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drwbischof
drwbischof, Dr.med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 379
Erfahrung:  Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
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drwbischof ist jetzt online.

Guten morgen ich wei mir nicht mehr zu helfen mein vater hatte

Kundenfrage

Guten morgen ich weiß mir nicht mehr zu helfen mein vater hatte 2 schlaganfälle und ich wollte díhn nicht ins pflegeheim geben doch ich weiß nicht weiter er schreit die ganze nacht so da wir nicht zur ruhe kommen ihm wurde <dominal forte verschrieben doch er hat wieder die ganze nacht geschriehen was kann ich tun
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 6 Jahren.

Guten Morgen,

 

das ist eine schwierige aber häufige Problematik bei älteren Menschen nach Schlaganfällen oder bei Demenz. In der Regel kann das Problem der nächtlichen Unruhe beherrscht werden. Es dauert häufig ein wenig bis man das richtige Medikament oder die richtige Kombination gefunden hat.

 

Dominal ist ein gutes Medikament mit dem ich auch gerne arbeite. Dosis bis 80 mg. Sollte das nicht helfen gibt es weitere Möglichkeiten.

 

Ich persönlich arbeite gerne mit Ciatyl Z Tropfen. Dieses Präparat hat den Vorteil, dass man es wirklich tropfenweise dosieren kann. In der Regel gebe ich 5 Tropfen am Abend und erhöhe oder senke die Dosis tropfenweise je nach Wirkung.

 

Es gibt noch eine Vielzahl anderer Möglichkeiten wie niedrig dosiert Haloperidol oder Risperidon (bis 3 mg, Risperdal wird ja schon gegeben) , Pipamperon und Melperon, auch ein schlafanstoßendes Antidepressivum wie Mirtazapin kann hilfreich sein. Da spielt natürlich auch der Erfahrungshintergrund und persönliche Vorlieben des behandelnden Arztes eine Rolle. Die von mir genannten Medikamente sind bekannt und werden meist auch vom Hausarzt verordnet.

 

Gelegentlich zeigen auch mildere Präparate wie Circadin (Melatonin = Schlafhormon) eine gute Wirkung. Melatonin stabilisiert den Tag-Nacht-Rhythmus, häufig schlafen die Betroffnen ja tagsüber, was natürlich nicht sinnvoll ist.

 

Sprechen sie ihren Hausarzt oder Psychiater bzgl. Umstellung oder Doisissteigerung an. Meistens kann man das Problem klären.

 

Es ist aber auch eine große und herausfordernde Aufgabe, die sie sich vorgenommen haben. Achten sie auf ihre Kräfte und ihr Befinden. Wenn sie den Eindruck haben, mit den Kräften am Ende zu sein, benötigen sie Unterstützug.

 

Ambulante Pflege, Tagespflege, Kurzzeitpflege oder eben auch stationäre Pflege in einem Heim. Eine weitere Hilfsmöglichkeit wäre die medikamentöse Einstellung auf einer gerontopsychiatrischen Station in einer psychiatrischen Klinik. Aufenthalt meist ca. 2 Wochen.

 

Diese Entscheidung fällt natürlich immer schwer, aber die Aufgabe muss bewältigbar bleiben, ohne dass man selbst irgendwann krank wird.

 

Ihnen Alles Gute, Dr. W. Bischof



Verändert von drwbischof am 21.10.2010 um 07:59 Uhr EST