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Dr. Gehring
Dr. Gehring, Fachärztin
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 24206
Erfahrung:  20 Jahre psychiatrische Grundversorgung in Landpraxis, Psychosomatik,Paartherapie , Sexualmedizin
61885400
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Dr. Gehring ist jetzt online.

Hallo. Ich bin 25, weiblich. Ich weiß nicht so ganz recht,

Kundenfrage

Hallo.
Ich bin 25, weiblich.
Ich weiß nicht so ganz recht, wie ich anfangen soll. In den letzten Jahren haben sich einige heftige Dinge in meinem Umfeld/Leben ereignet, dazu gehört der Verlust einiger Menschen und auch die damit einhergehende psychische Veränderung meiner Familienmitglieder, da diese davon auch bzw. teilweise mehr betroffen waren als ich. Mein gewohntes Leben ist also auf eine Art zerbrochen.
Ich habe nach meiner schlimmsten Phase, in der ich teilweise nicht mehr aus dem Haus kam, an der Uni eine kostenlose therapeutische Beratung gemacht. Mir ging es dann aber wieder besser.
Nun habe ich gestern festgestellt, dass gewisse Dinge wieder auftauchen: Dass ich an den meisten Dingen keinen wirklichen Spaß mehr habe, alles, auch Treffen und Gespräche mit Freunden häufig als sinnlos empfinde. Ich habe nun beschlossen, deshalb in Therapie zu gehen.
Nun ist es aber so, dass mich in letzter Zeit häufiger der Verdacht beschlichen hat, dass ich an einer Borderlineerkrankung leide. Ich sage das nicht daher. Ich habe in meinem Freundeskreis und auch in meiner Familie einige Menschen, die unter Borderline leiden, das heißt, ich kenne die Erkrankung relativ gut, da ich mit den Betroffenen auch viel darüber spreche und sie mit mir. Ich habe sie immer enorm gut verstanden, dachte aber, ich kann mich eben gut in andere hineinfühlen, auch wenn mich manchmal das Ausmaß meines Verständnisses schon etwas gewundert hat.
Im Grunde war ich immer der Ansicht, eine sehr glückliche Kindheit gehabt zu haben. Inzwischen bin ich mir da nicht mehr so sicher. Ich schätze meine Eltern sehr und vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass ich mich manchen Fragen nicht stellen möchte. Außerdem hatten eigentlich alle Menschen in meinem Umfeld immer "echte Probleme". Wenn die beste Freundin versucht, sich umzubringen und ein paar Jahre später die andere und der Cousin auch und die Tante in der Psychiatrie ist usw., dass hat man nicht den Eindruck, dass man eine psyschische Erkrankung hat, weil man ist ja eigentlich lebensfroh. Ich weiß, Sie können mir nicht sagen, ob ich Borderline habe. Aber ich hätte gerne eine professionelle Einschätzung, ehe ich einen Termin bei einem Therapeuten habe, denn das kann ja dauern. Ich habe irgendwie auch Angst, nicht ernst genommen zu werden. Ich komme sehr souverän rüber, lache viel und kenne mich sehr gut, da ich seit zehn Jahren fast täglich Tagebuch schreibe und mir mein Inneres und mein Erlebtes wirklich sehr genau ansehe. Ich weiß, einen professionellen Therapeuten kann das nicht trügen, aber bei der Gesprächsberatung, die ich an der Uni gemacht habe, habe ich gemerkt, ich muss erst "beweisen", dass ich tatsächlich Probleme mit meinem Selbstvertrauen etc. habe.
Die Verhaltensweisen, wegen denen ich mir Gedanken mache, sind erst wieder aufgetaucht, seit ich in einer Beziehung bin. Mein Freund ist sehr geduldig, aber er versteht meine Wutausbrüche nicht. Dass ich auf einmal wegen einem Satz von ihm die ganze Beziehung in Frage stelle. Ach, jetzt finde ich es albern, dass ich auch nur auf den Gedanken komme, Borderline haben zu können. Vielleicht bin ich eben einfach so. Dass ich es korrekt brauche und dass es sein muss, wie ich es will. Frauen neigen ja auch eh zu solchen Verhaltensweisen. Aber trotzdem denke ich immer wieder, dass das trotzdem noch was anderes ist und Borderline schien mir dann von allem, das ich kenne, doch immer das Naheliegendste zu sein. Vielleicht kann es ja auch abfärben, wenn viele aus der Familie psychisch krank sind? Ich sage "abfärben", da es niemand ist, von dem ich direkt abstamme, also Eltern oder Großeltern, wobei ich mir bei meiner Mutter inzwischen nicht mehr sicher bin. Ich bin auch Scheidungskind und habe damals sehr unter der Trennung meiner Eltern gelitten. In der Pubertät wurde auch das verhältnis zu meiner Mutter sehr schlecht. Das Verhältnis zu meinem Vater finde ich inzwischen auch irgendwie seltsam. Wir haben uns immer sehr gut verstanden, aber eigentlich ist unser Verhältnis sehr früh eher freundschaftlich gewesen. Zu freundschaftlich denke ich mir inzwischen häufig, auch wenn ich die Gespräche mit ihm sehr schätze. Ich will sowas nicht denken, dass er "anderweitiges" Interesse an mir hatte oder hat. Er hat mich auch nie angefasst oder so was. Aber seine Berührungen sind mir inzwischen oft zu zärtlich. Aber ich frage mich, ob ich nach all der Missbrauchsscheiße in meinem Umfeld überhaupt noch unterscheiden kann zwischen platonisch oder sexuell gemeinten Berührungen. Und das macht mich fertig ohne Ende. Dem eigenen Vater misstrauen. Dem eigenen Bruder misstrauen. Und meinen Freund, obwohl er so verständnisvoll, liebevoll und gutherzig ist, für ein Arschloch halten, nur weil er ein Mann ist. Ich hab keine Lust auf Sex, seit einem Jahr sind wir jetzt schon zusammen. Und er ist sexuell so offen. Alles könnt ich mit ihm ausprobieren, aber auch wenn ich erregt bin, dann nur kurz und schon fühl ich mich wieder gehemmt.
Danke schonmal!
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  Dr. Gehring hat geantwortet vor 3 Jahren.

