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Arzt-Psychotherapeut
Arzt-Psychotherapeut, Arzt
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 219
Erfahrung:  allg. Medizin, Verhaltenstherapie, mehrjährige Erfahrung in stationärer und ambulanter Psychiatrie
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hallo...ich bin 21 Jahre...(weiblich)Ich weiß nicht was mit

Kundenfrage

hallo...ich bin 21 Jahre...(weiblich) Ich weiß nicht was mit mir los ist.


 Ich bin umgeben von Menschen bzw. Freunden ein wirklich sehr fröhlicher Mensch. Sobald ich alleine bin denke ich über mein Elend nach. Momentan bin ich in einer Ausbildung. Letztes Lehrjahr zur Kinderpflegerin. Mir macht dieser Beruf wirklich sehr viel Spaß. Trotzdem gibt es komischer Weise Tage, wo ich überhaupt keine Lust habe und einfach zum Arzt gehe und mich krank schreiben lasse. Einfach nur, weil ich mich an diesem Tag nicht im Spiegel anschauen kann oder weil ich nicht unter Leute will. Obwohl ich weiß, dass das nicht gut ist. Weil es wichtig ist. Als hätte ich zwei Seiten an mir.


Außerdem lüge ich sehr viel. Obwohl ich das gar nicht will. Ich mach das irgendwie unbewusst. Um einfach gut da zustehen. Ich erzähle Dinge die gar nicht nötig wären. Z.b. Erzähl ich Menschen, die ich gerade erst kennengelernt habe, dass ich einen kleinen Bruder habe, oder dass meine Mutter verstorben ist und und und. Und das stimmt alles gar nicht. Warum tu ich das? :( ich will das doch gar nicht. Aber es kommt einfach aus mir heraus. Und daheim denke ich darüber nach, wie dumm ich eigentlich bin, dass ich schon wieder so viel Müll erzählt habe. Ich muss dazu sagen, dass mein Bruder vor 10 Jahren an einer blutkrebserkrankung vrestorben ist. Er war damals 17 Jahre alt. Sozusagen mein großer Bruder. Er hat mir sehr viel bedeutet. Meine Mutter leidet nun seit 7 Jahren an depressionen. Mal ist es schlimmer. Mal weniger so schlimm. Tabletten möchte sie nicht nehmen. Professionelle Hilfe mag sie auch nicht. Ich wohne mit ihr zusammen. Es ist nicht einfach. Nun zu meiner Frage. Könnten das Gründe für mein jetziges Verhalten sein? Was würden sie mir empfehlen? Bin ich normal? Warum lüge ich so viel? :-( Niemand weiß wie es mir wirklich geht. Nicht mal meine besten Freunde. Vor allem meine Freunde meinen ich bin der glücklichste Mensch. Da ich immer sehr viel lache und immer viel Spaß mit ihnen habe. Aber tief im inneren sieht es bei mir gar nicht gut aus. Natürlich gibt es auch Tage an denen ich mich gut fühle und mir denke, wie schön es doch eigentlich sein kann. Aber das dauert meistens nicht lange an.


Ich bin am verzweifeln. Ich habe Angst vor der Zukunft. Ich denke viel nach. Manchmal denke ich mir, dass ich ein Niemand bin. Ich bin in allem schlecht und mache alles falsch. Ich wünsche mir jeden Tag ein anderer Mensch zu sein.


 

Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  Arzt-Psychotherapeut hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragenstellerin,

 

so wie sie schrieben, leiden sie an Phasen von akuter Traurigkeit, Lustlosigkeit, habe grosse Selbstzweifel und ziehen sich dann sozial auch zurück.

Auch lügen sie häufiger ohne nennenswerten Grund.

Hierzu eine kurze Fachinformation:

 

„Pseudologie (v. griech: ψεῦδος pseudos „falsch"; λόγος logos „Rede") ist das krankhafte Verlangen eines Menschen, zu lügen. Motivation ist häufig ein Bedürfnis nach Geltung und Anerkennung.
Pseudologia phantastica bezeichnet in der Psychiatrie seit Anton Delbrück (1891) den Drang zum krankhaften Lügen und Übertreiben. Häufiger wird heute der Begriff „pathologisches Lügen" verwendet. In der modernen psychiatrischen Klassifikation wird diese Störung unter "Andere Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen/Artifizielle Störung" (ICD-10: F68.1) eingeordnet. Krankhafte Lügner nennt man Pseudologen. Es finden sich in der Regel keine aktuellen äußeren Anlässe für das Verhalten (wie z.B. bei sogenannten "Notlügen"), so dass ein innerer Anlass als Ursache angenommen werden kann. ..... Der Drang dieser Patienten durch Lügen ihre Umwelt zu manipulieren, diene dazu, zu verhindern, dass innere Leere und Mangel an Selbstwertgefühl überhand nehmen."

 

Zu ihren Fragen:

Schwierige familiäre Verhältnisse (Scheidung der Eltern, ein früh an Krebs gestorbener Bruder, traumatische Erinnerungen, eine depressive Mutter) können sicherlich auch zur eigenen psychischen Instabilisierung beitragen.

 

Ihre Häufigkeit und Vehemenz des Lügens, so wie sie schreiben, müsste man also aus psychiatrischer Sicht als etwas verhaltensauffällig einordnen.

 

Höchstwahrscheinlich lügen sie, um eigene innere Leere uns Selbstunsicherheiten sowie mangelndes Selbstwertgefühl zu „überspielen".

Auch zeigen sie einige depressive Symptome.

 

In ihrer Situation rate ich ihnen zunächst es mit einer ambulanten Gesprächspsychotherapie bei einem Arzt oder Psychologen zu versuchen.

Dort können sie im Gespräch erlernen was bestimmte Ursache für ihre Verhaltensweisen mit dem Lügen sind und wie sie selbstwertstärkende Strategien einsetzten und in Denken und Verhalten weniger depressive und selbstabwertende Muster anwenden wie bisher.

 

Einen geeigneten Therapeuten in ihrer Nähe können sie zB finden unter:

www.therapie.de/psychotherapie/

 

Ich wünsche ihnen viel Mut und Erfolg bei der Suche und

 

ich hoffe Ihnen mit diesen Auskünften etwas weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüssen

Arzt-Psychotherapeut

M.M.

Bitte nicht vergessen, bei Zufriedenheit mit "AKZEPTIEREN" die Antwort zu honorieren, vielen Dank!

Bitte beachten Sie auch, dass eine Online-Beratung keine medizinische Betreuung, Diagnostik oder Therapie vor Ort ersetzen kann.

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