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drwbischof
drwbischof, Dr.med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 379
Erfahrung:  Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
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drwbischof ist jetzt online.

Sollte ich mich von ihm fern halten

Kundenfrage

Hallo! Habe einen netten Mann (33J.) getroffen, der mir direkt am Kennenlernabend sehr viel über seine psychisch kranken, alleinerziehenden Mutter, seine Rückenproblem und Epilepsie berichtet hat. In seinem sonstigen Leben ist er ein fröhlicher Kölscher Jung, berufstätig mit vielen Kumpels. Im direkten Anschluss an seine "Krankheitsgeschichte" hat er direkt ohne Punkt und Komma von seinen sonstigen Interessen geredet - vielleicht um seine Lebensfähigkeit/Attraktivität darzustellen (Balzverhalten). Er erzählte außerdem, dass er noch nie eine Beziehung gehabt hat, die länger als Jahr gedauert hat. Außerdem hat er hat kaum Fragen zu mir und meiner Person gestellt - pausenloses Reden von sich und seinen..! Das ganze hatte auf mich eine ziemlich abschreckende Wirkung, so dass ich innerlich "dicht" gemacht habe. Ich kenne meine Tendenz - in der Vergangenheit Neigung zu Helfersyndrom (schwierige Männer) - das will ich nicht mehr..! Habe das ungute Gefühl, dass er garnicht mich meint, sondern nur sich selbst etwas geben möchte. Wie ist Ihre Einschätzung? Sina (32J.)
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Abend,

ich denke, sie sollten ihren Gefühlen vertrauen. Alles was sie berichten spricht dafür, dass diese sie nicht täuschen. Es ist natürlich gewagt online eine Stellungnahme zu einem fremden Menschen abzugeben, aber ich könnte mir vorstellen, dass sie recht haben. Es könnte sich bei ihrer Bekanntschaft um einen sogenannten narzisstischen Persönlichkeitsstil handeln. Das sind Menschen, die primär um sich selbst kreisen und tatsächlich ihre Mitmenschen als Spiegel ihrer vermeindlichen "Genialität" nutzen. Sollte er ihnen trotz allem sehr sympathisch sein, sollten sie bei weiteren Treffen auf alle Fälle darauf achten, ob ihre Beobachtungen sich auch weiterhin bestätigen. Also in Anbetracht ihrer bisherigen Erfahrungen ist Vorsicht angesagt.

Ihnen Alles Gute
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Dr. Bischof,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Woran erkenne ich denn eine narzistische Persönlichkeit bzw wo liegt der Unterschied zwischen "gesundem Selbstbewusstsein" und Narzismus?

Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Morgen,

ein selbstbewusster Mensch, aknn sich auf andere einlassen, Interesse am Gegenüber entwickeln, kann zuhören und zurückstecken, er hat es nicht nötig immer im Vordergrund zu stehen, ständig von sich und seiner Lebensgeschichte, sei sie nun genial oder besonders furchtbar zu berichten.

Der Narzisst möchte im Vordergrund stehen. Er erzählt von sich, gibt seinem Gegenüber nur wenig Raum, zeigt häufig nur wenig echtes Interesse an einem anderen Menschen. Besonders wichtig sind ihm Anerkennung und Zuwendung, am liebsten Bewunderung oder tiefes Bedauern. Geht diese Zuwendung verloren entsteht schnell Frustration, Ärger und Ablehnung. Narzissten sind häufig Blender, die am Anfang einen tollen Eindruck hinterlassen, früher oder später wird das egozentrische Verhalten aber deutlich.
drwbischof und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Morgen Herr Dr. Bischof,

in den letzten Tagen habe ich mir Gedanken über das Thema Narzissmus gemacht und frage mich nun ob ich - familiär bedingt - den Gegenpool "Minderwertigkeit" verkörpere.

Ich habe eine 7 Jahre äl
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
ältere Schwester, die mich von Geburt an abgelehnt hat.
Zwar hat sie nette, hilfbereite Anteile, stellt diese aber immer wieder zur Schau
"also da bin ich wirklich stolz auf mich, wie ich dir jetzt bla, bla ..."

Niemals hat sie mich wirklich an sich herangelassen. Dies habe ich bereits mehrfach thematisiert und ihr mitgeteilt, dass ich mir ein Verhältnis auf Augenhöhe wünsche.
Darauf geht sie überhaupt nicht ein.

In der Jugend hat sie es durch Krankheit (Anorexie) geschafft alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Jetzt als erfolgreiche, sich immer überarbeitende Erwachsene hat sie hier und da Migräne, diverse Lebensmittelunverträglichkeiten (immer noch Untergewicht), Partner die sie rumkommandieren kann und ein Auftreten post Selbstfindungsseminare die Weisheit gepachtet/gar die Familie "heilen" zu können.

Jedes Weihnachtsfest ist der absolute Horror für mich - sie bringt ihren aktuellen Partner mit, ist damit weiterhin unnahbar und es läuft das "alles dreht sich um sie"-Spiel (Eltern "wir wollen es ihr recht machen").

Ich kann mich an eine frühe Kindheit erinnern, in der sie mir nicht die "Schnitte vom Brot" gegönnt hat, sich dann wieder gekümmert und wenn ich mich geöffnet habe, hintergangen, verraten und lächerlich gemacht hat.

Bis heute behauptet sie mich besser zu kennen als ich mich selbst. Das ist absolut vermessen, da wir seit 1995 überhaupt nicht mehr zusammen leben und wir kaum Kontakt haben (ich selbst habe mehrere Jahre tiefenpsychologische Psychotherapie in Anspruch genommen und versuche konstruktiv mit dem Leben umzugehen).

Da ich nicht in der Lage bin, das Verhältnis in die gewünschten Bahnen zu lenken, habe ich bereits mehrfach den Kontakt abgebrochen.

Doch bei jedem neuen Zusammentreffen bleibt die gleiche Distanz, die gleicht kalte Bewertung und immer wieder dieses "guck mal ich".

Ja, ich kann sie nicht ändern und muss sie so nehmen wie sie ist und sollte besser Mitgefühl für ihre Kompensation haben.

Aber was ist mit mir?

Ist DAS mein Kernproblem?

Fällt es mir darum so schwer etwas anzunehmen, mich gar zu freuen, geschweigedenn stolz auf etwas zu sein (Tendenz zur Erfolglosigkeit/Zerstörung von Erfolgserlebnissen)?

Wie kann ich mich aus dieser Verstrickung lösen?


Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Morgen,

auf die Distanz kann ich keine zuverlässige Beurteilung durchführen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es sich bei ihnen unter den beschriebenen Umständen um sogenannte deprendente Anteile handeln könnte.
Hierfür ist typisch, dass man sich intensiv Beziehung wünscht und bereit ist, eigene Bedürfnisse, soweit man sie überhaupt wahrnimmt hinten an zu stellen. Wichtig ist, dass es dem anderen gut geht. Man hat zwar selbst Wünsche, tut sich aber schwer diese einzufordern, zugleich fällt es einem schwer, sich abzugrenzen. Ein Beziehungsende ängstigt sogar stark, dass man bereit ist, sich dehmütigen und verletzen zu lassen, Hauptsache, die Beziehung wird nicht gefährdet.

Wenn sie diese Erfahrungen schon ein Leben lang begleiten, würde ich ihnen eine Psychotherapie empfehlen.

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