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drwbischof
drwbischof, Dr.med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 379
Erfahrung:  Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
51941891
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drwbischof ist jetzt online.

Guten Morgen, leider sind sie per Telefon nicht zu erreichen,

Kundenfrage

Guten Morgen,

leider sind sie per Telefon nicht zu erreichen, deswegen wende ich mich per Email an sie. Ich benötige für meinen Sohn Julian, 10 Jahre alt, dringend Hilfe. Seit einiger Zeit hat er richtige Verstimmungen, er sagt immer wieder, er hat das Gefühl, dass er nur weinen muss. Der Höhepunkt oder Tiefpunkt war gestern Abend, als er voller Verzweifelung sagte, er weiss gar nicht warum er überhaupt geboren ist. Er wünschte sich er würde nicht leben.
Seine Aussage kommt nicht von ungefähr. Mein Mann und ich haben uns getrennt - vor 2 Jahren. Dazu kommt, dass wir in den USA gelebt haben, wo Julian auch geboren ist, und auch vor 2 Jahren nach Deutschland gezogen sind (Salzgitter).
Seine schulische Leistungen sind sehr gut und hat Empfehlung zum Gymnasium, aber sein Selbstwertgefühl ist gleich Null!

Ich mache mir große Sorgen und fühle mich hilflos, da er auch nicht darüber reden möchte. Er zermartert sich mit negativen Gedanken.

Vielen Dank.

Kerstin Roth
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag,

ihre Beschreibung entspricht am ehesten einer offensichtlich auch schon schwereren depressiven Anpassungsstörung. Das bedeutet, dass es einem Menschen nicht gelingt, sich auf größere Veränderungen im Leben einzustellen, also eine Anpassungsleistung an veränderte Bedingungen zu vollbringen.
Der Verlust einer wichtigen Bezugsperson oder auch eine wesentliche Veränderung des Lebensumfelds können für einen 10-Jährigen sicher eine große Herausforderung darstellen.

Wenn so eine Phase auftritt, würde ich zunächst einmal viel mit meinem Kind über die Situation, Ängste, Befürchtungen, Gedanken usw. ... sprechen. Erklären sie ihrem Kind auch, dass es ganz normal sein kann, wenn man mal traurig ist und einem zum weinen zumute ist, gerade wenn man einen wichtigen Menschen vermisst. Wenn möglich, ist natürlich auch der regelmäßige und zuverlässige Kontakt zum Vater ein wichtiger stabilisierender Faktor.

Sollte die Problematik aber länger als 2 Wochen durchgängig bestehen, ohne dass sich eine Veränderung in Richtung Stimmungsaufhellung abzeichnet, würde ich entweder beim Kinderarzt, Kinder-und Jugendlichen-Psychiater oder Kinder-und Jugendlichen Psychotherapeuten ein Beratungssgespräch vereinbaren. Bei längeren Wartezeiten könnte auch eine Beratungstelle für Familien, Kinder und Jugendliche ein kurzfristiger Ansprechpartner sein.

Bei schweren anhaltenden depressiven Verstimmungen ist eine professionelle Betreung wichtig. Auch für sie wird es wichtig sein, die Hintergünde zu verstehen und Hilfestellung im Umgang mit dem Problem zu erhalten.

Grundsätzlich ist die Prognose sehr günstig. Ich bin optimistisch, dass sie beiden einen guten Weg finden können und ihr Sohn diese Phase auch gut überstehen wird.

Verändert von drwbischof am 29.01.2011 um 11:53 Uhr EST