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webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
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webpsychiater ist jetzt online.

Guten Tag, ich hoffe sie k nnen mir helfen, mir einen Ratschlag

Kundenfrage

Guten Tag,

ich hoffe sie können mir helfen, mir einen Ratschlag geben. Ich (39 J. Chefarztsekretärin und Mutter einer 14-jährigen Tochter) muss leider feststellen, dass ich an einem Borderline-Sydrom erkrankt bin, welches sich immer zeigt, wenn ich Beziehungen eingegangen bin. Ich habe dadurch nun auch die Liebe meines Lebens verloren. Ich habe so extrem geklammert und ihm Dinge angedichtet und habe trotz tausender Warnungen, ich möge aufhören und ihm ein wenig Luft zum Atmen lassen immer weiter gemacht...mit dem Wissen, dass es falsch ist, habe ich ihn weiter eingeengt, genervt und zur Weißglut getrieben mit meinen ungebründeten Sticheleien und Eifersuchtsdramen. Dann hat er mich verlassen und ich eine Welt brach/bricht zusammen. Bei seinem Versuch und Angebot trotzdem für mich da zu sein, wenn ich Probleme habe, habe ich auch dieses kaputt gemacht, weil ich trotz Trennung nicht von ihm lassen konnte..ihm Vorwürfe gemacht habe...ich war/bin mir für eine Sekunde sicher, dass ich ihm Zeit geben kann...so verdammt sicher...und in der nächsten Sekunde greife ich zum Telefon und rufe ihn an...wenn er nicht ran geht...versuche ich es immer wieder und weiß, dass ich alles nur noch schlimmer mache! So kam es dann gestern, dass er sich bereit erklärt hatte, obwohl er mir mehrfach gesagt hat, er könne nicht mehr, dass er mit mir spricht und wir eine Lösung finden wollten. Er kam...stand in der Tür und sagte, mir dass er anfängt mich zu hassen und nichts mehr mit mir zutun haben will, dass er jeglichen Kontakt abbricht. Immer wieder habe ich ihm versucht zu erklären, dass es nichts mit ihm zu tun hat und er meine Ausbrüche nie persönlich nehmen darf. Er weiß von meiner mit Angst ausfüllten Kindheit! Aber sein Verständnis reicht nicht um zu verstehen, dass ich dann nicht anders kann. Ich habe nun mit Schrecken festgestellt, dass es wahrhaftig um eine Borderline-Störung handelt. Ich war vor ein paar Jahren schon einmal wegen einer Angststörung in Behandlung (amb. Therapie, 8-wöchige Reha), aber diese Diagnose wurde mir nicht genannt, obwohl sich vorherige Beziehungen genauso abspielten. Ich hoffe sie können mir einen Ratschlag geben, wie ich wieder Zugang zu meinem Ex-Freund bekomme. Ich möchte, dass er weiß, dass ich kein böser Mensch bin..ganz im Gegenteil! Sollte ich ihm von dieser Diagnose berichten, oder hat das alles keinen Sinn und macht ihm dann vielleicht noch mehr Angst. Ich bin sehr sehr verzweifelt und weiß mir keinen Rat! Ich bedanke XXXXX XXXXX Voraus für Ihre Hilfe.
MfG
I. H.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Abend !

Bei allem Respekt vor ihrer Eigendiagnose, so sollten sie sich doch lieber an fachpsychiatrisch bzw. psychologisch gestellte Diagnosen halten.

Ohne dies aus der Ferne des Internets beurteilen zu wollen, halte ich ihre Schilderung NICHT für typisch für eine Borderline-Störung. Sehr wohl werden aber alte Muster bzw. ein Nähe-Distanz-Problem (Autonomie-Abhängigkeitsproblem) quasi als immer und immer wieder auftretende Probleme in Beziehungen auftreten. Das kann nun das Kriterium einer Persönlichkeitsstörung erfüllen (hier wäre auch an sog. histrionische oder aber abhängige Persönlichkeitsmerkmale zu denken), aber im Prinzip ist hier der Name für ihr Problem Schall und Rauch.

Wichtiger erscheint mir, dass sie ja selber schon erkannt haben, dass sie sich "irrational" verhalten und durch ihre Reaktionen eher destruktiv als beziehungsförderlich agieren. Aber wenn es so leicht wäre, das kurzfristig zu verändern, wäre es schön...

Hier wäre aus meiner Sicht schon eine weitere Psychotherapie geeeignet, die sich spezieller mit diesen "Schemata" bzw. "und täglich grüsst das Murmeltier"-Phänomen von immer und immer wieder ablaufenden Mustern beschäftigt. Das könnte im Rahmen einer Verhaltenstherapie sein, ggf. wäre hier aber auch eher eine tiefenpsychologische Therapie angezeigt.

Wie sie ihren (Ex-)Freund wieder zurück gewinnen, ist eine nahezu nicht zu beantwortende Frage. Wenn sie offen schildern, was ihnen an ihm liegt und dass sie ihre eigenen "Fehlleistungen" nicht absichtlich begangen haben, aber glaubhaft bereuen, wäre dies eine Chance.

Ehrlich gesagt : Man kann keine Garantie geben, dass sie ihn zurückgewinnen können. Möglichst sollten sie dazu in einem "dealarmierten" Zustand sein, d.h. nicht im derzeitigen "Panikzustand", ggf. wäre hier auch eine neutrale Moderatorperson hilfreich. Falls sie noch in der Verhaltenstherapie sind, wäre ggf. hier die Hilfe des Therapeuten ganz günstig (sonst könnten sie ja ggf. ihn / sie für einige Nachgespräche kontaktieren).