Dr. Höllering :

Guten Morgen,

Dr. Höllering :

Es wäre sehr unseriös, aus der Ferne eine Diagnose stellen zu wollen! In dem, was Sie hier schreiben, sehe ich aber wenig Hinweise auf eine denkbare Borderlinestöriung, deren Hauptproblematik ja der Wechsel zwischen dem Wunsch nach innigster Nähe und dann wieder nach Freiheit ist.

Dr. Höllering :

Übrigens ist es für eine Therapie nicht besonders hilfreich, mit einer Verdachtsdiagnose aufzuwarten. Die Diagnose entwickelt sich ja erst nach einigen intensiven Gesprächen, und es ist gut, wenn der Therapeut da ganz unvoreingenommen vorgeht.

Dr. Höllering :

Psychiatrische Erkrankungen in der Umgebung "färben" nicht ab, aber sensibilisieren, so das man sich mehr selbst beobachtet und dazu neigt, sich zu analysieren (was nicht immer gut ist). Ich finde es gut, dass Sie eine Therapie beginnen wollen, weil Ihr Verhältnis zu den Männern in Ihrem Leben tatsächlich angeschlagen ist. Warum, gilt es herauszufinden.

Dr. Höllering :

Hier muss man aber nicht unbedingt einen Missbrauch annehmen: es kann auch sein, dass Sie ihrem Vater unbewusst die Schuld für das Scheitern seiner Ehe geben, und dass seine Zärtlichkeit einfach eine "Wiedergutmachung" von seiner Seite aus sein soll.

Dr. Höllering :

All dies wird man in der Therpie herausarbeiten können, wofür ich Ihnen alles Gute wünsche!

Dr. Höllering :

Guten Tag,

Gern habe ich Ihre Frage fachgerecht beantwortet, und Sie haben meine Antwort gelesen. Möchten Sie mich noch etwas fragen? Dann tun Sie das gern! Sonst wäre es nett, wenn Sie nun mit einer freundlichen Bewertung dafür sorgen würden, dass Ihr angezahltes Honorar mich auch erreicht und wir diese Beratungsseite aufrecht erhalten können. Das sollte gerade bei so intimen Fragestellungen auch in Ihrem Sinne sein.
Herzlichen Dank und alles Gute!

Experte:  Dr. Gehring hat geantwortet vor 3 Jahren.
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