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webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
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webpsychiater ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, mein Sohn ( 19 Jahre, 2. Aisbildungsjahr

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und >Herren,
mein Sohn ( 19 Jahre, 2. Aisbildungsjahr Garten und Lamdschaftsbau ) ist jetzt die 2. Woche krankgeschreben. Er hatte sich in den letzten Monaten stark verändert. Ging mir aus dem Weg, war viel unterwegs, sprach wenig, hat stark an Gewicht verloren, machte einen andauernden traurigen Eindruck. Sein Zimmer hat er total vernachlässigt, er ist sehr antriebslos und freudlos geworden. Am vergangen Sonntag kam es zu einem Gespräch, ich war sehr hartnäckig und habe nicht zugelassen, dass er mir aus dem Weg geht. Hat er mir mitgeteilt, dass er keine Freude mahr am Leben hat und wenn er Auto fährt das Bedürfnis hat, das Auto in Richtung eines Baumes zu lenken. Meine Befürchtung hat sich bestätigt!! Wir vereinbarten am kommenden Morgen Kontakt mit unserem Hausarzt aufzunehmen um gemeinsam mit ihm zu bereden, wie wir ihm helfen können. Damit war mein Sohn einverstanden. Wir haben Absprachen gestroffen, die er auch einhielt: Z. B. bescheid zu sagen, wenn er später kommt, den Arzttermin wahrzunehmen usw. Er ist in die Sprechstunde gefahren, ohne mich, er wollte zuerst mit dem Arzt alleine sprechen. Dieser verschrieb ihm ein Medilament ( Citalopram ) verschrieben und mit meinem Sohn vereinbart, sich 1 mal wöchtentl. zu treffen. Zu Hause angekommen hat er mir berichtet, was er mit dem Hausarzt besprochen hat. Er weint viel, kann den Grund seines Unwohlseins auch benennen, ein Vorgesetzter an der Arbeit macht ihm das Leben schwer, kann uns will aber seinem Chef noch nichts sagen. Meine Frage ist nun, was kann ich zu Hause tun, um ihn zu entlasten, wie lange ist eine Krankschreibung notwendig ( er hat am 11. Januar Zwischenprüfung und Angst nicht fit zu sein ). Ich für meine Person sage, er braucht die Zeit um sich zu erholen, klare Gedanken fassen zu können, einen Plan erstellen zu können. Welche zusätzlichen Hilfen kann man ihm anbieten?
Für eine Antwort und Tips wäre ich Ihnen sehr Dankbar
Mit freundlichen Grüßen
C. Strucken
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag !

Ich finde die Schilderung schon sehr besorgniserregend. Gerade die Selbstmordgedanken im Zusammenhang mit der Ausbildung sehe ich als Warnzeichen !

Hier sollte wirklich überlegt werden, ob zu dem sehr guten Antidepressivum Citalopram eine Gesprächstherapie bzw. Begleitung in psychiatrischer Sicht in einer Tagesklinik oder ggf. auch vollstationär erfolgen müsste. Gerade in der Anfangsphase einer Antidepressivabehandlung besteht ein erhöhtes Selbstmordrisiko, weil sich die Depression noch nicht löst, aber der Antrieb wieder gesteigert wird !

Zunächst würde ich tatsächlich eine Krankschreibung für sinnvoll erachten bzw. eine Verschiebung der Zwischenprüfung. Wie lange dies erforderlich ist, kann ich schwer abschätzen, aber ich würde den Druck komplett rausnehmen. Eine Zwischenprüfung kann man auch in 6 Monaten oder einem Jahr nachholen.

Hierzu sollten ihr Sohn oder sie mit dem Ausbildungsbeauftragten der zuständigen Handwerksinnung Kontakt aufnehmen. Da kann man schauen, ob man an der Situation im Ausbildungsbetrieb was ändern kann bzw. ggf. sogar einen Ausbildungsplatzwechsel erörtern.

Zu Hause eine Entlastung zu erreichen ist wirklich schwierig. Einfach, weil ein depressiver Mensch sich kaum öffnen wird und sich aber auf der anderen Seite kontrolliert und schuldig fühlt. Hilfreich wäre eine geregelte Tagesstruktur und sog. positive Aktivitäten. Schauen sie mal auf www.deprexis.de . Dort finden sie eine Art Selbsthilfe-Therapieprogramm für depressive Menschen.