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webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
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webpsychiater ist jetzt online.

Erlebe eine zerm rbende Trennung von meiner Frau, seit 1-einhalb

Kundenfrage

Erlebe eine zermürbende Trennung von meiner Frau, seit 1-einhalb Jahren. Bin wütend und fast hoffnungslos, kann und will nicht »Schluß machen«. Es begann mit einem traumatischen Erlebnis bei ihr (Überfall) vor zwei Jahren, dann später Depressionen (augenscheinlich).
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag !

Ist die "augenscheinliche" Depression nicht eher eine sog. Posttraumatische Belastungsstörung ? Also eine folge des Überfalls ? Oder gab es schon zuvor Spannungen in ihrer Beziehung ?

Typisch für eine PTBS wären sog. Flash-Backs und ein Wiedererleben der traumatischen Situation. Möglicherweise ausgelöst durch die blosse Tatsache, dass sie ein Mann sind. Es wäre nicht so selten, dass darunter eine Beziehung in die Brüche geht.

Von wem und warum geht der Trennungswunsch aus ?
Hat ihre Frau eine entsprechende Therapie ?
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ist die "augenscheinliche" Depression nicht eher eine sog. Posttraumatische Belastungsstörung ?
– Gut möglich, wahrscheinlich.

… Oder gab es schon zuvor Spannungen in ihrer Beziehung ?
– nein, nichts wirklich schwerwiegendes (aus meiner Sicht). Waren die meiste Zeit sehr glücklich, allerdings haben uns ein gekauftes altes Hauses und Geldsorgen durchaus schon länger belastet.
Wir waren über 11 Jahre zusammen, 1 Kind (10).

Typisch für eine PTBS wären sog. Flash-Backs und ein Wiedererleben der traumatischen Situation.
– Die mentale Krise setzte erst nach einigen Monaten ein. Dann ging es der Reihe nach: Kindheit, Mutter, Beruf, Geld, Haus, ich – alles furchtbar. Zuhause nahm ihre Lethargie zu, dafür setzte eine rege ›Ausbruchstätigkeit‹ ein (abends oft alleine weggehen).

Möglicherweise ausgelöst durch die blosse Tatsache, dass sie ein Mann sind.
– Interessanter Aspekt. Sie hat mir letztlich bescheinigt, ein miserabler Ehemann gewesen zu sein (in krassem Kontrast zu ihrer früheren Hingabe). Und, vor ihrem Wegzug: »nie wieder mit einem Mann [zusammenleben]«.

Von wem und warum geht der Trennungswunsch aus ?
– Von meiner Frau. Weil sie ›erkannt hat, daß sie *so* nicht leben will‹ (woran selbstredend ich die Hauptschuld trage …). Sie geht bislang nicht bis zum äußersten (Scheidung, sie war schonmal geschieden), tut aber nichts, um die Situation zu überwinden.

Hat ihre Frau eine entsprechende Therapie ?
– Nein. Wir haben schon oft darüber geredet. Ich habe ihr, nicht als einziger, dringend zugeredet. Sie rafft sich nicht dazu auf und hat Angst, psychologisch »auseinandergenommen« zu werden, daß alles mögliche hochkommt. Ich denke, sie verdrängt vieles, was sie belastet.

Jetzt noch ganz kurz zu mir:
Ich habe während der letzten anderthalb Jahre wahrsch. mehr geheult als vom 0. bis zum 6. Lebensjahr. Das hat sich gegeben. Wir wohnen jetzt getrennt in der Nähe, Kind bei ihr. Ich sehe etliche eigene Versäumnisse und möchte gerne neu anfangen. Aber mein Durchhaltevermögen läuft (seit längerem) auf Notreserve. Wie lange noch tue ich mir das an, ohne selbst noch mehr Schaden zu nehmen?

Dank Ihnen sehr vorab, wenn Sie mir diese Gedanken noch kurz beantworten könnten. Zahle dann sehr gerne den Obolus. Habe mir auch vorgenommen, selbst zum Psychologen zu gehen. (A. Stötzner, as%signographie%de)
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Wie lange sie sich das noch antun können, ist eine gute Frage.

Ich sehe es so, dass ihre Frau (sie natürlich auch) in einem längeren Anspannungs- bzw. Stresszustand durch die Alltagsstressoren waren. Da musste schon viel kompensiert = ausgeglichen werden und der Stress führte dazu, dass Entspannung und Harmonie oder Zeit füreinander auf der Strecke bleiben.
Der Missbrauch führte dann im doppelten Sinne zur Dekompensation. Einmal konnte das labile System nicht länger ausgeglichen werden, dann das Trauma an sich.

Eigentlich müsste man ihre Frau erstmal stabilisieren, damit sie aus diesem Doppel-Alarm rauskommt. Vorher wird sie jedes Wort und jede Geste falsch verstehen, weil es eben wie eine Gefahr oder Angriff wahrgenommen wird.

Sie können sich also nur falsch verhalten.

Auch für sie gilt in ähnlicher Weise, dass sie erst im Stress und dann dekompensiert sind. Aber eben in Richtung Hilflosigkeit, weil ihnen ja keiner sagen kann, wie sie sich richtig verhalten können. Sie sind in einer Zwickmühle, in der sie sich ja nur falsch verhalten können.

Hier könnte tatsächlich ein Ausstieg in dem Sinne helfen, dass man eine Auszeit von der Beziehung vereinbart, Gespräche dann mit einem professionellen Moderator. Damit könnten die gegenseitigen Verletzungen minimiert werden.

Die Idee einer Psychotherapie für sie finde ich gut. Schauen sie mal auf www.emoflex.de und dort die Übung Innerer Raum. Das ist ein Verfahren, das ich gerne mit Patienten mache, die so an der Grenze der Belastbarkeit sind.

Wer könnte Sie denn weiter unterstützen in der Familie oder Freundeskreis ?
webpsychiater und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ja, ich kann mich nur falsch verhalten. Soll ich ihr diese Konversation zeigen?
Haben Sie vielen Dank, meine Annhamen sind also offenbar nicht ganz falsch gewesen.
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Tja, wie gesagt : Richtige Antworten gibt es da nicht.

Als Traumatherapeut würde man eben nur raten, dass Entscheidungen über Trennung nicht in einer solchen Phase zu treffen sind.

Ich hoffe, ihre Frau würde es nicht in den falschen Hals bekommen. Sie machen sich ja Sorgen bzw. wissen einfach nicht, wie sie es richtig machen können.

Wenn sie die Postings ihrer Frau zeigen, dann sollte es in einem Zustand der relativen Ruhe passieren. Viel Erfolg dabei !