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iveschaaf
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Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2012
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Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr, vielen Dank f r Ihre

Kundenfrage

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr, vielen Dank XXXXX XXXXX Bereitschaft am Sonntag um 22:25.
Zu meiner Frage: Unser zweieiigen, männlichen Zwillinge sind 3 Jahre und 3 Monate. Auf dem Land aufgewachsen sind sie gesund, muskulös und agil. Wir haben keinen Fernseher. Bewegtbild gibt es dosiert per DVD und Video. (Dient zur Hintergrundinfo). Das eigentliche Problem ist das Verhältnis von mir und meiner Frau zu meinem Vater. Dieser will zwar die Kinder sehen und an ihnen teilhaben aber in einer von ihm bestimmten "Dosis". Ihm als 70-Jährigen (der dreimal die Woche ins Fitnessstudio geht) ist halt nur begrenzte "Belastung" zuzumuten. Meiner Frau und mir "vorgeworfen" wird, dass wir trotz vielfältiger Alternativen unseren Wohnsitz 45 Autominuten von Magdeburg entfernt gewählt und ihm sozusagen die Möglichkeit der "fußläufigen" und regelmäßigen Kontaktpflege zu seinen Enkeln entzogen haben. Er weigert sich, für ein regelmäßiges Projekt (Musik, Sport ...) zu uns nach Hause oder in unsere Gegend zu kommen. Sein Kompromissvorschlag besteht darin, ihm lediglich einen der beiden Zwillinge nach Hause zu bringen. Dann kann er sich mit diesen wechselseitig beschäftigen und sein "Gebot der Dosis" bleibt gewahrt. Ich habe mit diesem Ultimatum insoweit ein Problem, dass mein Vater darüber Macht ausübt und außerdem der ganze Organisations- und logistische Aufwand bei meiner Frau und mir hängen bleibt. Meine Frau ist selbständige Schneidermeisterin, ich in leitender Position. Die ersten drei Lebensjahre unserer Zwillinge haben wir fast allein bewerkstelligt und kaum Unterstützung erfahren. Trotz alledem bin ich kompromissbereit und daher meine Frage: Wann ist es zweckmäßig und sinnvoll, Zwillinge zu trennen und ihnen diese Erfahrung, die sie ohnehin machen werden, erstmalig und danach regelmäßig zu verschaffen? Die Leiterin der Kita meinte, die Kinder sein in allen Belangen gut unterwegs, allerdings würde man es ihnen anmerken, wenn mal einer (i.d.R. krankheitsbedingt) nicht anwesend wäre. Dann sei der Zurückgelassene stiller.
PS: Was das Verhältnis zwischen meinem Vater und mir anbelangt sehe ich persönlich die Ursachen (nicht erst seit der Lektüre von "Du bist ich") u.a. in der frühkindlichen Entwicklung meines Vaters. Als Flüchtlingskind aus Ostpreußen (Jahrgang 1940) wurde er als Einzelkind nur von Frauen (Mutter, Tante, Oma) (ver)erzogen. Der Vater fiel kriegsbedingt als Bezugsperson aus und kam erst als sein Sohn sieben war aus der Gefangenschaft zurück. Mein Vater war auch die ersten zwei Jahren meines Lebens im Auslandsstudium. Ich glaube, da ist über zwei Generationen richtig was aus dem Ruder gelaufen. Ich käme nie auf die Idee, mich gegenüber meinen Söhnen so zu verhalten. Vielen Dank XXXXX XXXXX Mühe. Torsten Prusseit
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  iveschaaf hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Prusseit,

vorausschicken möchte ich, dass Ihre Schilderung sehr um Objektivität bemüht ist.

Ich finde es bewunderswert, dass Sie sich den Kopf darüber zerbrechen, was für Ihren Vater das Richtige ist und dass Sie und Ihre Frau bereit sind, dafür zurückzustecken, dass Sie sich stundenlang den Kopf zerbrechen, sich um eine neutrale/fachkompetente Einschätzung Dritter bemühen und auch Ihren Kindern im Zweifelsfall eine vertretbare Belastung abverlangen würden und all das nur, weil Ihr Vater seine Belastbarkeit so definiert, wie es ihm gefällt, obwohl das objektiv nicht nachvollziehbar ist.

Ehrlich gesagt, ich finde das falsch. Sie haben eine Familie, die aus Ihrer Frau und Ihren Kinder besteht. Ihr Vater darf daran teilhaben, aber er darf Ihnen nicht mehr reinreden. Die Zeiten, in denen Ihr Vater Ihnen die Spielregeln diktiert hat, sind vorbei. Sie sind jetzt in der Position, in der die Regeln aufgestellt werden. Zusammen mit Ihrer Frau. Zum Schutze Ihrer Kinder und wenn er möchte, zum Wohle Ihres Vaters.

Ich hoffe, Sie entschuldigen, dass ich das so klar sage.

Jetzt zu Ihrer eigentlichen Frage: Natürlich können Sie die Jungs mal für ein paar Stunden trennen. Sie werden ruhiger sein, weil es ungewohnt ist, aber sie kennen das ja im Prinzig schon und wenn bisher alles normal gelaufen ist, werden sie nicht daran zweifeln, dass nach paar Stunden alles wieder so ist, wie sie es kennen. Und sollten sie wider Erwarten noch nicht so weit sein oder es einfach nicht gut finden, allein beim Opa zu sein, dann werden Sie das rasch feststallen, da bin ich mir ganz sicher. Sie können also Opas Wunsch nachgeben. Aber bitte nur, wenn SIE und IHRE FRAU das wirklich wollen.


Dr. Schaaf
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