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Arzt-Psychotherapeut
Arzt-Psychotherapeut, Arzt
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 219
Erfahrung:  allg. Medizin, Verhaltenstherapie, mehrjährige Erfahrung in stationärer und ambulanter Psychiatrie
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Arzt-Psychotherapeut ist jetzt online.

Wenn ich mich selbstverletze, bedeutet es dann automatisch,

Kundenfrage

Wenn ich mich selbstverletze, bedeutet es dann automatisch, dass ich eine Borderlinepersönlichkeitsstörung habe, auch wenn ich sonst keine Symptome zeige? Ich habe keine Stimmungsschwankungen und kein schwarz-weiß denken auch nicht anderen Personen gegenüber und trotzdem wurde das bei mir diagnostiziert.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  experte123 hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo, wie stark verletzen sie sich denn? Was empfinden sie dabei, wenn sie sich selbst verletzen?
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Die Verletzungen sind jedesmal so, dass sie genäht werden müssen. Wenn ich mich dann verletzt habe, gibt mir das die Gewissheit, dass ich wieder alles unter Kontrolle habe und weiter den Alltag und alles bestehen kann.
Experte:  experte123 hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo, ich habe unseren Experten für ihren Fall informiert und wünsche ihnen alles Gute. Leider kann ich ihnen nicht helfen, aber ich bin mir sicher, dass der Kollehe ihnen kompetent weiter helfen wird.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. K. Hamann
Experte:  Arzt-Psychotherapeut hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragensteller/In,

 

die Kollegin Fr. Dr. Hamann hat mich auf Ihre Frage aufmerksam gemacht die ich Ihnen gerne folgendermassen beantworten möchte:

 

Ja es gibt selbstverletzendes Verhalten, auch ohne dass man zwingend eine Borderline-Persönlichkeitsstörung haben muss.

Dies wird in der Psychiatrie zum einen als eigenständige Erkrankung aufgeführt und zum anderen als Begleitsymptom bei Persönlichkeitsstörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen ua.

 

Oberflächliche und mittelschwere Formen selbstverletzenden Verhaltens finden sich vor allem in Kombination mit Persönlichkeitsstörungen, besonders bei Borderline-Störungen. (Das ist bei weitem das Häufigste)

 

Allerdings gibt es Selbstverletzungen auch bei Ess-Störungen, posttraumatischen Belastungsstörungen und Substanz-Missbrauch (Rauschdrogen, Alkohol, Medikamente, Nikotin). Und sie finden sich sogar bei depressiven Zuständen, die man früher beispielsweise als endogene Depressionen und heute als Major-Depression bezeichnet.

 

Unter selbstverletzendem Verhalten verstehen die Experten mannigfaltige Formen selbst zugefügter Schädigungen. Dabei kommen unterschiedliche Fachbegriffe zur Sprache wie „Auto-Aggression" (also selbst-aggressives Verhalten), „Selbstverstümmelung" oder auch „Parasuizidalität" (gemeint sind Suizidhandlungen ohne tödlichen Ausgang, zumeist mit einer gewissen Appell-Intention).

 

Handelt es sich bei den Selbstverletzungen um ein eigenständiges Krankheitsbild,

hat man im Rahmen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung (APA) auch eigene Klassifikations-Krite­rien vorgeschlagen und eingeführt. So die Kriterien des Diagnostischen und Statistischen Manuals Psychischer Störungen der APA als absichtliches Selbstverletzungs-Syndrom (nicht Borderline), aufgeteilt in nachfolgende kennzeichnende Merkmale:

  1. Beschäftigung mit körperlicher Selbstverletzung, ohne dass eine bewusste suizidale Absicht oder suizidale Gedanken bestehen.
  2. Unfähigkeit, dem Impuls zur Selbstverletzung zu widerstehen (wenn die Entscheidung einmal gefallen ist).
  3. Dem Verhalten gehen emotionale Zustände wie zunehmende Anspannung, Wut, Angst, Traurigkeit oder allgemeine Belastung voraus, die weder gemieden noch kontrolliert werden können.
  4. Auf das selbstverletzende Verhalten folgt unmittelbar ein Gefühl der Erleichterung, Zufriedenheit oder die Beendigung eines Depersonalisations-Zustandes (auf Deutsch: Ich bin nicht mehr ich selber).
  5. Es müssen mindestens fünf selbstverletzende Handlungen durchgeführt worden sein (die Methoden können im Bereich der verschiedenen Selbstverletzungs-Episoden variieren).
  6. Die Selbstverletzung tritt nicht im Rahmen einer psychotischen Störung (populär: Geisteskrankheit), geistigen Behinderung, Entwicklungsstörung oder als Folge einer körperlichen Erkrankung auf.
  7. Das Verhalten verursacht in klinisch bedeutsamer Weise Leid oder Beeinträchtigungen in den sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.

 

Wichtig wäre in Ihrem speziellen Fall eine ausführliche und umfassende Diagnostik zu machen, am besten bei einem Psychiater, der sich mit Borderline gut auskennt, auch um diese Diagnose dann evtl. sicher für Sie ausschliessen zu können.

 

Ich hoffe Ihnen mit diesen Auskünften etwas weitergeholfen zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüssen
Arzt-Psychotherapeut
M.M.
Bitte nicht vergessen, bei Zufriedenheit mit "AKZEPTIEREN" die Antwort zu honorieren, vielen Dank!
Bitte beachten Sie auch, dass eine Online-Beratung keine medizinische Betreuung, Diagnostik oder Therapie vor Ort ersetzen kann.

Arzt-Psychotherapeut, Arzt
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 219
Erfahrung: allg. Medizin, Verhaltenstherapie, mehrjährige Erfahrung in stationärer und ambulanter Psychiatrie
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