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drwbischof
drwbischof, Dr.med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 379
Erfahrung:  Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
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drwbischof ist jetzt online.

Ich lebe nun seit sechs Jahren mit einer anhaltenden Depression

Kundenfrage

Ich lebe nun seit sechs Jahren mit einer anhaltenden Depression und verschieden schweren oder mittleren Episoden (laut meines Arztes), ich nehme Paroxetin tagsüber und abends Wein oder Opipramol. Ich komme soweit ganz gut zurecht (im Gegensatz zu früher), aber es ist kein Leben im Richtigen. Ich war schon in klinischer Behandlung, dort wurde eine endogene Depression festgestellt. Ich arbeite ein- bis zwei mal pro Woche in einer Gaststättte, bin von Hause aus Journalistin.
Gibt es neue Antidepressiva oder neue Therapien, gerade für Endogene? Ich bin nun 48 und möchte gerne wissen, ob es noch eine Chance gibt oder nur noch das erlösende Ennde?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 6 Jahren.

Guten Tag,

 

selbstverständlich existieren zahlreiche Alternativen zu ihrer jetzigen Behandlung. Paroxetin ist ein gutes Antidepressivum, wirkt aber eben auch nicht immer in jedem Fall optimal. Das gilt im Übrigen für alle Psychopharmaka. Man muss mitunter etwas Geduld haben, um eine gute Kombination zu finden.

 

Bei einer endogenen Depression wird immer empfohlen neben dem Antidepressivum auch ein sogenanntes Phasenprophylaktikum (am bekanntesten Lithium und Lamotrigin) zu geben. Dies sind Medikamente, die das Wiederauftreten von Depressionen verhindern sollen. Ab der 3 . Episode wird dieses Vorgehen angeraten.

 

Bei sehr hartnäckigen Depressionen können auch verschiedene Antidepressiva mit unterschiedlichem Wirkprinzip miteinander kombiniert werden. Auch einige Neuroleptika (Seroquel und Zyprexa) können die Wirkung eines Antidepressivums unterstützen.

 

Übrigens Alkohol führt zur Entleerung der Serotoninspeicher im Gehirn, wodurch zwar ein kurzfristiges Wohlbefinden allerdings mit anschließender Depressionsverstärkung ausgelöst wird. Also bitte "mit Vorsicht genießen".

 

Neben der Medikation sollte m.E. auch bei jeder anhaltenden Depression eine Psychotherapie versucht werden, denn reine endogene Depressionen sind doch eher selten, meist gibt es doch Strategien im Alltagsleben, die zumindest zu einer Stabilisierung beitragen können.

 

Hier noch einige Namen von modernen Antidepressiva, die in Frage kämen: Venlafaxin, Mirtazapin, Elontril, Valdoxan, Cymbalta, Cipralex usw. ....

 

Bei Kombinationen kämen die genannten Präparate ebenfalls in Frage wobei Valdoxan oder Mirtazapin am Abend (schlafanstoßend) und eines der anderen am Morgen gegeben werden könnten, ggf. ergänzt um die Phasenprophylaxe. Die Einstellung sollte durch einen erfahrenen Psychiater vorgenommen werden.

 

Mit freundlichen Grüßen, Dr. Bischof



Verändert von drwbischof am 25.10.2010 um 16:01 Uhr EST

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