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webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
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webpsychiater ist jetzt online.

Meine Tochter (5) macht sich seit 2 Tagen starke Selbstvorw rfe,

Kundenfrage

Meine Tochter (5) macht sich seit 2 Tagen starke Selbstvorwürfe, weil sie nicht aus dem Kopf bekommt, dass sie zu einem Kind ein Schimpfwort gesagt hat und ihr gesagt hat, dass sie für immer in dem Kindergarten bleiben muß, wenn sie sich nicht richtig auf den Stuhl setzt. Heute ist es so schlimm, dass der Kindergarten angerufen hat und wir uns in einer Stunde zusammensetzen.
Gleichzeitig hat meine Tochter mir offenbart, als ich sie von meinem Expartner abholte, dass sie die "neue" Ehefrau (mit der ich mich ganz gut verstehe) mir und ihrem Papa vorzieht, sie lieber hat. Sie würde mich gern lieber haben, weiß aber nicht wie. Sie war völlig verzweifelt. Ich war traurig und habe geweint, hinterher aber mit ihr gesprochen und es hat sich etwas relativiert. Vor zwei Wochen hat sie mir beim Spielen ins Gesicht gehauen. Hinterher hat sie mir gestanden, dass sie das extra gemacht hat und nicht wüßte warum. Wiederum hat sie ganz bitterlich geweint. Ich habe sie getröstet und ihr gesagt, dass man manchmal Dinge tut, die einem dann leid tun und ich es gut fand, dass sie mir das gesagt hat. Ich habe ihr von mir selbst erzählt und gesagt, mir wäre es früher auch manchmal so gegangen.
Ihr Vater und ich sind seit 3 Jahren getrennt.
Wir ziehen in 2 Tagen zu meinem neuen Lebenspartner und seinem Sohn. Laut ihren eigenen Angaben freut sie sich darauf.
Die letzten 2 Tage grenzen an Selbstzerfleischung und ich bin in großer Sorge.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Abend !

Ihre Tochter scheint ein Mädchen zu sein, dass sehr feine Antennen für emotionale Zusammenhänge hat. Aber eben schlecht mit Spannungen , Veränderungen, Druck etc umgehen kann.

Ich habe mich gefragt, ob man mit einem 5 jährigen Mädchen nun gut über solche Dinge "reden" kann. So wie mit einer Erwachsenen. Ich habe selber 2 Kinder im Alter von 5 und 7. Sie sind sehr sehr unterschiedlich. Mein "Grosser" ist sehr weit und versteht viel. Mein Kleiner (etwas entwicklungsverzögert) fühlt und erlebt eher in inneren Bildern. Er nimmt die Welt auch anders wahr, achtet auf andere Dinge und würde sich schwer trösten lassen. Er hängt auch häufig wie in so einer Endlosschleife in bestimmten Gefühlen.

Ich versuche dann eine merkwürdige Methode. Wir übersetzen ein Gefühl in Obst oder Gemüse. Also beispielsweise ein mieses Gefühl im Kindergarten in eine Gurke. Die ist dann bei ihm nicht grün sondern blau. Und ganz schwer. Sie ist in seiner Vorstellung matschig und stinkt. Und bewegt sich.

Ich frage dazu eben verschiedene Eigenschaften des Gefühls in Bildform ab.

Dann tippe ich ihm abwechselnd auf die rechte und linke Schulter. Zehnmal. Danach soll er die Augen zu und wieder auf machen.
Merkwürdigerweise wird bei miesen Gefühlen das Bild dann "anders" . Freundlicher.
Und das negative Gefühl verschwindet.

Vielleicht könnte ihrem Kind so ein Zugang auch etwas besser gelingen als nur über Worte ?
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Mittlerweile waren wir bei einem Kinderpsychologen, meine Tochter hat selbst darum gebeten, zu einem "Dr." zu gehen, weil ich keiner sei. Sie hat eine Zwangsstörung, durch viele gravierende Erlebnisse der letzten Zeit und Veränderungen. Die Endlosschleife hat sich wesentlich nach dem Umzug verbessert, tritt aber immer besonders dann auf, wenn sie in den Kindergarten gebracht wird. Dort bessert es sich wieder, aber sie "spielt" zur Zeit fast nur mit den Erzieherinnen. Gleichzeitig ist sie sehr aggressiv mir gegenüber und immer auf Kontra eingestellt. Zudem benutzt sie in einer Tour Schimpfwörter wie Scheiße, Arschloch (dies besonders häufig) und anderes. Ich lasse sie im Moment gewähren, hin und wieder erinnere ich sie daran, dass das keine schönen Worte sind und ich das nicht gut finde. Kann ich sie noch in irgendeiner Form unterstützen? Sie wechselt in Kürze noch den Kindergarten.
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Es gehört leider fast dazu, dass sich die Symptomatik anfänglich eher ein wenig zuspitzt. Fast wie eine Anfangsverschlimmerung bei Homöopathen. Eine Empfehlung, die ich gerne gebe : Suchen Sie selber für sich FREI-RÄUME, d.h. versuchen sie sich selber in einen de-alarmierten Zustand zu bringen. Wenn möglich, nehmen sie sich einen Tag frei über eine Tagesmutter oder aber Aktivitäten, in denen ihre Tochter nachmittags anderswo beschäftigt ist. Wenn es nicht ein Tag sein kann (was ja utopisch sein kann), dann stundenweise.

Sie müssen derzeit viel aushalten, was sich wiederum ja in Spannungen auswirken kann. Je besser sie also emotional "in Form" sind, desto günstiger für ihre Tochter.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Wir haben ein Rollenspiel gespielt, in dem sie die Erzieherin war und ihre Puppe sie selbst. Sie, als Erzieherin, sagte zu der Puppe: "Das ist jetzt nicht schlimm, was Du gesagt hast, aber das nächste Mal denk darüber vorher nach. Und dann sprich mit Deiner Mama darüber und laß Dich trösten."
Ich vermute, dass dies der Grund ist, warum sie mir alles mitteilt, was sie denkt. Häufig bin immer noch ich die, über die sie diese negativen Gedanken hat, es tritt eigentlich immer morgens auf oder wenn wir beide allein sind. Sonst merkt man ihr nichts an. Sie läßt sich auch gut ablenken.
Wie kann ich am besten auf ihre Sätze wie: Ich dachte gerade, Du bist doof, bist Du aber gar nicht, finde ich auch gar nicht" reagieren?
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Das Spiel mit der Puppe ist doch schon eine sehr kindgerechte Übung. Hier wäre aber eben dann doch die Grenze zu einer kinderpsychologischen Intervention gegeben. Sie sollten ihr klar machen, dass ihr derzeitiges Gefühl vielleicht traurig oder schlecht ist, nicht sie als Person.