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Dr. med. St. Berghem
Dr. med. St. Berghem, Arzt
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 559
Erfahrung:  15 Jahre Erfahrung in stationärer psychosomatischer Rehabilitation Erwachsene und Kinder
65728183
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Psychiatrie hier ein
Dr. med. St. Berghem ist jetzt online.

Papa oder nicht mehr Papa

Kundenfrage

Sehr geehrte Frau Kinderpsychologin, sehr geehrter Herr Kinderpsychologe, meine Exfrau hat im März 2009 einen kleinen Sohn zur Welt gebracht, dessen leiblicher Vater sich jedoch außer am Tag der Geburt weder um seinen Sohn noch um die Mutter gekümmert hat, er verschwand für immer aus dem Leben meiner Exfrau und hat sich auch nicht mehr gemeldet. Ich habe mich dann auf Wunsch meiner Exfrau intensiv um das Kind gekümmert und wir wohnten „als Patchwork-Familie  2 1/2 Jahre in einer gemeinsamen Wohnung. Mein Verhältnis zu meiner Exfrau war rein platonischer Natur, die Zuneigung und Liebe zu dem kleinen Luca (der auch meinen Nachnamen trägt) wuchs jedoch von Tag zu Tag. Als er dann anfing „Papa“ zu mir zu sagen fühlte ich mich auch wie sein Papa und ich schenkte ihm all meine Liebe und Zuneigung wie jeder Papa. Im Juli 2011 kam nun ein neuer Mann ins Leben meiner Exfrau Yuliya und ich zog aus der gemeinsamen Wohnung aus. Es war für mich eine sehr schmerzvolle Trennung von dem Kind, welches ich wie „mein eigens Kind liebe“. Auch Luca sehnt sich ständig sehr nach mir. Der neue Lebenspartner besteht nun darauf, dass Luca mich nicht mehr „Papa“ nennt sondern bei meinem Vornamen „Peter“, da ich ja nicht der Papa sei und er schließlich jetzt Luca erziehe. Jedesmal, wenn mich Luca sieht, fällt er mir um den Hals und, küsst mich und sagt überglücklich: „Mein Papa“. Ich will nicht bestreiten, dass es mich ebenfalls mit großem Glück erfüllt, da ich dieses Kind wirklich von ganzen Herzen liebe, wie ein Vater ein Kind nur lieben kann. Der neue Lebenspartner weist Luca nun jedesmal daraufhin, dass ICH NICHT DER PAPA SEI SONDERN DER PETER. Er ist der Meinung, dass es für „die neue Familie“ nicht gut sei, dass Luca weiterhin „Papa“ zu mir sagt. Luca entgegnet dem neuen Lebenspartner auf seine nachdrückliche Forderung hin jedes Mal: „das ist mein Papa“! Meine Frage: Ist es wirklich für die reine Kindes-Seele von Luca schädlich wenn er weiterhin zu mir „Papa“ sagt und wir ihm irgendwann später einmal erklären, dass ich nicht der leibliche Vater bin oder müssen wir partout nun dem 3 ½ jährigen Luca dieses schöne Gefühl „AUCH einen Papa zu haben“ nehmen? Schadet es der „neuen Familie“ wirklich in irgendeiner Form, wenn der neue Lebenspartner der „Vinzent“ ist und Luca weiterhin zu mir „Papa“ sagt?   


Da ich mit meiner Exfrau nun schon 12 Jahre eine freundschaftliche Beziehung pflege und dies auch noch weiterhin so sein wird, bin ich für Luca eine von Geburt an vertrauliche Bezugsperson, die mit Sicherheit nie der Gefahr ausgesetzt ist aus seinem Leben wieder zu entrücken, nur weil (wie es oft in Ehen oder eheähnlichen Beziehungen vorkommt) eine Lebenspartner-Krise die Beziehung wieder entzweit. 

Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  Dr. med. St. Berghem hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

Für das kind ist es letztendlich völlig gleichgültig, was er zu Ihnen sagt. Es geht für ihn nicht um den Namen, sondern um die Funktion, die Rolle.

Die Rolle "Papa" sagt für Kinder, das ist der männliche Mittelpunkt unserer Familie, der Mann, an dem ich mich mit Werten und Idealen orientiere, zu dem ich Vertrauen habe. Ob man das nun Papa, Peter oder Vinzent nennt, ist völlig egal.

Wichtig wäre mir an Ihrer Stelle nicht der Titel Papa, sondern die tiefe, wirklich Verbindung zu dem Kind, die wird sich nicht verändern, wenn Sie Peter sind. Im Gegenteil, solange Sie darauf bestehen "Papa" zu sein, wird Vincent alles mögliche unternehmen, Sie weiter von Luca und seiner Mutter zu entfernen, zu entfremden.

