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Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2012
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Sehr geehrte Damen und Herren, wie kann ich meinen Mann dazu

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
wie kann ich meinen Mann dazu bingen, sich behandeln zu lassen. Er hat vor einigen Monaten seinen Job (unter Druck) als Finanzmanager gekündigt. Gem. seinem Hausarzt leidet er seitdem unter Depressionen und sollte stationär behandelt werden. Er will sich aber nicht helfen lassen. Er sich einbildet, dass seitens der Firma Schadensersatzforderungen auf ihn zukommen könnten wegen möglicher arbeitstechnischer Differenzen. Aus meiner Sicht ist es nicht so, da ich bemerke, dass er allgemein mit Problemen, bzw. mit der Lösung von Problemen nicht umgehen kann - aus kleinsten zu regelnden Dingen entstehen für ihn unlösbare Probleme. Er ist resistent gegen irgendwelchem Rat. Seit der Kündigung ist er freigestellt, lungert zu Hause rum, macht mir und unserem Sohn (14 Jahre) das Leben durch sein Nichtstun, seine Einbildungen und sein Nichtessen zur Qual. Am Wochenende hat er die Konfirmation seines Sohnes einfach vergessen (worüber er später auch selbst erschüttert war), ist früh morgens weggegegangen, war nicht erreichbar und kam erst am späten Abend nach Hause. Den ganzen Tag haben wir in Sorge verbracht. Meine Kräfte schwinden langsam, da ich auch noch berufstätig bin.
Wer kann mir einen Tip geben, was ich noch tun kann ? Vielen Dank.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  iveschaaf hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ihr Mann durchlebt die schwerste Krise seines Lebens, Das wissen Sie vermutlich. Man hat ihm den Sinn seines Lebens geraubt, er hat keine Aufgabe mehr, versagt ständig und findet allein keinen Weg aus dem Loch, jedenfalls nicht heute oder morgen.
So wie es aussieht, kommen Sie nicht an ihn heran. Jemand muss ihm aber helfen, fragt sich nur, wer?
Er wird professionelle Hilfe brauchen, entweder die stationäre Behandlung oder eine ambulante Psychotherapie oder ein alternatives Angebot, was sinngemäß auf die selbe Behandlung rausläuft. Vermutlich würde Ihr Mann eher zu einem Personal Coach gehen als zum Psychotherapeuten. Es ist letztlich egal, welchen Weg er geht, er muss nur zu ihm passen und es tun.
Damit Sie da hin kommen, können Sie im Moment nur nach einer Person suchen, mit der er sich besprechen und deren Rat er folgen würde. Ein Freund? Sein Vater? Ihr Sohn? Der Hausarzt?
Möglicherweise lässt er sich auf ein Ultimatum von Ihnen ein und begleitet Sie zu einem Therapeuten, wenn Sie ihm sagen, dass es so nicht weiter geht, Sie am Ende Ihrer Kräfte sind und etwas passieren muss.
Es gibt kein Patentrezept für das weitere Vorgehen, nur ein paar Regeln, die sich als erfolgreich erwiesen haben:
Setzen Sie Grenzen. In aller Ruhe, ohne Vorwurf und indem Sie mit "Ich" oder "Wir" (= Sie und Ihr Sohn) beginnen. Ich brauche... ich kann nicht... Wir wünschen uns nur noch eins... Wir wollen, dass Du als unser Familienoberhaupt...
Drängen Sie ihn nicht, aber antworten Sie klar, wenn er fragt und machen Sie Vorschläge, wenn er danach fragt.
Sie dürfen und sollten klarstellen, was Sie von ihm erwarten: Du bist erwachsen, Du musst Dein Problem selber lösen. Ich stehe zu Dir, aber ich kann Dir das nicht abnehmen. Ich kann Dir Zeit geben, ich kann Dir den Rücken frei halten, aber mehr geht nicht, der Rest liegt bei Dir.
Das sollten Sie sich durchaus auch immer wieder selber vor Augen halten: Sie haben bestimmte Möglichkeiten, aber die sind begrenzt. Mehr können und müssen Sie nicht tun.
Die Lösung kommt manchmal ganz klein daher, mit einem Buch oder einem Lied oder einem Zeichenblock. Ihr Mann muss sich "neu erfinden". Das ist eine große Aufgabe.
Sie könnten versuchen, für Ihren Mann einen solchen ersten kleine Schritt zu finden, indem Sie Dinge mit ihm (und dem Sohn) unternehmen, die ihm gut tun könnten. Yoga, Taek won do, Malkurs, Trommelkurs, Ausreiten, Segelkurs, Gleitschirmfliegen, Hochseilgarten, was immer Ihnen oder Ihrem Sohn einfällt. Ihr Mann soll Sie begleiten, Ihrem Sohn zuliebe - in der Hoffnung, dass er einen ersten Schritt aus seinem Loch herausfindet.

Mit freundlichen Grüßen - Dr. Schaaf
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank für die Antwort, Sie haben recht. Aber er läßt sich nicht darauf ein. Er möchte auch nicht mal mit uns spazieren gehen. Er ist fest davon überzeugt, dass wir alle kurzfristig "zugrunde" gehen - wartet auf ein Zeichen von der ex-Firma. Diese möchte ich natürlich nicht kontaktieren, weil dann die Situation noch unangenehmer wird. So gut es geht, halte ich ihm auch den Rücken frei. Aber er hat nächste Woche ein Termin beim Arbeitsamt (Infogespräch), an dem er teilnehmen muss, weil er ja auch nicht krankgeschrieben ist. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Und er selbst tut einfach gar nichts, egal wie liebevoll oder auch wütend man auf ihn zugeht. Andere Menschen läßt er gar nicht mehr an sich heran. Er ist 50 Jahre alt. Inzwischen hat er ca. 15 Kilo abgenommen.