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drwbischof
drwbischof, Dr.med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 379
Erfahrung:  Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
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drwbischof ist jetzt online.

hilfe, mein Mann ist in einer manische Phase, seit mehreren

Kundenfrage

hilfe, mein Mann ist in einer manische Phase, seit mehreren Wochen. Was kann ich als Ehefrau tun? Er ist äußertst agressiv ,beleidigend und unberechenbar, sobald ich versuche ihn zu bremsen oder zur Einsicht zu bewegen. Er geht erst nach Mitternacht ins Bett, nachdem er soviel Alkohol wie nur möglich getrunken hat. Ich und meine erwachsenen Söhne sind die Verrückten und gehören in die Psychatrie, weil die ihn dazu bringen wollen zum Arzt zu gehen und Medikamente zu nehmen. Vor 5 Jahren war er zwangseise in der Psychatrie wegen der Manie, damals gefährdete er sich und andere. Er ist den ganzen Tag mit dem Motorrad unterwegs und beim Einkaufen. Heute hat er wieder eine Anzahlung zu leisten, warscheinlich hat er sich wieder irgendwo angemeldet. Alle Gespräche laufen über sein Handy, damit ich nichts davon erfahre. Ich sehe nur die Folgen auf dem Kontoauszug. Wenn ich versuche mit ihm darüber zu reden, werde ich nur mit Schimpfworten übelster Art beworfen und er muß sogleich wieder wegfahren, mit Verrückten kann man nicht auskommen. Wenn er unterwegs ist findet er nur liebe Freunde. Er redet jeden Fremden sofort mit Du an, auch am Telefon z.b Behörden etc. Ich sage alle Einladungen zu Geburtstagsfeiern etc. ab, da er unberechenbar ist und ich Angst vor einem Eklat habe. Er scheut sich nicht vor Fremden mich zu beleidigen. Er ist ein ganz Mensch. Als er vor 5 Jahren Medikamente eingenommen hat, war er entspannt und angenehm. Seit 2 Jahren hat er eigenmächtig abgesetzt und seitdem kommt es immer wieder zu solchen manischen Phasen. Zur Zeit ist es so schlimm, daß ich nicht mehr weis, was ich tun soll. Meine Nerven liegen blank. Ich hoffe, Sie können mir raten. Mit freundlichen Grüssen
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Abend,

ist ihr Mann in seinem aktuellen psychischen Zustand ihrer Meinung nach in der Lage verantwortlich als Motorradfahrer am Straßenverkehr teilzunehmen?

Dr. W. Bischof
Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Morgen,

sie beschreiben eine sehr schwierige, aber leider häufige und typische Situation bei bipolarer Störung. Man befindet sich in einem juristischen Grenzbereich.
Wenn man krankheitsbedingt allerdings nicht mehr geordnet am Straßenverkehr teilnehmen kann, wenn die Steuerungsfähigkeit reduziert ist, eine emotionale Instabilität vorliegt (wie sie sie beschreiben) und der Betroffene auch erhebliche soziale Schäden (unüberlegte Geldausgaben) anrichtet, liegen durchaus die Voraussetzungen für eine Unterbringung zur Behandlung vor, denn die Teilnahme am Straßenverkehr in einem euphorischen oder gereizt-aggressivem Zustand in Kombination mit einem Omnipotenzgefühl stellt sehr wohl eine Selbst- und Fremdgefährdung dar.

Wenn sie meinen Ausführungen zustimmen (ich sehe ihren Mann ja nicht), würde ich nochmals den Hausarzt wegen einer Unterbringung kontaktieren. Falls es einen Psychiater im Hintergrund gibt, würde ich diesen einschalten.

Bei schwerer psychischer Erkrankung und fehlender Krankheitseinsicht ist auch eine gesetzliche Betreuung für "die Gesundheitsfürsorge und die Aufenthaltsbestimmung zur nervenärztlichen Behandlung" zu diskutieren.

Ein Betreuer kann ähnlich wie ein Elternteil bei einem Kind entscheiden, wenn medizinische Maßnahmen erforderlich sind. Diese können, wenn sie mit einer Beschränkung der Freiheit einhergehen (Unterbringung zur Behandlung gegen des Willen des Erkrankten) bei Gericht beantragt werden. Ansprechpartner sind je nach Bundesland Notare, Amtsgericht oder Betreuungsbehörden der Landratsämter.

Bitte nachfragen, wenn noch Klärungsbedarf besteht.

Mit freundlichen Grüßen, Dr. W. Bischof
Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 5 Jahren.
........ Sind noch Fragen offen?