Ich würde Ihnen also raten, sich auf die Inhalte, den Wert der Beziehung, die emotionale Verbindung aufzugeben und das Label "Papa" aufzugeben. Luca wird es nicht schaden, solange Sie sich nicht von ihm abwenden. Ob es der neuen Familie schaden würde, wenn Sie weiter Papa sind: eindeutig ja! Jede Partnerschaft basiert auf der (oft falschen) Annahme, dass man bis an das Ende aller Tage zusammenbleibt. Stellen sie sich vor, diese Partnerschaft hält wirklich noch ewig - Fänden sie es ok, wenn Luca noch in 20 Jahren Papa zu Ihnen sagt, obwohl in seiner Familie seit 17 Jahren ein anderer Mann präsent ist?

Dass Sie auch nicht wirklich der Vater sind, das ist Ihnen klar.

Sicher haben Sie eine ander Antwort erhofft, ich würde mich freuen, wenn Sie mir diesen möglichst objektiven Rat nicht übel nähmen. Ich hoffe, meine Antwort hilft Ihnen dennoch ein wenig weiter. Wenn Sie noch Fragen hierzu haben oder sich aus meiner Antwort neue Fragen ergeben haben, zögern sie bitte nicht, dies zu schreiben, ich antworte gerne weiter.

Ich drücke Ihnen die Daumen, alles Gute und herzliche Grüße

Dr. Stefan Berghem



Rechtlicher Hinweis: Auf diesem Weg kann man natürlich keine genauen
Diagnosen stellenden, dazu müsste man den Patienten und die gesundheitliche
Vorgeschichte genau kennen lernen. So ist auch eine gute Therapieempfehlung
natürlich wesentlich besser durch den behandelnden Arzt möglich. Bitte wenden
Sie sich für weitere Diagnostik und Therapie bitte an ihren behandelnden Arzt.




eine Bitte: sollten Sie mit meiner Antwort nicht zufrieden sein,
seien Sie doch bitte so nett, mir das zu schreiben und auch gerne rückzufragen.
Schließlich habe ich mir für Sie Mühe gemacht und eine negative Bewertung fände
ich unfair.
Sollten Sie meine Antwort völlig unpassend finden, bitte
schreiben Sie das, ich gebe die Frage dann gerne wieder für andere Experten
frei, das geht aber nur, wenn Sie meine Antwort noch nicht bewertet haben.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrter Herr Dr. med Stefan Berghem,


 


ich bedanke XXXXX XXXXXür Ihre Antwort, habe dazu noch eine Zusatzfrage:


 


Wie sollen wir nun reagieren, wenn der kleine Luca weiterhin zu mir "Papa" sagt? Sollen wir (ich) ihm dann ausdrücklich und wiederholt erklären "Nein Luca, ich bin nicht Dein Papa! Er wird dann wieder weinen und sagen: "Warum nicht"? und wenn er fragt: "Wer ist denn mein Papa? und wo ist denn mein Papa?" was sollen wir (ich) im dann zur Antwort geben?


 


Vielen Dank für Ihre Rückantwort


 


Mit freundlichen Grüßen


 


Peter Mathé

Experte:  Dr. med. St. Berghem hat geantwortet vor 4 Jahren.

Ich finde, dass sollte in erster Linie die Mutter entscheiden.

Grundsätzlich würde ich aber ein "ich bin nicht/Peter ist nicht dein Vater" vermeiden.

Aus meiner Sicht reicht es völlig, ihn zu bitten, Peter zu Ihnen zu sagen (weil alle Freunde zu Ihnen Peter sagen, und er ist ja ein wirklich guter Freund), so ist das eher eine Ehre für ihn und nicht ein Verlust.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrter Herr Dr. med Stefan Berghem,

 

ich bedanke XXXXX XXXXXür Ihre Antwort auf meine Zusatzfrage. Ich möchte gerne noch eine 2. unabhängige Antwort eines 2. Experten einholen. ist dies möglich

 

Vielen Dank für Ihre Rückantwort

Mit freundlichen Grüßen

 

Experte:  Dr. med. St. Berghem hat geantwortet vor 4 Jahren.

Gerne gebe ich die Frage wieder frei.

Sollte Ihnen kein zweiter Experte antworten oder Sie finden meine Antworten nachträglich hilfreich, würde ich mich über eine positive Bewertung meiner Antwort freuen (nur dann bekomme ich ein honorar für meine Bemühungen).

Alles Gute!

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