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webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
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Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Psychiatrie hier ein
webpsychiater ist jetzt online.

Guten Tag, ich habe den Depressions-Selbsttest gemacht;

Kundenfrage

Guten Tag,

ich habe den Depressions-Selbsttest gemacht; die Fragen konnte ich nur teilweise passend bentworten: für das berufliche Umfeld könnte ich jeweils im Sinne von "ohne Befund" antworten, im privaten allerdings deutlich in Richtung "kritisch". Im Moment habe ich nicht den Eindruck, dass die private Belastung auf den beruflichen Teil meines Lebens abfärbt. Zuhause bin ich sehr oft unentspannt, maulig und ohne Geduld gegen Familie.
Aus meiner Wahrnehmung habe ich mich über eine lange Zeit privat und ehrenamtlich engagiert und dabei zu wenig Zeit für mich selbst in Anspruch genommen (wobei ich das auch nicht zu benötigen glaubte, hat ja alles Freude gemacht...); mittlerweile ist "Wut" mein Begleiter, weil aus meiner Sicht die "Profiteure" meines Engagements dies nicht angemessen würdigen (ich meine nicht, dass andauernd "danke" gesagt wird o.ä.). Ich kann nicht mehr halbwegs objektiv beurteilen, ob meine Einschätzung oder die des Umfeldes "normal" ist. Dies Wut lähmt mich in allen privaten Bereichen so, dass ich überhaupt keinen Antrieb mehr auf geselligkeit (auch nicht auf meine Familie) habe. Sport als Ventil geht, beruflich bin ich voll dabei. Bin ich gefährdet? Könnte es sein, dass ich beruflich und sportlich den privaten Bereich kompensiere? Und was ist, wenn das mal nicht mehr klappt? In der Mischkalkulation würde ich mich immer noch als gesund sehen - bin ich das?
Schwerer Fall - oder doch nur ein Knall?

Beste Grüße,

S.K.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Abend !

Bevor ich naürlich ausführlicher antworte : Wie alt sind Sie ungefähr ? Mann oder Frau ?
Gab es in ihrer bisherigen kindlichen und schulischen Entwicklung irgendwelche Probleme im Bereich Aufmerksamkeit / Impulskontrollstörungen ?

Wie sieht es mit dem Schlaf aus ? Sind sie morgens erholt ?

Für mich klingt es erstmal nach eine "Anpassungsstörung", d.h. einer Art "Vorform" von Depressionen. Dazu aber später ggf. mehr.
webpsychiater und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo nochmal,

 

männlich, Mitte 40.

 

Nein, eher Probleme des Selbstwertes; Aggressionen von mir ausgehend waren nie ein Thema, sind es auch jetzt nicht. Eher trifft zu, dass es mir sehr schwer fällt, mir selbst zu helfen (im Sinne von für mich selbst ein zu treten; für andere tue ich dies mit wachsender Begeisterung).

Schlaf: schlecht, weil die Stunden zwischen 23 und 1 Uhr die einzigen sind, wo niemand (meine Frau) etwas von mir möchte, da kann ich am ehesten abschalten oder auch mich beruflich auf den nächsten tag vorbereiten; dementsprechend bin ich unausgeschlafen und nicht erholt.

 

S. Kremser

Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ich erkläre psychische Probleme dieser Art im Augenblick gerne mit folgendem Modell (das ist nur eine bildliche Abstraktion, aber sie mag zum Verständnis helfen).

Stellen sie sich ein Schwimmbecken vor. Dort lagern sich über den Tag emotionale Erlebnisse wie Schwebeteilchen oder Laub ab und sinken zu Boden.

In der Nacht müsste da eine Art Putzroboter (der Traumschlaf oder REM-Schlaf) ausreichend tief und ausreichend lange "abtauchen" und saubermachen können.

Dieses System kann gestört werden. Entweder man schläft nicht tief oder lang genug, hat zuviele emotionale Erlebnisse oder aber die Erlebnisse sind so, dass der Roboter sie nicht verarbeiten kann (das ist dann der Fall, wenn sie unter Alarmbedingungen abgelegt wurden).

So oder so, das Becken wird unangenehm trüb. Noch blöder : Bei jeder ähnlichen Situation, die dazu kommt wird am Boden der alte Müll aufgewühlt. Das fühlt sich dann "trübe" an.

Eigentlich ist das leider keine "echte" Depression. Weil dieser Zustand sich eben wirklich depressiv anfühlt. Eine "echte" Depression im Sinne einer depressiven Episode ist eher wie eine Branddecke über den ganzen Müll mit einem Gefühl der Gefühllosigkeit, d.h. kein Zugang zu Gefühlen.

Bei ihnen ist besonders die Wut das Problem. Weil sich vermutlich aus dieser Sorte "Müll" mehrere Erlebnisse immer und immer wieder zusammengebackt haben.

Hier könnte man versuchen, im Rahmen einer Psychotherapie und / oder Medikamenten (auf der Basis von Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern) eine Lösung zu finden.

Wenn dieses Bildermodell ihnen naheliegt, wäre auch eine spezielle Therapieform sinnig, die diesen Schwimmbeckenroboter quasi wieder flott bekommt (siehe www.emoflex.de). Das wäre aber keine Standardtherapie der Psychotherapie, sondern quasi eine Eigenerfindung von einem Freund von mir. Klappt aber prima :-)