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webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
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webpsychiater ist jetzt online.

Hallo, ich brauche rat. ich bin recht sprachlos, geschockt

Kundenfrage

Hallo,
ich brauche rat. ich bin recht sprachlos, geschockt und weiß nicht weiter. seit ca. 11 monaten läuft so gut wie gar nichts sexuelles in meiner beziehung. er sagte mir er sei impotent - es würde mit mir nichts zu tun haben. durch einen dummen zufall fand ich nun heraus das er in diesen 11 monaten sehr wohl sex hatte mit einer anderen. ich sprach ihn darauf an und er sagte mir ja es sei passiert aber könne es nicht rückgängig machen, er wisse er verhalten sich falsch, aber er kann mit mir nicht, es ginge nicht. hätte aber mit mir nichts zu tun. er wüßte auch nicht was los sei , was er will, das ich geh will er wohl irgendwie nicht aber wenn ich gehen würde müsse er es akezeptieren. ich bin wie vor den kopf geschlagen. ich weíß nicht wie ich damit umgehen soll.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag !

Ich glaube, jede Frau oder jeder Mann in ihrer Situation wäre genauso konfus und geschockt. Sie schildern ja eindringlich, dass nun ihre Gefühle und auch ihr Handeln in einem Alarmzustand sind.

Ein "richtiges" Umgehen mit dieser Situation wird es kaum geben. Einfach, weil SIE massiv hintergangen und verletzt worden sind und nur sehr sehr wenig Einfluss ausüben können. Sie müssen sich hilflos fühlen.

Leider heisst das erstmal, dass sie eine schwere Anpassungsanforderung an diese katastrophale Situation üben müssen. Da sind Worte oder Relativierungen ("das haben andere Frauen oder Männer auch schon erlebt") natürlich wenig hilfreich. Dennoch möchte ich ihnen empfehlen, zunächst alles zu tun, damit sie raus aus der Alarmierung und blinden Aktionismus kommen.

Hier könnte ggf eine medikamentöse Unterstützung oder auch vorrübergehende Krankschreibung vom Hausarzt eine Option sein. Ein Kurzurlaub oder zumindest Abstand von der Situation wäre gut.

Reden mit Freundinnen oder Familienangehörigen wird dagegen derzeit eher schmerzen und weniger ändern.

Es wird leider eine ganze Zeit so sein, dass ihre Gefühle Amok laufen und entweder alle möglichen und unmöglichen Gefühle gleichzeitig da sind (Wut, Enttäuschung, Selbstanklagen, Minderwertigkeitsgefühle, Fassungslosigkeit) und ein Pendeln zwischen Extremen (Nicht-Wahrhaben des Erlebten bis hin zum sofortigen Wiedererleben). Das muss man letztlich aushalten.

Weniger hilfreich ist hier blindes Agieren. Sie werden ihn weder mit Verführung noch mit Drohungen oder so erreichen. Dazu sind sie derzeit zu aufgewühlt und damit auch irgendwie ständig "angreifbar" durch Worte, Blicke etc. Sie können da doch gar nicht "attraktiv" oder gar locker sein. Sie müssen gegen eine "Andere" da immer den Kürzeren ziehen.

Das wird sich aber ändern, wenn in diese "Beziehung" sowas wie Alltag eintritt. Dann wird ihr Partner erkennen, was er an IHNEN hat und bei der Anderen fehlt. Oder sie können sich in der Zwischenzeit etwas abgeklärter von der aktuellen Verletzung überlegen, ob sie mit einem solchen Mann überhaupt sowas wie eine Partnerschaft aufbauen können und wollen.

Leider gibt es keinen guten Ratschlag, wie man diese schwere Phase schmerz- oder tränenfrei übersteht oder wie man den Partner nun überzeugt.

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