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webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
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webpsychiater ist jetzt online.

Hallo, mein neffe 21 Jahre hat die 11. Klasse wiederholt, dann

Kundenfrage

Hallo, mein neffe 21 Jahre hat die 11. Klasse wiederholt, dann die Schule geschmissen, obwohl er sher interlligent ist, insgesamt ien sehr ruhiger, eher ein schütterner junger Mann. Er hängt jetzt nur rum, er weiss nicht was er machen will: Lehre etc. Lässt niemánden an sich heran, auch seinen Bruder (19J.) mit dem er zusammen wohnt nicht. Seine Mutter ist ins Allgäu gezogen mit der jüngeren Tochter, die beiden Söhne wohnen in Seeheim in einer eigenen Wohnung, der Vater finanziert den Unterhalt. Wir machen uns grosse Sorgen, wissen nicht wie wir an ihn heran kommen bzw. was wir für ihn tun können. Er ist sehr abgemagert und man kann sich nicht mit ihm unterhalten lt. Aussage seines Bruders und Freund meiner Schwester, der in zufällig gestern zu hause angetroffen hat. Sollte er in Therapie? Welche kommt in Frage, wie bekommt ihn als Volljährigen dazu? Wie können wir ihn unterstützen wieder auf die richtige Schienen zu kommen?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag !

Was bedeutet "man kann nicht mit ihm sprechen" ? Lehnt er es ab oder ist er verwirrt oder unter Drogeneinfluss ?

Ehrlich gesagt sehe ich ziemlich schwarz für Hilfe. Er ist über 18 und damit kein "Fall" für die Jugendhilfe. Er hat keinerlei Tagesstrukturierung und wird sich noch nicht einmal um Essen oder sonstige Dinge kümmern. Hier gäbe es sicher ambulante Betreuungsangebote des sog. Sozialpsychiatrischen Netzes vor Ort. Dies könnte man ggf. über den Sozialpsychiatrischen Dienst am Gesundheitsamt klären bzw. sich bei einem Hausarzt oder Psychiater beraten lassen.

So liegt aber ja erstmal keine psychiatrische Erkrankung vor, sondern salopp ausgedrückt "Null Bock". Hier sollte man überlegen, ob eine finanzielle Unterstützung bei gleichzeitig fehlender Strukturvorgabe zielführend ist. Wenn er für seinen Lebensunterhalt selber aufkommen müsste bzw. Hartz-IV / ARGE- pflichtig wäre, dann müsste er zumindest ansatzweise Verantwortung übernehmen.

Wieso sollte er sich verändern und sich Pflichten und Verantwortung stellen, wenn es auch so geht ?

Eine Therapie macht nur Sinn, wenn ER ein Ziel hat bzw. dem Therapeuten einen Behandlungsauftrag geben kann bzw. ein Anliegen hat. Das es für die Familie und Freunde fürchterlich mit anzusehen ist, ist klar. Aber man wird es so nicht ändern können, solange er noch quasi in seinem Vermeidungs- und Rückzugsverhalten finanziell unterstützt wird.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Darf ich wissen welche Fachl. Qualifikation Sie haben? Die Antworten sind mir zu oberflächlich für einen Experten. Es gibt sicherlich öfters solche Fälle. Dass er mit Ü18 nur mit Eigeninitive in eine Behandlung gehen kann ist schon klar. Dir Frage ist wie können wir ihn dazu bringen im Guten ohne Druck sich helfen zu lassen. Die fin. Mittel abstellen würde ihn Meines Erachtens noch mehr in den Rückzug bringen, da er sich unverstanden fühlen wird. Wie können wir eine Basis zu ihm bekommen, die ihn ermöglicht sich zu öffnen? nicht reden meint: er redet wirr, ob Drogen eine Thema sind ist nicht bekannt, Kiffen evtl..
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ich arbeite seit ca 10 Jahren mit Erwachsenen mit ADHS und Selbstorganisationsproblemen, so wie dieser junge Mann auch hat. Nach dem Medizinstudium habe ich u.a. 8 Jahre Psychosomatik und dann 5 Jahre Akutpsychiatrie (u.a. Unipsychiatrie Mainz) neben einer Verhaltenstherapieausbildung gemacht. Mehrere Jahre habe ich in einer Psychiatrie eben genau diese Personengruppe betreut (dann aber eben meistens mit Psychosen oder ADHS)

Wie solllte denn bitte ein "Experte" diesen jungen Mann zur Änderung bewegen können, wenn er selber keinen Leidensdruck hat. Wenn er wirklich "wirr" redet, müsst man eine Psychose aus dem Formenkreis der Schizophrenie ausschliessen oder andere Ursachen wie beispielsweise Cannabismissbrauch. Das Problem dabei ist, dass ein aufsuchender psychiatrischer Dienst am Gesundheitsamt nur dann aktiv wird, wenn eine GANZ AKUTE Eigen- oder Fremdgefährdung besteht.

Ich kann ja ihre Enttäuschung verstehen, kann aber ja auch nichts an der Versorgungsrealität ändern. Für diesen Jungen hätte man vor dem 18. Lebensjahr über Jugendhilfemaßnahme und Pädagogik was machen müssen.

Wenn es eine Person gibt, die positiven Einflus auf ihn hat, sollte die ihn motivieren. Aber auch dann : Es gibt so ja keine psychiatrische Erkrankung, die da als Behandlung vorliegt. Sondern ein Mangel an Struktur und Aufgaben. Hier könnte man ggf. versuchen, über ein Berufsförderungswerk (BFW) eine Berufsfindung vorzunehmen.

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