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Arzt-Psychotherapeut
Arzt-Psychotherapeut, Arzt
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 219
Erfahrung:  allg. Medizin, Verhaltenstherapie, mehrjährige Erfahrung in stationärer und ambulanter Psychiatrie
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Arzt-Psychotherapeut ist jetzt online.

Hallo, sehr geehrter Arzt, Dass ich seit meinem 18. Lebensjahr

Kundenfrage

Hallo, sehr geehrter Arzt,

Dass ich seit meinem 18. Lebensjahr invasive Neuroleptika einnehme. Ich bin nun 44 Jahre alt (m). Und seit 1995 keinen Klinikaufenthalt mehr hatte, scheint für die Rentenversicherung Gründe zu sein, um mir keine Erwerbsminderungsrente zu zahlen. (Verfahren läuft noch und Vorladung bei Rentenversicherung erwarte ich demnächst - die Aussichten auf Erfolg - Rente - stehen schlecht, laut Aussage meines Arztes)

Ich gebe meiner Krankheit aber zu Recht, die Schuld, dass ich keine Erwerbstätigikeit ausüben kann. Zudem helfe ich seit 7 Jahren bei der Pflege meines Vaters mit (Pflegestufe 3).

Meine Frage:
"Was kann ich tun, um wieder am Erwerbsleben teilnehmen zu können?"

Umschulung zum geprüften Buchhalter ist bereits erfolgt. 100 Bewerbungen gingen ins Leere.
Mein Arzt sagt: Ich hätte ja eine "positive Bilanz". Aber das hat mich auch einige Anstrengung gekostet. (Medikamente und Therapie) - Darauf mein Arzt: "Jede Rose hat auch seine Dornen."
Wie ich das hasse! Mir ist es genauso klar, dass alles 2 Seiten hat und auch seinen Preis.
Aber diese Sprüche helfen mir einfach nicht weiter.
Eine Reduktion der Medikamente ist nicht möglich. (täglich 3mg Risperdal), da sogar bei minimaler Reduktion (Versuch von ausschleichen lassen) starke Unruhe und Nervosität auftritt.
Da ich eine Freundin habe (sie hat 2 kleine Töchter) möchte ich nichts anderes als am Erwerbsleben teilnehmen und mir "eine Existenz (in Zukunft mit ihr) aufbauen", denn momentan lebe ich nur von der fin. Hilfe meiner Eltern und ich beziehe keinerlei Sozialgelder und auch keine Rente. Habe keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld; und Hartz 4 ist keine Lösung, da ich ein gewisses "Vermögen" erworben habe.

Die Frage hat mehr soz.-pädagogischen Hintergrund. Aber ich bräuchte in München auch einen Arzt, der mich bei dieser Angst (Existenzangst) versteht und mir hilft, wieder ganz fit zu werden. Da letztlich, mich diese psychiatrische Erkrankung aus der Bahn geworfen hat.

Das Ganze belastet mich sehr, denn ich hänge schon seit 2 Jahren in der Luft und meine Eltern sind schon alt. Meine Mutter (75 Jahre) pflegt den kranken Vater und bald schafft sie es auch nicht mehr, obwohl ich ihr helfe. Dann stehe ich da und habe dann nichts mehr, dies wird wiederum meine Gesundheit belasten. Es ist eine Zeitbombe.

Ich weiss nicht, wie ich weiter machen soll. Ich bin für jeden Rat dankbar!
(Momentan lebe ich die meiste Zeit bei meiner Freundin und helfe die Kinder zu versorgen. Die andere Woche fahre ich zu meiner Mutter und helfe ihr bei der Pflege.)
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  Arzt-Psychotherapeut hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Fragensteller,

 

zunächst einmal ist es ein guter Erfolg, dass sie seit 1995 nicht mehr in der Klinik waren, und in der Pflege ihres Vaters mithelfen können.

Sie haben viel versucht und sind sehr engagiert gewesen, ihre Erkankung in den Griff zu bekommen, auch haben sie es geschafft eine Umschulung zum Buchhalter zu absolvieren.

Nun stellt sich für Sie die Frage, nach einem beruflichen Wiedereinsteig.

Es gibt diverse Möglikeiten auch in Zusammenarbeit mit psych. Kliniken und Institutionen Berufsreha-Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen (z.B. Arbeitstraining, vorrübergehend geschützter Arbeitsplatz, stufenweiser Einstieg in ein Arbeitsverältnis, auch unter psychologischer Begleitung, langsame Erhöhung des Arbeitspensums, Teilzeitpensum mit vorrübergehender Teilberentung uvm.)

Wie Sie aber schreiben, haben sie auch schon an einer beruflichen Reha teilgenommen, die Frage ist hier, sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden ?

Sie schreiben auch, dass sie sich bereits oft erfolglos beworben haben.

Kann man die Bewerbungsunterlagen optimieren, habe Sie diese von Profis durchsehen lassen? Kann man Lücken im Lebenslauf optimaler schliesen ?

Gibt es Möglichkeiten bei Bewerbungsgesprächen überzeugender zu wirken ?(Bewerbungstraining?, Training sozialer Kompetenzen?)

 

Sie schreiben auch, dass sie über etwas eigenes Vermögen verfügen.

Haben Sie sich schon die Möglichkeit einer selbständigen Tätigkeit überlegt (dies braucht natürlich immer etwas Startkapital) ?

Gff. auch Teilzeit in einem Pensum, dass sie belastungsmässig gut vetragen können, evtl. auch nur als Alternative bis sie einen anderen Job finden, somit könnten sie auch weiterhin flexibel Pflegeaufgaben für ihren Vater übernehmen.

 

Wichtig ist es auch nochmals für sich selbst vor Arbeitsbeginn ein Stressamangement zu etablieren, d.h. Entspannungsstrategien zu beherrschen (z.B. Muskelrelaxation, autogenes Training, Atemübungen, Meditationen) die ihnen helfen im Berufsalltag belastbar zu bleiben und aufkommenden Stress schon prophylaktisch abzubauen.

Zusätzlich gilt es auch immer auf Reizüberflütungen und Überforderungen zu achten.

 

Des weiteren, wie Sie auch selbst schon sagen, ist eine weitere zuverlässige Medikamenteneinnahme und eine begleitenden Psychotherapie (am besten kognitiv-verhaltenstharapeutisch) bei einem Therapeuten, der Sie verstehet und zu dem Sie Vertrauen haben können, wichtig.

Ich kenne mehrere Therapeuten im München persönlich, wenn Sie mir noch etwas mehr über Ihre Symptomatik oder Diagnosen erzählen könnten, kann ich ggf. jemanden passendes empfehlen.

 

Hoffe Ihnen mit dieses Ausführungen ein paar Anregungen geben zu können und verbleibe mit freundlichen Grüssen

 

Arzt-Psychotherapeut

M.M.