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Verhaltenstherapeut
Verhaltenstherapeut, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Arzt und Psychotherapeut
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Verhaltenstherapeut ist jetzt online.

Hallo,mein Name ist Gabriele Graupe und ich bin 51 Jahre. Meine

Kundenfrage

Hallo,mein Name ist Gabriele Graupe und ich bin 51 Jahre. Meine Mutter hatte vor 3 Jahren mit 75 Jahren einen super schweren Schlaganfall.Sie ist seitdem rechtsseitig galähmt und kann nicht sprechen. Wir mussten sie damals nach der Reha in ein Heim geben. Da war sie auch 1 Jahr. Wir haben meine Mutter dann zu uns nach Hause geholt. Mit der Hilfe von einem Pflegedienst, der 3 mal am Tag kam, hat es ganz gut geklappt.Die Zeit dazwischen haben mein Vater und ich alles gut hinbekommen. Seit dieser Zeit bekommt sie auch regelmäßige Unterstützung von Therapeuten. Logo. Krangeng, Ergo. Ging soweit auch alles gut. Bis zu dem Tag als meine Mutter vor ungefähr 9 Wochen ins Krhs musste. Dort stellten die Ärtzte eine Blutvergiftung, Blasenentzündung, Lungenentzündung und noch andere Dinge fest. Man sagte uns, dass sie vielleicht sterben würde. Essen fing sie auch an zu verweigern.Der Zustand verbesserter sich aber dann doch glücklicherweise. Meine Mutter wurde dann entlassen .Sie war immer noch sehr schwach und wir hätten, selbst mit dem Pflegedienst ( der immer nur bis 20 Uhr kam) es nicht geschafft sie aus dem Bett zu bekommen. Ich bin selber noch berufstätig, habe es aber die letzten 2 Jahre geschafft Familie und Beruf trotzdem unter einen Hut zubekommen.Wir haben sie wieder ins Heim gebracht und da komm ich nicht mit klar.Ich habe das Gefühl meine Mutter abgeschoben zu haben. Ihr Zustand hat sich aber nicht gebessert. So wie es mal war bevor sie ins Krhs gekommen ist, ist es heute nicht mehr. Ich kann, in dem Zustand in dem meine Mutter heute ist, nicht mehr so für sie sorgen, wie ich es gerne möchte. Mein Vater kann mich nicht mehr unterstützen, weil er heute selber hilfebedüftig ist. Er ist 81. Meiner Seele geht es überhaupt nicht gut. Freue mich über eine Antwort Viele Grüße G.Graupe
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  Verhaltenstherapeut hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Tag !

Wenn die eigenen Eltern oder andere nahe Angehörige auf eine solche Art und Weise akut pflegebedürftig werden, erfordert das nicht nur eine Umstellung im Leben sondern vor allem eine psychische Anpassungsleistung. Die Vernunft sollte da sicher sagen : Zu Hause geht das einfach nicht, wir haben es versucht. Aber es würde nicht möglich sein, ohne körperlich daran kaputt zu gehen. Das würde meine Mutter nicht wollen.

Aber : Emotional sieht das eben völlig anders aus . Da ist einerseits die psychische Anpassungsleistung bzw. Trauerarbeit, die mit dem Ereignis selber zu tun hat. Bei einer solch schweren Erkrankunng hat man über Wochen gar nicht die Zeit, sich auf psychischer Ebene mit dieser Veränderung zu beschäftigen, darüber zu trauern. Das Leben muss ja weiter gehen und gerade jetzt viel organisiert werden, man muss vielleicht noch dem Vater zur Seite stehen, etc.
Aber da sind dann auch Gefühle der Angst, der Wut, der Hilflosigkeit. Warum passiert das bei uns ? Warum wird mir meine Lebensfreiheit so geraubt, weil meine Mutter pfegebedürftig wird ? Wie soll ich mich entscheiden?
Das sind alles berechtigte Fragen, die aber keine rationale Antwort haben. In dieser Phase bräuchte man Entlastung, statt Anforderungen. Es ist völlig normal, dass es dann zu depressiven Reaktionen kommen kann. Das ist eine Mischung aus Trauer und eben anderen Gefühlen, die noch nicht sortiert werden konnten.
Zudem spielt die Mutter-Kind-Beziehung grundsätzlich mit rein. Durch so ein Ereignis werden eben auch sehr frühe Gefühle (und vielleicht nicht erfüllte Erwartungen) an die Mutter re-aktiviert. Was auch zu Problemen führen kann, die aber eher auf unbewusster Ebene ablaufen.

Fazit : Depressive Reaktionen in dieser Phase sind relativ normal und man kann und muss mit professioneller Hilfe (und ggf. auch zeitweiliger medikamentöser Unterstützung) lernen, wieder zurück in sein altes Leben zurück zu finden. Wieder soziale Kontakte pflegen, sich um sich selber kümmern (ggf. Abgrenzen gegen Schuldvorwürfe oder Schuldgefühle), Hobbies aufnehmen und eben wieder sein eigenes Leben leben - obwohl es der Mutter schlecht geht.

Keine einfache Aufgabe. Hier können ggf. Selbsthilfegruppen oder eben Psychotherapeuten sie hilfreich unterstützen. Seinen Weg muss man aber meist doch auch allein finden, da es hier keine allgemeingülte Geschwindigkeit und Wege gibt.