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webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
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Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Psychiatrie hier ein
webpsychiater ist jetzt online.

Guten Abend. W rde mich sehr freuen, wenn Sie mir eine Auskunft

Kundenfrage

Guten Abend. Würde mich sehr freuen, wenn Sie mir eine Auskunft geben könnten.
Meine Mutter ist 67 Jahre alt, hat ca. 20 Jahre Tranxillium genommen. Seit einem Krankenhausaufenthalt im Nov. 2010 wg. enormem Bluthochdruck wurden vermehrt Medikamente verschrieben (u.a. auch Macumar, was wohl gar nicht notwendig war). Der Medikamentenmix ist für mich komplex. Dort gab es Blutdrucksenker, Medikamente fürs Herz, Beruhigungsmittel, Wassertabletten wg. dicker Füsse, Magentabletten. Sie konnte nach dem Krankenhausaufenthalt nicht mehr schlafen (zumindest kam sie nicht mehr in die Tiefschlafphase und hatte entsprechend über Monate das Gefühl, nicht mehr schlafen zu können). Die Medis haben sich anscheinend nicht vertragen, so dass es Anfang diesen Monats zum Schock kam. Sie kam am 01.07. ins Krankenhaus, bekam über 4 Tage überhaupt keine Medikamente mehr. Organisch wurde im Krankenhaus nichts festgestellt, sodass Sie in eine allgemeine psychatrische Station in Viersen verlegt wurde. Die Medikamente wurden umgestellt. Sie bekommt Tavor 1-1-1, seit ein paar Tagen 1-0-1, insgesamt 3 blutdrucksenkende Medikamente, Psychopharmaka ( etwas aufmunterndes und eins gegen Schizophrenie ), eine Magentablette usw. Insgesamt sind es 15 Tabletten / Tag.

Können Sie mir sagen, ob eine solche Menge angebracht ist?
Jetzt Freitag sollte sie entlassen werden, man will aber wieder verlängern bis nach dem Wochenende. Auf dieser Station ist es sehr unruhig und es ist schwer zu sagen, ob weitere Tage fördern oder schaden. Ich weiß aufjedenfall, sie hat Heimweh und vermisst ein wenig Ruhe.

Können Sie mir und meiner Familie evtl. noch einen Tipp geben, wo man in NRW Nähe Grefrath, Viersen, Krefeld eine Reha machen kann. Es ist ihr eigener Wunsch, keine Tabletten mehr zu nehmen und "wieder mehr selber machen zu können".

Den Stationsaufenthalt sehe ich langfristig nicht als "Heilung" an. Vor allem aus dem Hintergrund, dass Sie als junge Frau viele Dinge erlebt hat, die sicherlich schon in jungen Jahren zu einer Psychose geführt haben. Die Tabletten wurden zur Beruhigung verschrieben, es entwickelten sich nach geraumer Zeit immer mehr Maläster. Vielleicht würde ihr ein professionelles Gespräch gut tun. Bis jetzt hat sie sich immer davor verschlossen. Wir (die Kinder) haben diese Dinge von unserem Vater im Krankenhaus erfahren, warscheinlich auch nur, weil er dachte, sie stirbt.

Noch eine Frage: Es geht um ein Kind, dass sie mit 16 Jahren abtreiben musste. Sie war im 7 Monat. Ihre Mutter hat sie gezwungen. Sie redet noch heutzutage mit meinem Vater darüber, wenn es ihr schlecht geht. Sie macht ihm ein schlechtes Gewissen. Sollten wir Kinder offen mit ihr darüber reden oder sollte man nichts "hochholen"

Ich wäre Ihnen sehr dankbar für eine Auskunft / Meinung.

Hochachtungsvoll

Y.D
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Tag !
Leider kann ich hier nur sehr allgemeine Antworten geben. Zusammengefasst : Die genaue Diagnose ihrer Mutter und die daraus resultierenden Behandlungen sind ihnen (und damit auch mir) unklar.

Ob nun eine "Psychose" oder "Schizophrenie" vorliegt, kann man so nicht beurteilen, da die Psychopharmaka wie Neuroleptika ja auch bei anderen Indikationen als der Schizophrenie eingesetzt werden.

Die pure Anzahl von Tabletten sagt aber nichts darüber aus, ob sie nötig sind. Die meisten Medikamente wird sie wegen ihrer Herz- bzw. Blutdruckproblematik erhalten und dringend benötigen. Ich gehe auch davon aus, dass die eingesetzen Medikamente der Psychiater mit Bedacht gewählt sind. Ob sie richtig oder falsch sind, kann und will ich nicht beurteilen. Beispielsweise ist es aber so, dass das Tavor eben vorrübergehend als angstlösendes Medikament gegeben und scheinbar schon reduziert wird. Was sehr bedacht aussieht.

Ob nun die Abtreibung vor Jahrzehnten etwas mit ihrer psychischen Problematik zu tun hat, ist reine Spekulation. Sicher prägt es eine Frau, aber man sollte es auch nicht überbewerten. Jedenfalls nicht dann, wenn es nicht in Form von sog. Flash-Backs mit Wiedererinnern in Form von Bildern oder aber sexuellen Funktionsstörungen oder ähnlichen Beschwerden aktulisiert ist. Es ist nicht offensichtlich, dass so ein Problem besteht, so dass ich da nicht offen drüber sprechen würde, sondern es allenfalls im Rahmen einer Psychotherapie thematisieren würde.

Leider können sie nur spekulieren, was ich nicht gut finde. Sicher ist ein Psychiatrieaufenthalt eher zur Stabilisierung gedacht und wird eine komplexe psychiatrische bzw. psychische Leidens- und Lebensgeschichte nicht ändern. Eine "REHA" erscheint mir aber leider ebenso unmöglich bzw. als nicht erfolgsversprechend.

Dies hat sehr unterschiedliche Gründe. So sehr ich auch verstehe, dass sie ihrer seelsischen Selbstheilung unterstützend zur Seite stehen wollen, so unbeholfen bzw. auch "invasiv" gehen sie damit um. Zunächst muss eine Stabilisierung erfolgen, bevor man sie psychotherapeutisch behandeln kann. Da derzeit eine Psychose diskutiert wird, wäre eine Psychotherapie derzeit nicht möglich. Das wäre eine weitere Destabilisierung.

Eher sollte man versuchen, sie fachlich in die bestmöglichen Hände zu geben. Auch wenn sie noch "jung" ist, denke ich hier u.a an eine gerontopsychiatrische Ambulanz. einer Fachklinik. Einfach, weil die Menge der Medikamente erfahrene Ärzte in diesem Bereich erfordert, die Wechselwirkungen bzw geeignete Dosierungen und Auswahl von Medikamenten kennen. Zudem bieten diese Abteilungen häufig eine Tagesklinik oder auch Tagesstätte, die einen geeigneten Rahmen zur Stabilisierung bieten können. Auch frühe Traumata sind dort in aller Regel kein unbekanntes Thema, da sie im "Alter" eben häufig wieder hochkommen könnnen. Eine normale "psychosomatische" Rehaklinik ist damit überfordert, die Zeitrahmen einer Behandlung viel zu kurz.

Allerdings sagen / schreiben sie selber : Ihre Mutter wünscht es nicht. Respektieren sie bitte dies, auch wenn es schwerfällt.

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