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webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
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webpsychiater ist jetzt online.

Meine Tochter (23 Jahre) hat in den letzten 4 Jahren ihr Fernabitur

Kundenfrage

Meine Tochter (23 Jahre) hat in den letzten 4 Jahren ihr Fernabitur gemacht. Jetzt hat sie nur einen Platz an der Fernuni (weil kein NC) bekommen. Sie geht dadurch kaum noch raus, ist viel zu viel allein zu Haus, hat zwar einen Freund, aber keine Freundin.
Ich versuche immer, sie zu motivieren, in einen Verein zu gehen oder als Gasthörer in eine Uni zu gehen. Aber vergeblich. Wie weit ist das überhaupt gut, wenn ich Druck ausübe, dass sie unter Leute geht.
Vielen dank XXXXX XXXXX Hilfe.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Tag !

Aus welchem Grund hat sie denn ein Fernabi gemacht ?
Gab es in der bisherigen Schulzeit schon eine Absonderung von Mitschülern, beispielsweise bedingt durch soziale Ängste oder Unsicherheit ?

Es ist natürlich nun keinesfalls zu empfehlen, sich über Jahre ausserhalb des normalen Ausbildungssystems vor sozialen Kontakten zurück zu ziehen.

Druck ist sicher nicht zielführend, aber ich kann ihre Sorge gut verstehen.
Hatte sie denn schon einmal Termine bei einer Psychotherapeutin oder einem Psychiater ?
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ja, sie ist mit 17 von der Schule gegangen (in der 12. Klasse), weil sie ständig krank war und weil sie (im nachhin) mit dem falschen Freund zusammen war. Jetzt gibt sie mir die Schuld dafür, dass ich sie nicht zur Schule gezwungen habe. Sie will nicht in eine Beratung/Therapie, sie sagt immer, ich müsste dahin, weil ich seit dieser Zeit keine Mutter mehr sei. Sie ist zurzeit in einer Beziehung, leider mit einem verheirateten Mann. Freunde sagen, unternehme mit ihr viel, damit sie raus kommt, andere sagen zu mir, ich soll sie in Ruhe lassen, sonst würde die Einsamkeit nie so groß, dass sie etwas dagegen tut. Ich halte es nicht für gesund, dass sie keinen sozialen Kontakt zu Gleichaltrigen hat, aber ich kann sie auch nicht zwingen.
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 5 Jahren.
Das ist eine wirklich schwierige Situation.

Positiv ausgedrückt könnte man behaupten : Sie macht ja dennoch ihren Weg und hat sich vielleicht eine Niesche gesucht und gefunden, die ihrer speziellen Sensibilität entspricht. Nicht alle Menschen müssen nun grosse Menschenmengen und soziale Kontakte toll finden.

Sie scheint ja zumindest nicht gänzlich sich vor Anforderungen zu verweigern. Sie hat einen Partner.....

Na ja... Das wären die guten Seiten.

Natürlich befürchtet man als Therapeut, dass es auch ein Vermeidungsverhalten bei einer Angstproblematik sein könnte. Und ich frage mich, wie sie denn allein bei einem Fernstudium eines nicht mehr fernen Tages denn eine Arbeitstätigkeit machen möchte ? Auch nur per PC als Ferntätigkeit per Bildschirm ? Sicher nicht so ganz realistisch (aber auch nicht unmöglich, da ich ja beispielsweise neben meiner Arzttätigkeit in der Klinik auch ein wenig Geld online verdiene).

Sicher ist auch die Qualität der jetztigen Beziehung in Frage zu stellen. Aber da sollte man nun erst Recht nicht reinreden.

Was uns zu der schwierigen Frage bringt, was sie tun können. Auch bei näheren Überlegen, komme ich nicht zu einer konstruktiven Lösung. Sie könnten höchstens ihr das Angebot für Therapie machen. Ggf. sogar sich drauf einlassen, im Rahmen einer systemisch ausgerichteten Therapie (Familientherapie) mit einbezogen zu werden. Vermutlich wird sie es aber derzeit abwehren. Dann werden sie es wohl oder übel erstmal so hinnehmen müssen. Eine Menschen kann man nicht in die Therapie zwingen oder zu seinem Glück überreden.
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung: Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
webpsychiater und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für Ihre Antworten. Ich habe ihr schon angeboten und auch gebeten, mit mir eine Therapie zu machen, natürlich hat sie das abgewehrt, ich probiere jetzt kleine Schritte aus. Volkshochschulkurse (weil sie immer lernen will; mit Cocktailbars kann man sie nicht locken), ab und zu ein Konzert, allerdings wieder mit mir und ich versuche sie zu überreden, in der Bibliothek in der Uni zu lernen, evtl. mittags die Mensa. Dies verhandeln wir zurzeit. Ich habe mich an sie gewandt, weil ich keinen Fehler machen möchte, ich bekomme von ihr viele Vorwürfe, (die ich eigentlich ihr gegenüber spiegeln könnte), darum halte ich dies auch aus; aber über dieses viele "Aushalten" befürchte ich manchmal, meinen gesunden Menschenverstand zu verlieren und ich möchte nicht irgendetwas nicht tun, was ich hätte tun müssen. Auf der anderen Seite finde ich es nicht gesund, wenn wir so viele Unternehmungen zusammen machen, oft sind dies aber die einzigen Stunden, in denen sie aus dem Haus geht. Hier das richtige Maß zu finden ist schwierig. Sie haben mir sehr geholfen; ich drücke gleich auf akzeptieren.Vielen Dank!
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 5 Jahren.
Danke sehr !

Schauen sie ggf. mal auf www.emoflex.de . Das ist ein Verfahren der Psychotherapie ohne Worte und statt dessen mit inneren Bildern. Das kann nun bei hochsensiblen Menschen manchmal sehr gut helfen ! Aber erstmal würde ich abwarten. Erst wenn sie selber einen Leidensdruck entwickelt, wird sich etwas bewegen.

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