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Dr. G. Gleich
Dr. G. Gleich, Arzt
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 191
Erfahrung:  Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie, kognitive Verhaltenstherapie, Hypnose, Paartherapie
61964095
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Dr. G. Gleich ist jetzt online.

Hallo, ich habe den Verdacht immer mal wieder leichte Depression

Kundenfrage

Hallo,
ich habe den Verdacht immer mal wieder leichte Depression zu haben - ich weiss aber nicht recht an wohin ich mich wenden kann.
Ich bin als Berater tätig und habe daher beruflich immer mal wieder verschiedenste Aufgaben. Mein Job ist abwechslungsreich, interessant und macht mir sehr viel Spaß - ich brauche die Herausforderung :-)
Berufsbedingt führe ich ein recht unstetes Leben, d.h. dauernd in wechselnden Hotels etc. In der Regel ist dies auch kein Problem für mich - aber:
Es kommen immer wieder Phasen in denen ich das Gefühl habe psychisch überlastete zu sein - wechselnde Aufgaben, immer neue Probleme ständig neue Menschen auf die man sich einstellen muss.
D.h. ich bin phasenweise müde aber gleichzeitig hypernervös und gereizt. Ich komme todmüde von der Arbeit falle ins Bett und wache früh morgens auf und bin am nächsten Tag noch kaputter. Ich kann mich nicht mehr so recht über schöne Dinge freuen über die man sich freuen sollte und grüble ständig über dies und das nach. Ich habe stellenweise keinen richtigen Appetit - zeitweise war schon mal meine ganze Stimme komplett weg.
Ich nehmen dies schon als deutliche Warnzeichen für Überlastung war und versuche dann auch mich möglichst rasch umzustrukturieren damit mittelfristig die Belastung weniger wird.
Solche Belastungsphasen treten vlt. 1-2 Mal im Jahr auf manchmal wenige Wochen, manchmal Monate.
Mein Problem ist immer diese "Zwischenphase" d.h. ich merke das ich überlastet bin und kann diese Situation nicht von heute auf morgen sofort ändern. Oftmals dauert es dann sehr lange bevor ich es schaffe den Teufelskreislauf von Müdigkeit -> weniger Leistungsfähigkeit -> mehr Probleme zu durchbrechen.
Ich war auch schon zweimal beim Hausarzt und habe mein Problem geschildert - allerdings ohne gleich das Wort Depression in den Mund zu nehmen. Leider kam dann nur Ansagen a la "Alles ein bisschen lockerer nehmen" + homöopathische Mittelchen gegen Unruhe. Das hilft mir aber überhaupt gar nicht.
Mein Instinkt sagt mir, dass mir in diesen Belastungsphasen einfach mal medikamentöse Unterstützung gut tun würde um schneller wieder aus dem Leistungsloch zu kommen. D.h. keine Medikamente die mich per se Leistungsfähiger oder so machen sondern eine leichte Unterstützung die mir in schwierigen Phasen einfach wieder ein bisschen meine Optimismus zurück bringt damit ich das besser packe.
Problematisch ist auch, dass ich in Belastungsphasen einfach kaum Zeit habe z.B. zum Arzt zu gehen. Daher würde ich gerne proaktiv zu einem Mediziner gehen und ganz klar um Verschreibung eines Antidepressivums bitten wenn wieder absehbar ist das es zu einer erhöhten Belastung kommen wird. Nicht erst wieder wenn ich in der oben beschrieben Situation bin und ich mich wieder wochenlang rumquäle.
Dadurch das ich immer unterwegs bin habe ich auch leider keine Hausarzt oder so. Ich bin mir einfach nicht sicher wie ich die Sache jetzt angehen soll d.h. zu welchem Mediziner ich gehen könnte.
Ich wäre sehr dankbar wenn mir Jemand einen Ratschlag / Einschätzung geben könnte. Vielen Dank ***** *****!
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  Dr. G. Gleich hat geantwortet vor 2 Jahren.

Hallo, gut nachvollziehbar, dass Sie immer wieder in diesen Überlastungszustand geraten. Und Sie haben recht, kurzfristig würden Antidepressiva helfen, wenn deren Wirkung denn kurzfristig einsetzen würde. Leider dauert der Eintritt einer antidepressiven Wirkung mindestens 1-2 Wochen, meist jedoch eher 3-4 Wochen. Können Sie den Zeitpunkt des Beginns der Belastungsphasen so genau abschätzen? Falls ja, würde eine bealstungsphasenorientierte antidepressive Medikation Sinn machen. Ansonsten würde es auf eine Dauermedikation mit Antidepressiva hinauslaufen.

Zusätzlich sollten Sie sich aber unbedingt eine Psychotherapie (Verhaltenstherapie) gönnen, um zu lernen, warum Sie genau (!) in diesen Zustand geraten und was Sie dagegen tun können. Sie würden so ein günstigeres Stressmanagement erlernen, eher Kraft aus den naturgemäß arg beanspruchenden wechselnden beruflichen sozialen Kontakten schöpfen lernen (anstatt sich von der Erfordernis, mit dauernd unterschiedliche Menschen im Kontakt sein zu müssen, ausgelaugt zu fühlen). Sie könnten so den depressiven Überforderungsphasen vorbeugen, bei gleichzeitig höherer Leistungsfähigkeit. Also für die Medikation zum Psychiater, für besseres Stressmanagement zum Psychotherapeuten (das kann ein Psychiater, ein anderer Arzt mit psychotherapeutischer Ausbildung oder ein psychotherapeutisch ausgebildeter Psychologe sein). Die Erfolge der Psychotherapie würden bei einer 50minütigen Sitzung pro Woche nach etwa 5-6 Wochen spürbar sein. Je nach aktueller zeitlicher Beanspruchung also entweder nur Psychotherapie (falls Sie gerade mehr Zeit haben) oder bei wenig Zeit vorerst Antidepressiva, sobald wie möglich aber zusätzlich Psychotherapie (wirkt einfach nachhaltiger und langfristig stärker besser als Antidepressiva; in Kombination mit Antidepressiva ist die Wirkung auch deutlich besser als allein durch Antidepressiva).

Alles Gute

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