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webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
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webpsychiater ist jetzt online.

Umgang mit alexithymen Menschen

Kundenfrage

Was ist das Wichtigste im Umgang mit einem alexithymen Menschen? Gibt es 'do's und 'donts'? Gibt es eine Möglichkeit, das 'Defizit' eines solchen Menschen ihm selbst bewusst zu machen, um die Dringlichkeit einer Psychotherapie erklären zu können?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Abend !

Könnten Sie sich einmal in das Lebensgefühl ihrer Frau Tante hineinversetzen ? Wie ein Schauspieler ? Nun beschreiben Sie mir dies mal in Bildform. Wenn das Lebensgefühl eine Form hätte, wäre die schwer oder leicht ?
Rund oder eckig ?
Warm oder kühl ?
Rauh oder glatt ?
weich oder hart ?
Passt eine Form oder Farbe dazu ?
Bleibt die Form konstant , wenn andere Menschen hinzutreten?

Es gibt keine to do´s oder don´ts weil einfach die Menschen zu unterschiedlich sind. Aber ich vermute, dass ihre Tante manchmal "aus der Form gerät" und dann schwierig zu ertragen ist. Die Übung oben (zusammen mit 10 Augenbewegungen von rechts nach links oder tippen abwechselnd auf die Schultern) ist eine Art Imprägnierung gegen den emotionalen Sondermüll oder Spannungen, die sie auslöst.

Sonst gilt die Sandwich-Methode :
Zunächst ein neutrales oder positives Thema ansprechen. Sie sollte am besten mit eigenen Worten wiedergeben was gesagt wurde (zum Vermeiden von Widersprüchen oder Missverständnissen)

Dann erst Themen mit Streit- oder Problemqualität ansprechen. Dabei im Hier und Jetzt bleiben. Zunächst schildert EINER seine Sichtweise. Die Zuhörer fassen mit eigenen Worten zusammen. Und so weiter.

Dann wieder ein neutrales oder positives Thema.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Danke XXXXX XXXXX Antwort. Leider hilft sie mir nicht weiter. Ich habe immer einen guten Draht zu Menschen, die andere sehr speziell oder unerträglich finden und möchte selbst auch Psychiaterin werden. Deshalb glaube ich auch, dass bei meiner Tante nicht in der Gesprächsführung das Problem liegt und auch nicht, dass unsere Beziehung von emotionalem Sondermüll belastet ist. Sie interpretiert eine zwischenmenschliche Situation nach sehr oberflächlichen Kriterien und bewertet sie nach komischen Regeln 'wie es sein soll' ihrer Meinung nach. Ihr Mann hat vor zwei Wochen Selbstmord begangen. Sie arrangiert sich mit der Situation eigentlich sehr gut, was ich super finde, aber sie hat in keiner Sekunde mir das Gefühl gegeben, dass es ihr leid tut, dass er eine solche Verzweiflungstat begangen hat. Ebenso wenn sie über ihre Eltern redet, die sie das Leben lang finanziell und emotional unterstützen so gut es geht, trotzdem es schwierig ist: Sie redet nur schlecht, ja richtig gemein über sie und macht sich lustig über ihre Art. Wenn ich an meine Tante denke, kommt mir ein Gefühl von Kälte bzw. einer Nichtexistenz von Gefühlen gegenüber anderen Menschen entgegen (eine traurige Stimmungslage verneint sie, sie sagt auch, dass sie noch Dinge gerne machen kann -> die DD Depression musste ich eigentlich bei ihr ausschliessen!). Meine Frage an Sie wäre eigentlich, wie man ein solches 'Nicht sehen' spiegeln kann, wenn ja eben genau dafür der Blick fehlt... Vielleicht können Sie mir sagen, ob es einen Weg gibt, eine Sprache zu erklären, die ich glaube, dass sie sie nicht spricht? Die Vertrauensbeziehung, die es dafür braucht, besteht schon zwischen uns. Vielleicht ist meine Frage jetzt verständlicher.
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ist das nur im Zusammenhang mit dem Todesfall zu beobachten oder wirklich ein generelles Muster ?

Ehrlich gesagt : Darauf gibt es keine Therapieoption. Ich selber arbeite gerne mit inneren Bildern (siehe eben www.emoflex.de), wo man Gefühle und Auswirkungen in interaktionellen Situationen eben frei von Bewertung und Rationalisierung in Bilder übersetzen kann.

Sonst ist es gerade Kennzeichen der Alexityhmie, das quasi eine Gefühlsbilindheit besteht. Was man versuchen kann ist , dass man die Betroffene indirekt fragt . So nach dem Motto : Wenn ich ein Leben so wie du geführt hätte, wie würde ICH mich jetzt fühlen. Einige Klienten können dann wesentlich besser ihr (eigentlich eigenes emotionales Erleben wiedergeben bzw. auch erkennen, wie es auf andere Menschen wirkt
webpsychiater und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ich habe in den letzten zwei Wochen zum ersten Mal das Gespräch mit ihr allein gesucht, weil sie den Kontakt zu allen anderen abgebrochen hat (ich kannte sie nur von Weihnachten etc). Ich wollte einfach ihre Sichtweise der Dinge kennenlernen, um besser zu verstehen, was denn schief läuft in der Kommunikation zwischen der Familie und ihr. Und dabei ist mir diese Gefühlslosigkeit aufgefallen. Das betrifft nicht nur den Tod ihres Mannes, sondern jede Erinnerung, jede Beziehung, alles, was sie aus ihrer Sicht bezüglich Menschen beschreibt. Aber das stimmt: für andere weiss oder spürt sie besser, was sie brauchen... Das kann sie sogar richtig gut! Ich kann mir gut vorstellen, dass das funktionieren könnte, wenn sie sich quasi für mich Gedanken macht über eine Situation, die eigentlich sie selbst betrifft. Vielen Dank für diesen Tipp!
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Gern geschehen. Derartige Muster hat man u.a. bei Asperger-Patienten, aber auch bei Menschen, die sich sehr früh nach aussen orientieren mussten. Also quasi ihre Umgebung auf mögliche Verletzungen oder Blossstellungen abscannen mussten. Es fällt dann schwer, bei sich und seinem eigenen emotionalen Erleben zu bleiben. Es wirkt gefühlslos, ist aber eigentlich auch eine Art Schutz. Nur eben in der indviduellen Situation gerade nicht wirklich passend