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webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
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Wir glauben, da der Freund unserer Tochter an Bindungsangst

Kundenfrage

Wir glauben, daß der Freund unserer Tochter an Bindungsangst leidet. Immer wenn die Beziehung enger oder es um konkretes Planen geht , w.zB, Wohnungssuche, geht er auf Distanz. Welche Möglichkeiten gibt es?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Morgen !

Hier ist "guter Rat" schwierig, da es um einen anderen Menschen geht. Letztlich müsste ja eigentlich er einen Leidensdruck und damit auch Hilfebedarf haben.

"Bindungsangst" so als Krankheit gibt es ja nicht. Bis zu einem gewissen Maß ist es auch quasi fast immer so, dass Angst vor zu viel Verantwortung oder Nähe oder eben "Bindung" im Sinne von mehr oder weniger endgültiger Festlegung eine Blockade auslösen können. Sicherlich ist das Verhalten dieses Mannes aber schon als sehr ambivalent einzuschätzen.

Hier wären dann aus psychotherapeutischer Sicht Spekulationen möglich, dass er einen Autonomie-Abhängigkeitskonflikt bzw. Entwicklungsprobleme in der Selbstständigkeit und Loslösung von seinen Eltenr hat. Das ist aber hoch vage, da ich die Umstände nicht kenne.

Aus der Paartherapieforschung weiss man, dass Beziehungen vor allem daran scheitern, dass die Partner zu wenig miteinander reden bzw. sich austauschen können. Möglicherweise wäre also gerade für ihn vor einer Psychotherapie eine Art "Kommunikationstraining" sinnvoll. Früher gab es (paradoxerweise von der katholischen Kirche gesponsert) entsprechende Trainingsprogramme (EPL Ein Partnerschaftliches Lernprogramm). Das war noch keine Psychotherapie oder Paartherapie, sondern wirklich Lernen mit eigenen Worten zusammen zu fassen, was der Partner sagt. Und einige ganz grundlegende Dinge, die nun gegen die Angst in der Partnerschaft bzw. mögliche Konflikte helfen könnten.

Nur : Dazu müsste er ja auch bereit sein. Insofern kann ich so schlecht einen guten Rat geben, wie ihre Tochter damit umgehen sollte oder wie sie sich positionieren sollten.

Aus meiner Sicht hilft es in einem solchen Fall, wenn die Partnerin selber "klar" ist. Also sich eine Art "Notfallkoffer" für den Fall der Trennung bereit legt (auch wenn der Wunsch eben ist, dass man ihn nie braucht). Und ihm klar eine zeitliche Frist setzt, bis zu der er sich entschieden bzw. in Therapie begeben haben muss. Sonst wird die Ambivalenz bei ihm nicht aufhören können und es ewig ein Eiertanz bleiben. Das wäre dann so oder so keine Grundlage für eine dauerhafte Beziehung, selbst wenn er sich erst für sie entscheiden würde.

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