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drwbischof
drwbischof, Dr.med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 379
Erfahrung:  Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
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drwbischof ist jetzt online.

Guten Abend, Ich bin selber Ärztin und wie es scheint leide

Kundenfrage

Guten Abend,
Ich bin selber Ärztin und wie es scheint leide ich derzeit unter einer depressiven Verstimmung/ Burn Out. Meinen Sie es wäre vertretbar es mit einem Citalopram 10mg oder Seroxat zu versuchen?

Grüsse
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 5 Jahren.

Guten Tag Frau Kollegin,

wenn die depressive Symptomatik bereits seit längerem (mindestens 2 Wochen) besteht, sie sich entsprechend beeinträchtigt fühlen und sich zugleich keine konkrete Handlungsperspektive bietet, die zu einer Erleichterung führen könnte, wäre ein medikamentöser Therapieversuch gerechtfertigt.

Citalopram ist sehr gut verträglich und unkompliziert im Handling. Sie könnten mit 10 mg beginnen und nach wenigen Tagen (gute Verträglichkeit vorausgesetzt) auf 20 mg aufdosieren. Die Standarddosis liegt zwischen 20 und 40 mg tgl. Bei gutem Ansprechen wird empfohlen, mindestens 6 Monate in der wirksamen Dosis weiter zu behandeln.

Gerade, wenn sie die Sonderform einer Depression, nämlich ein Burnout vermuten, wäre natürlich auch zu klären, wie ein verbessertes Stressmanagement erfolgen könnte.

Lit.-empfehlung: Burnout bei Ärzten: Arztsein zwischen Lebensaufgabe und Lebens-Aufgabe von Thomas Bergner

Ihnen Alles Gute, W. Bischof
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank XXXXX XXXXX Antwort.
Bezüglich der Nebenwirkungen: ich habe insbesondere Sorgen hinsichtlich Gewichtszunahme - nun heißt es Citalopram wäre relativ gewichtsneutral, teilweise würde es durch Appetitverlust sogar zu einer Gewichtsabnahme kommen. Dennoch finden sich haufenweise Berichte über Gewichtszunahmen von 5-15 kg innerhalb kurzer Zeit.

Wie rasch treten denn dieseauf und kann man das Medikament dann sofort absetzen oder muss man es wirklich ausschleichen? Eine medikamentös bedingte Gewichtszunahme ist für mich absolut inakzeptabel.

Herzliche Grüsse
Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 5 Jahren.
Die Gruppe der SSRI ist diesbezüglich relativ unproblematisch, aber die Gewichtszunahme kann nicht sicher ausgeschlossen werden. Nach wenigen Wochen Einnahme kann man kurzfristig absetzen, also beispielsweise noch 1 Woche auf 10 mg, dann absetzen.

Längere Absetzzeiten sind nur bei langfristiger Behandlung zu empfehlen. Fluoxetin ist in der Gruppe der SSRI bezüglich Gewichtszunahme in der Regel neutral, führt sogar gelegentlich zu einer leichten Gewichtsreduktion. Es ist vom Interaktionsprofil (CYP) problematisch, wenn andere Medikamente eingenommen werden müssen. Dann müsste entsprechend recherchiert werden. Dosis ebenfalls Beginn mit 10 mg, dann Aufdosieren auf 20 mg.

Ansonsten wäre Cipralex (Escitalopram) eine Alternative zum Citalopram. Doppelt so potent, aufgrund geringerer Dosis scheint das NW-Profil günstiger zu sein als beim Citalopram. 10 mg tgl. sind häufig ausreichend.

Gruß, W. Bischof
Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 5 Jahren.
..... sind noch Fragen offen geblieben, bitte ggf. nachfragen.

Gruß, W. Bischof
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Noch eine Frage hinsichtlich Fluctine: wie häufig tritt der beschriebene Tremor auf und hält der an oder legt sich das nach Kurzem wieder?
Wäre sehr ungünstig im OP..
Weiters wollte ich hinsichtlich des Libidoverlusts bei beiden Präparaten nachfragen: tritt der zwangsläufig auf und bei welchem Präparat eher?

Vielen Dank & Grüsse
Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 5 Jahren.
Der Tremor tritt sehr selten auf. Ich kann an einer Hand abzählen, bei welchen Pat. ich einen SSRI wegen eines Tremors hätte absetzen müssen. Generell sind die NW der SSRI sehr häufig nur vorübergehender Natur. Wichtig ist, dass sie mit der kleinstmöglichen Dosis beginnen und sich lieber ein paar Tage mit dem Aufdosieren Zeit lassen.

Die Libidominderung ist bei Cipralex und Fluoxetin weniger häufig als bei den anderen SSRI. Das einzige AD bei dem sexuelle Funktionsstörungen praktisch nicht existent sind, wäre Elontril, da hier nur eine dopaminerge und noradrenerge und keine serotonerge Stimulation erfolgt. Auch bei Mirtazapin wäre dies eher selten, leider ist bei diesem Wirkstoff die Gewichtszunahe relativ häufig.

Gruß und Gute Besserung, W. Bischof