefahrenen sozialen Strukturen. Irgendwohin wo es Perspektiven für mich gibt mit Möglichkeiten Menschen zu treffen denen es ähnlich Erging.

Die Anlaufstellen habe ich mir schonmal notiert.

Vielen Dank für ihre Zeit.

Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 1 Jahr.

Viel Erfolg !

 

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