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drwbischof
drwbischof, Dr.med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 379
Erfahrung:  Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
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drwbischof ist jetzt online.

ich mache mir gro e Sorgen um meinen Sohn. Er hat in diesem

Kundenfrage

ich mache mir große Sorgen um meinen Sohn. Er hat in diesem jahr sein Abitur gemacht - ein gutes Abitur (2,0) - nun hat er eine ausbildung zum Steuerfachangestellten begonnen. Wir beobachten seit ca. 1,5 Jahren, dass sich henrik von Freunden zurückzueht, sehr viel am PC online spielt, v.a. Kriegs- und Ballerspiele.
Allerdings spielt er noch zwei bis drei Mal wöchentlich Fußball, sehr engagiert und interessiert, nun ist er verletzungsbedingt seit ca. 2 Wochen ausgefallen. Er wirkt sehr müde, teilweise agressiv und reagiert auf Fragen und Gespräche sehr ablehnend und teilweise beleiddigend. Wenn er abends ausgeht, trinkt er sehr viel Alkohol, dann wirkt er plötzlich lustig und lbensfroh.
Bei <gesprächen sagt er, dass ihn alles ankotze, er hasse es, mit Menschen zu sprechen. An gemeinsamen Aktivitäten des Betreibes/der Kanzlei nimmt er körperlich, sonst aber teilnahmnslos, desinteressiert und schweigsam teil. Er hat keine Vorstellung, was ihn interssiert und wofür er sich beruflich engaieren könnte. Er sagte mir, dass er am liebsten gar nichts machen möchte, nur zu Hause am PC sitzen udn sonst nichts tun. Was sollen wir tun als Eltern, was können wir tun?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Abend,

ich möchte versuchen, ein paar Gedanken zu ihren Schilderungen zu formulieren. Die Tatsache, dass ihr Sohn beispielsweise noch gerne und engagiert zum Fußball spielen geht spricht zumindest gegen eine schwere Depression. Bei der Stimmung scheinen nach ihren Beobachtungen eine erhebliche Unzufriedenheit, Aggression und Gereiztheit im Vordergrund zu stehen. Die Gereiztheit äußert sich auch dadurch, dass er sich einem Gespräch eher verschließt bzw. provokativ reagiert (alles kotzt an, am liebsten nichts tun, nur PC....) und sich auich in keiner Weise lösungsorientiert verhält.

Möglicherweise weiß er tatsächlich nicht, was er wirklich gerne machen möchte. Vielleicht hat er wenig Gespür für seine Neigungen, Begabungen und Bedürfnisse. Er spürt möglicherweise nur, dass er mit dem gegenwärtigen Weg unzufrieden ist, hat aber wahrscheinlich auch keine motivierende Alternative vor Augen, also "wurschtelt" er sich so durch, wird immer unzufriedener und lässt diesen Frust vielleicht auch an seiner Umgebung aus.

Natürlich spekuliere ich hier, da ich ihren Sohn ja nicht differenziert untersuchen kann. Es ist ein mögliches Erklärungsmodell. Um die Lage sicher beurteilen zu können, wäre aus meiner Sicht eine psychiatrische oder psychologische Diagnostik erforderlich.

Aus der Diagnose läßt sich dann das therapeuitsche Vorgehen ableiten. Sollte an meiner Hypothese etwas dran sein, wäre sicher ein psychotherapeutisches Vorgehen zu empfehlen. Würde es sich lediglich um eine Depression handeln, die nur wenig mit der Lebenssituation zu tun hat (auch das gibt es nicht selten), könnte eine vorübergehende medikamentöse Behandlung sinnvoll sein. Abr wie gesagt, vor der Therapie steht die Diagnose, die ich leider online nicht zuverlässig stellen kann.

Leider haben sie bei einem 20-jährigen jungen Mann nur noch bedingt Einfluss. Ich würde versuchen ihm zu verdeutlichen, dass sie sich große Sorgen machen, dass sie spüren wie schlecht es ihm geht, dass sie das Gefühl haben, dass weder sie (seine Eltern) noch er selbst das aktuelle Problem verstehen und ihm deshalb vorschlagen würden, einmal mit einem Psycholgen (Beratungsstelle oder Therapeuitische Praxis) zu sprechen, um selbst zu begreifen, weshalb er denn so unzufrieden und frustriert ist. Bei einem jungen Erwachsenen ist es wichtig, gerade wenn er gereizt wirkt, nicht zu sehr in die Elternrolle zu geraten, sondern mehr Vorschläge auf Augenhöhe zu machen und ihm dann die Entscheidung zu überlassen. Das ist sehr beschwerlich, man braucht unter Umständen viel Geduld. Immer mal wieder ein kurzes Gespräch, aber möglichst keine langen für beide Seiten frustranen Diskussionen.