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webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
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Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Psychiatrie hier ein
webpsychiater ist jetzt online.

Hallo, mein Mann und ich sind seit 5 Jahren verheiratet und

Kundenfrage

Hallo,
mein Mann und ich sind seit 5 Jahren verheiratet und haben zwei kleine Kinder (4, 2). Wir haben seit 1.4. eine Gaststätte aus der Insolvenz meines Schwiegervaters heraus übernommen. Unsere Ehe kriselt seit ca. einem Jahr, aber wir haben immer zueinander gehalten. Anfang des Jahres ist mein Mann fremd gegangen. Er hat bis heute Kontakt zu der anderen Frau. Mittlerweile reden wir sehr offen über dieses Thema und sprachen auch schon von Trennung. Er sagt das er sie lieb hat. Er sagt aber auch das er mich nicht verlieren will, ich ihm sehr wichtig bin und mich auch sehr sehr lieb hat. Kann aber nicht mehr sagen das er mich liebt wie am Anfang. Mit der Übernahme der Gaststätte und den zusätzlichen Problemen mit den seinen Eltern (er ist in der Gaststätte aufgewachsen und hat eine schwere Kindheit gehabt, weil arbeit immer an erster Stelle stand) ist er in diese Depression gefallen. Er geht bereits zu einer Psychologin und nimmt seit heute Antidepressiva. Ihm geht es körperlich wie seelisch total schlecht, weiß nicht warum er so etwas gemacht hat, weiß nicht was er überhaupt will (auch seinen Kindheitstraum diese Gaststätte zu führen stellt er in Frage).

Wie soll ich mich verhalten? Hat unsere Liebe eine Chance? Oder hat dieses Fremdgehen nichts damit zu tun?

Danke XXXXX XXXXX Antwort
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Abend !

Natürlich kann ich nicht beurteilen, ob ihr Mann nun fremdgeht, weil er depressiv ist. Oder aber depressiv wird, weil er fremdgeht.

Was ich aber weiss (oder zumindest stark annehme) ist
a) derzeit kann man weder eine Entscheidung für oder gegen eine Trennung bzw. Aussage zur Prognose ihrer Ehe geben
b) Ich sehe schon einen Zusammenhang zwischen den Belastungsfaktoren in den letzten Jahren, der Depression und auch dem "Ausbruch" durch Fremdgehen.

Zunächst ist mir wichtig , dass man in einer depressiven Krise keine Trennungen, Aufgabe eines Jobs oder andere schwerwiegenden Entscheidungen machen sollte. Noch blöder allerdings ist, in einer Problemsituation / Depression über Fremdgehen eine Art Flucht vom Alltag und der emotionalen Belastung vorzunehmen. Ich finde, das Fremdgehen sollte also nicht "entschuldigt" werden, weil es eine einseitig fiese Maßnahme zum Entkommen von trüben Gefühlen bei einer Frau ist, die eben nicht im Alltag und den Problemen steckt. Aber das wäre eben dann auch Thema der Psychotherapie bzw. von Paargesprächen.

Ich erkläre Depressionen gerne wie ein Schwimmbecken. Dort sammeln sich über den Tag bzw. das Leben emotionale Be-LAST-ungen wie Schwebeteilchen im Becken am Boden ab. Eigentlich müsste da nun eine Art Putzroboter ausreichend tief und lange abtauchen und saubermachen (der Traumschlaf). Wenn es zu viel Belastungen (oder Altlasten) sind bzw. unter Alarmbedingungen quasi "Sondermüll" entsteht, verschlackt das System und das Becken wird zunehmend trübe.

Gerade Männer versuchen dem dann durch sehr unvernünftige Fluchtmechanismen zu entgehen. Kurzfristig springen sie also in einen neuen Pool, nehmen aber das Problem natürlich überhall hin mit.

Wenn ihr Mann sich wirklich einer Therapie stellt, sehe ich eigentlich eine ganz gute Chance !
webpsychiater und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank für die Antwort.

