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webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
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webpsychiater ist jetzt online.

Hallo, Meine Freundin ist 34 Jahre alt und hat neben Diabetis

Kundenfrage

Hallo, Meine Freundin ist 34 Jahre alt und hat neben Diabetis magenproblemen seit ca. 9 Monaten echte Panikattacken. Sie kann sich nur schlecht in öffentlichen Räumen aufhalten. auch wenn sie diese jederzeit wieder verlassen kann, in öffentliche Verkehrsmittel wie zB. Linienbus oder Straßenbahn steigt sie garnicht erst ein. Sie beschreibt das etwas so:"Ich stelle mir nur vor was ist wenn mir dort schlecht wird und ich muss mich übergeben, dann kann ich nicht da raus. ich kann nicht anders als daran zu denken. Allein von dem gedanken wird mir dann wirklich schlecht und ich trete die Fahrt garnicht erst an bzw verlasse dann das öffentliche geschehen." Dies ist für sie sehr untypisch das sie eigentlich ein sehr geselliger Mensch ist. Nicht nur das sie an gesellschafflichen ereignissen, Partys, nettes zusammentreffen von Freunden nicht mehr teilnehmen kann und das natürlich auch auf Dauer ihre Beziehung sehr belastet, sie läßt auch wichtige Untersuchungen nicht durchführen wie z.B. die bei Diabetikern sehr wichtige Augenarztuntersuchung weil die natülich auch mit längeren Wartezeiten beim Arzt verbunden ist und sie da auch die Augen getropft bekommt so das sie garnicht dort weg kann. Sie wird überall hin begleitet durch ihren Partner aber das hilft ihr nicht sehr. Ich mache mir grosse Sorgen und denke das sie auch ein Termin beim Psychologen aus diesen Gründen nicht wahrnemen kann. Auch ist vor einem halben Jahr garkein Termin zu kriegen. Wie kann ich bis dahin sie nun unterstützen? So das sie wenigstens die wichtigen Dinge schaffen kann.

Vorerst vielen Dank
Ihre Frau K
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag !

Ihre Freundin leidet offenbar unter einer sog. Panikstörung mit Agoraphobie, d.h. Vermeidungsverhalten für enge Räume (Busse etc) und neue bzw. für sie unbekannte Situationen.

Das Vermeidungsverhalten bzw. die Angst vor der Angst kann in der Tat zur Katastrophe werden, wenn sie aufgrund der Erkrankung nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teil nehmen kann. Als Therapie wäre eine Kombination von Medikation und Psychotherapie (Verhaltenstherapie) zu empfehlen. Wie sie selber schon gemerkt haben, stehen dem aber (mindestens) 2 Probleme entgegen :
1. Es gibt zeitnah keine Termine für eine kassenpsychotherapeutische Behandlung
2. Sie müsste überhaupt diesen Termin erstmal aufsuchen können.

Medikamentös könnte man zwar helfen, aber hier gibt es auch Nachteile. Angstlösene Medikamente (Benzodiazepine) sind zwar extrem wirksam und als Krisenbehandlung auch sinnvoll, erzeugen aber schnell eine Abhängigkeitsproblematik (innerhalb weniger Wochen). Andere Medikamente (sog. Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer) sind weit weniger wirksam, sondern eher unterstütztend wirksam.

Was kann man raten :
1. Tagesklinische Behandlung in einer psychiatrischen Klinik
2. Antragstellung für eine stationäre Rehabiliationsmaßnahme in einer psychosomatischen Klinik
3. Akutbehandlung bei einem Hausarzt mit angstlösenden Medikamenten / Antidepressiva und Einleitung einer Kassenpsychotherapie

Sie selber werden Sie kaum unterstützen können. Fast im Gegenteil : Jegliche "Unterstützung" fördert ja leider mehr oder weniger das Vermeidungsverhalten. Es gilt eigentlich eher, sie aus ihrer Isolation und Rückzugssymptomatik zu holen. Weitere Informationen und Tips für Angehörige finden Sie u.a. hier

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