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webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
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webpsychiater ist jetzt online.

Zwangsmedikamentierung

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren, das Kind meiner Freundin, (männlich 9 Jahre), wird zur Zeit seit Dezember 2010 dosiert mit 4x/Tag Risperdal (3mg), 2x/Tag Nozinan (25g), 1x/Tag Akineton (2mg), Nasenöl Coldistan, Nasenspray Meeressalz. Diagnose: postraumatische Belastungsstörung, lt. einer Testung die eher fragwürdig erscheint. Außerdem unter zusätzlichen Druck und Entzug aller Bezugspersonen. Wir sind besorgt der vielen Medikation, da das Kind teilweise auch halluziniert, apathisch wirkt und eine Gewichtszunahme von ca 20 kg hat (erstgewicht 27- jetzt ca 37- Zeitraum 5 Monate). Meine Bitte an Sie ist eine 2. meinung einzuholen bezüglich der Nebenwirkungen bei dieser Dosierung und inwieweit das gerechtfertigt ist ohne Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Desweiteren mit welchen Forgeschädenn ist zu rechnen. In diesen Medikamenten liegt doch ein Suchtpotential, oder? Danke XXXXX XXXXX für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen K. Freudenberg
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Abend !

Zunächst ist bei einem Kind die Zustimmung der Erziehungsberechtigten zur Abgabe von Medikamenten erforderlich. Einzige Ausnahme wäre, dass das Sorgerecht dem Jugendamt oder einer anderen Person für den Bereich Gesundheitsfürsorge übertragen wurde. Hiervon kann es so keine Ausnahmen geben. Sollte es - entgegen aller Erfahrungen und ethischen Regeln - der Fall sein, wäre die Ärztekammer zu informieren.

Nun kann und will ich ohne Kenntnis des Kindes keine Aussage zur Diagnose machen. Typisch für eine Posttraumatische Belastungsstörung wären aber sog. Flash backs, d.h. innere Bilder bzw. Filme, die ein Wiedererleben von Traumata sind und dann auch mit Halluzinatorischem Erleben verwechselt werden kann. Daneben ist es natürlich so, dass Kinder auch zu lebhaften Tagträumen neigen können.
Spezieller wäre dies bei früh gestörten Kindern bzw. auch bei ADHS-Kindern der FAll.

Risperdal in dieser Dosierung erscheint mir für ein 9 jähriges Kind hoch. Sehr hoch (wenn es 4 mal 3 mg wären). Das ist eine Dosierung, die ich kaum einem Erwachsenen geben würde ! Nozinan ist ein Beruhigungsmittel, das vertretbar erscheint. Grundsätzlich kann Risperdal schon erforderlich sein, das kann ich nicht beurteilen. Nur die Dosierung und die Indikation erscheinen mir unklar ! Abhängig machen diese Medikamente nicht. Allenfalls Akineton, das man gegen die Nebenwirkungen des Risperdals gibt, hat ein Abhängigkeitspotential. Wenn auch gering.

Die möglichen Nebenwirkungen bzw. Folgeschäden der Medikation muss man gegen die Folgen der Nichtbehandlung sehen. Grundsätzlich sind es gut verträgliche Medikamente, die eigentich keine Dauernebenwirkungen haben sollen. Aber in der hohen Dosierung kann Risperidon schon sog. Dyskinesien = Bewegungsstörungen machen.

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

danke, das sind gesamt 3mg Risperdal auf 4mal am Tag aufgeteilt. Dyskinesien können auftreten das weiß ich.

Leider brauchte ich hier einen Expertenrat um zu argumentieren bei Gericht und ob es vertretbar ist diese Dosis einem gesunden Kind zu geben.

Das Obsorge hat der JWT.

Mir ging es hier rein um die Medikation.

mfg k. f.

Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Das kann man unmöglich so aus der Ferne beurteilen. 3 mg verteilt auf 4 Dosen (z.B .5-0.5-0.5-1 mg ) sind üblich und sicher. Ob sie sinnvoll sind, kann und will ich nicht urteilen. Dazu müsste man das Kind und die Bemühungen in der sonstigen Therapie kennen.

Mal ganz pauschal würde ich behaupten, dass man sehr sehr vorsichtig bei der Beurteilung sein sollte, gerade wenn das Sorgerecht nicht bei der Mutter liegt. Das wird ja auch seine Gründe haben, oder ?

Das Kind wird also nicht "gesund" sein. Vielleicht ist es im psychiatrischen Sinne nicht krank, aber es wirkd nicht gesund im Sinne der WHO sein, da seine sozialen Bezüge und sein Wohlbefinden sicher gestört sind.
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Kann ich ihnen sonst noch weiter helfen ? Sonst wäre es fair, wenn sie die Antworten auch mit Akzeptieren honorieren (auch wenn sie vielleicht inhaltlich nicht ihre Position sind)

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