Wir reden mittlerweile (nach vielen Lügen usw) sehr offen über dieses Problem und er sagt auch offen das er mich nicht mehr liebt wie früher aber trotzdem starke Gefühle für mich hat. Seine Stimmung ist sehr schwankend einmal mag er mich nicht sehen und einmal kann er die Finger nicht von mir lassen. Seine Psychologin hat zu ihm gesagt sie weiß auch nicht ob die "Affäre" eine Flucht aus dem Alltag ist oder doch echte Gefühle eine Rolle spielen. Er selber muß entscheiden wie stark die Gefühle sind und vor allem ob sie echt sind. Kann er das denn überhaupt in seiner Situation? Er sagt er weiß es nicht.

Müssen wir jetzt warten bis das Antidepressiva wirkt und er wieder klar denken kann?

Wie schaffe ich diese Zeit bzw. kann ich tun?
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank für die Antwort.

Wir reden mittlerweile (nach vielen Lügen usw) sehr offen über dieses Problem und er sagt auch offen das er mich nicht mehr liebt wie früher aber trotzdem starke Gefühle für mich hat. Seine Stimmung ist sehr schwankend einmal mag er mich nicht sehen und einmal kann er die Finger nicht von mir lassen. Seine Psychologin hat zu ihm gesagt sie weiß auch nicht ob die "Affäre" eine Flucht aus dem Alltag ist oder doch echte Gefühle eine Rolle spielen. Er selber muß entscheiden wie stark die Gefühle sind und vor allem ob sie echt sind. Kann er das denn überhaupt in seiner Situation? Er sagt er weiß es nicht.

Müssen wir jetzt warten bis das Antidepressiva wirkt und er wieder klar denken kann?

Wie schaffe ich diese Zeit bzw. kann ich tun?
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sicher wird es Zeit benötigen. Nicht allein Antidepressiva, sondern eher eine "De-Alarmierung". Also raus aus dem inneren Stress und Vorwürfen.

Ihr Mann ist aber noch in einem Gefüh der Gefühlosigkeit bzw. abgetaucht vor dem Problem. Der Kontakt zu einer Anderen ist da insofern fies, weil er sich da eben ein postives Gefühl "ausleiht". Was aber nicht haltbar seink ann.

Derzeit kann er aber bedingt durch die depressive Entscheidungslosigkeit sich eben nicht rational (und auch nicht emotional) entscheiden.

Er muss erstmal raus aus der Depression, bevor man dann über einen Mediator bzw. Paartherapeut die beiderseitigen Positionen beschreiben bzw. auch einmal einen Perspektivenwechsel machen kann. Also mal hineinschauen bzw - fühlen, was der Partner denkt und fühlt. Dazu ist er derzeit nicht in der Lage.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Also erstmal abwarten. Was die weitere Therapie bringt und wie er sich verhält. Ziemlich schwierig für mich.

Wenn er sagt er hat das Gefühl sie anrufen oder sehen zu müssen - wie soll ich da reagieren?
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sagen Sie ihm, wie sie sich damit fühlen. Sprechen Sie von sich.
Es muss sie verletzen.

Ich persönlich finde es unverschämt, wenn er da quasi auch noch von ihnen die "Erlaubnis" für die weiteren Kontakten hintenherum erwartet...
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Er weiß das es mich verletzt und das es mir schlecht geht. Er hat es bis jetzt auch noch nicht gemacht weil er mir ja auch nicht weh tun möchte ich das alles nicht verdient hätte.
Aber seine Psychologin hat ihm geraten er soll das tun wonach ihm ist und wenn er das Gefühl hat er müsste Sie anrufen und mit ihr sprechen dann sollte er das tun.

Wieso das? Ich habe zu ihm gesagt kein Kontakt wäre am besten dann könnte man am besten vergessen. Ist das richtig?

Warum rät seine Psychologin ihm anders?
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Was sich die Psychologin denkt, weiss ich nicht.

Es mag ja sein, dass er es so verstanden hat. Vielleicht hat sie es tatsächlich so gesagt. Aber dann muss man es doch nicht noch vor ihnen ausbreiten und sie zusätzlich verletzen. Das ist einfach fies.