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Arzt-Psychotherapeut
Arzt-Psychotherapeut, Arzt
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 219
Erfahrung:  allg. Medizin, Verhaltenstherapie, mehrjährige Erfahrung in stationärer und ambulanter Psychiatrie
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Arzt-Psychotherapeut ist jetzt online.

Hallo, mein Name ist Mandy Wischmann. Ich bin letzte Woche

Kundenfrage

Hallo,

mein Name ist Mandy Wischmann. Ich bin letzte Woche zu meinem Hausarzt gegangen, weil mir wegen jeder Kleinigkeit schwindelig wird und ich dauermüde bin. Der nahm Blut ab, machte die Routine-Untersuchungen und stellte mit vielen Fragen fest, das ich wohl depressiv sei. Letztes Jahr war ich für drei Wochen in der Klinik, wegen einer Anpassungssörung. Der Hausarzt verschrieb mir Citalopram. Meine Frage aber ist, was mir aber auch peinlich ist, bin ich wirklich nur depressiv oder vielleicht doch anders, weil: das habe ich dem Hausarzt nicht gesagt... Ich bin in jeder mir freien Minute ganz woanders, also in meiner Welt, lebe dann in Gedanken auch völlig woanders und rede dann auch mit mir selbst. Ich bin sehr sehr schnell gereizt, wenn mich jemand dabei stört, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind (ich weiss, meine Familie kriegt es ja nicht mit, das ich nicht da bin), schreie dann rum oder schweige total und verziehe mich richtig. Ich kann doch aber niemanden sagen, das ich gerade keine Lust auf reale Welt habe. Das wäre auch ziemlich oft. UNd eigentlich bin ich ja froh, wenn niemand da ist, oder ich abends im Bett liege und so tue, als ob ich schlafe, damit ich meine Ruhe habe.
Was soll ich tun???

Liebe Grüße
Mandy W.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  Arzt-Psychotherapeut hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Frau Wischmann,

 

zunächst einmal haben sie das richtige getan und sind zum Hausarzt gegangen und habe sich untersuchen lassen. Müdigkeit und Schwindel sind durch den Hausarzt abgklärt, und organisch/körperliche Erkrankungen ausgeschlossen worden. Das ist schon einmal gut. Nun hat der Hausarzt wohl eine ausfühliche Anamnese gemacht (d.h. sie gewisse Dinge ausgefragt) und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass sie an depressiven Beschwerden leiden. Eine depressive Episode kann verschiedene Symptome haben, darunter Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Traurigkeit, Antriebslosigkeit, und auch Grübeln, Gedankenkreisen und Konzentrationsstörungen. Auch hat man wenn man depressiv ist manchmal die Tendenz aus der Alltagswelt zu entfliehen und sich in Tagträumen zu verlieren (also gedanklich "abwesend" zu sein.) Zusätzlich wird auch immer wieder eine gefühlsmässige "Dünnhäutigkeit" (= sich schnell gestresst und überfordert fühlen, gereizt reagieren) bei depressiven Patienten beobachtet. Auch der soziale Rückzug, =keine Lust auf die Menschen haben und am liebsten alleine sein, ist ein Symptom der Depression.

Somit passen alle Symptome die sie beschrieben auch gut für eine depressive Episode, die man heutzutage gut mit Medikamenten behandeln kann. (Citalopram ist ein gutes und weit verbreitetes Antidepressivum aus der Klasse der SSRI).

Zusätzlich besteht aber auch die Möglichkeit sich in psychotherapeutische Behandlung zu begeben (zum Psychiater oder Psychologen) und eine Gesprächstherapie zu machen, dies kann noch viel besser helfen, um mit den Schiwerigkeiten des Alltagslebens klarzukommen und herauszufinden was die Ursachen für die depressiven Beschwerden sind, sowie auch genauer festzustellen, was hintern ihrem "abwesend sein" steckt.

 

Ich hoffe Ihnen mit diesen Auskünften etwas geholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüssen

 

Arzt-Psychotherapeut

M.M.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo,

erst einmal danke für die schnelle und ausführliche Antwort. Gehört das "mit mir selbst" reden auch dazu? Bzw. das unterhalten mit mir selbst, weil antworten zue ich mir dann ja auch... besser gesagt, eine Stimme, aber das ist meine... Sind das nur Hirngespinste, weil halt Traumwelt oder was ist das?

Liebe Grüße
Experte:  Arzt-Psychotherapeut hat geantwortet vor 5 Jahren.

Das "Selbstgespräche führen" muss nicht grundsätzlich zur Depression gehören, aber Selbstzweifel haben, grübeln und mit sich selbst in seiner eigenen Stimme unterhalten kann oft dabei vorkommen.

Abgrenzen davon muss man aber das "Stimmen hören" im Sinne von dass einem andere fremde Stimmen, die nicht die eigene sind, Kommentare oder Befehle geben und andere Menschen diese Stimmen nicht hören können. Das wäre dann medizinisch gesehen eine akustische Halluzination. Die gehort in den Krankheitskreis der Psychosen und Schizophrenien. Dies scheint aber in ihrem Falle, da sie sich nur mit ihrer eigenen Stimme ausseinandersetzten nicht der Fall zu sein, sondern eher in grüblerisches Gedankenkreisen im Rahmen der Depression einzuordnen zu sein.

 

schönen Abend und freundliche Grüsse

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