So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an webpsychiater.
webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
53212237
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Psychiatrie hier ein
webpsychiater ist jetzt online.

Tochter 19 Jahre, Bulimie - wie Hilfe

Kundenfrage

Hallo, meine Tochter ist 19 Jahre alt und leidet seit mindestens 2 1/2 Jahren an einer mittlerweile sehr stark ausgeprägten Essstörung (Bulimie). Sie war bereits in stationärer Behandlung, vor 18 Monaten direkt wegen der eSsstörung und vor 15 Monatan wegen nach der Entlassung einsetzenden Depression mit Suizidgedanken. Während der Therapie kam für uns neu dazu, dass auch noch eine Sozialphobie ein wichtiger Problempunkt ist. Das konnten mein Mann und ich zunächst nicht nachvollziehen. Inzwischen können wir damit umgehen. Unsere größte Sorge ist, dass sich aus der Essstörung, die nur als falsche Diät erschien, sich zur Bulimie aus "den Bilderbuch" entwickelt hat. Auf Arbeit, FÖJ, läuft alles bestens, aber zu Hause fällt sie fast täglich in die falschen Muster zurück. Seit ihrem 2ten Klinikaufenthalt nimmt sie stmmungsausgleichende und stimmungshebende -medikamente. Sie wohnt noch bei uns zu Hause, aber wir kommen nicht an sie ran. Sie will unsere Hilfe nicht. Wir sind vollkommen verzweifelt und wissen nicht, was wir tun sollen. Zuschauen, wie sie sich immer mehr selbstzerstört, können wir nicht mehr. Was können wir noch machen, um ihr zu helfen? Viele Grüße
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag !

Ich arbeite selber in einer Fachklinik für Essstörungen und kann ihre Sorge glaube ich gut verstehen. Es ist verdammt schwierig, seine Tochter so leiden zu sehen. Andererseits sind eben Bulimikerinnen auch hochsensibel und können mit Spannungen eben total schlecht umgehen. Der innere Druck ist nach meiner Meinung eine Ansammlung von eigentlich banalen Stressoren über das Leben. Sie werden aber immer und immer wieder aktiviert, was dann zur Ess-Brech-Sucht und auch selbstdestruktivem Verhalten als verzweifelter Versuch der Stabilisierung führt.
Das sozialphobische Verhalten ist dann auch ein Versuch, sich gegen " emotionalen Sondermüll" (= Spannungen ) zu schützen
Wurde ihre Tochter essstörungsspezifisch behandelt?
Wurden Sie in die Behandlung in Form von Elterngesprächen oder eines Workshops einbezogen ?
Wurde über die Option betreutes Wohnen gesprochen ?
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Mögen Sie mir meine Rückfragen noch beantworten ?
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo,

meine Tochter wurde bereits stationär (9 Wochen) wegen der Essstörung behandelt. Danach ging die ambulante Einzeltherapie weiter. Zu Beginn der Behandlung wurden wir noch mit einbezogen,nun aber nicht mehr. Unsere Tochter will uns nicht an sich heran lassen, sich nicht von uns helfen lassen. Ihr Therapeut unterstützt diese Meinung, zumindest direkt uns gegenüber. Wir wollen ihr helfen, haben aber keine Ahnung, wo wir ansetzen müssen. Der Therapeut steht unter Schweigepflicht, da unsere Tochter bereits 19 ist. Somit besteht keine Chance allein mit ihm zu sprechen, ohne unsere Tochter. Uns wurde auch nie mitgeteilt, wie wir uns bei einer Essanfallsituation verhalten sollen, da die meist dann stattfinden, wenn wir nicht da sind.
Leider wissen wir so gut wie Nichts über das, was in der Therapie läuft, da unsere Tochter nicht mit uns redet.
Ab September will sie ihre Ausbildung beginnen und allein wohnen, wovor mein Mann und ich jedoch sehr große Angst haben.
Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, was diesen, von ihr bezeichneten Druck auslöst. Sie wirkt überall sehr aufgeschlossen, meist ruhig. Auf Arbeit gefällt es ihr super. In der Regel läuft alles gut, bis auf dazugehörige Auseinandersetzungen. Das Leben könnte schön sein, wenn da nicht die Bulimie wäre.

Viele Grüße