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drwbischof
drwbischof, Dr.med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 379
Erfahrung:  Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
51941891
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drwbischof ist jetzt online.

Guten Abend ich bin ratlos im Umgang mit meiner 70 j hrigen

Kundenfrage

Guten Abend
ich bin ratlos im Umgang mit meiner 70 jährigen Mutter.
Sie ist Körperlich gesund aber Ihr Verhalten ist auffällig und schwer auszuhalten.
Sie spricht ununterbrochen, kommentiert Ihre Handlungen, spricht jegliche Gedankengänge die sie hat aus,spricht sehr schlecht über Mitmenschen und erfindet
negative Geschichten über diese.
Mann kann sich kaum mit Ihr unterhalten ohne das sie den Versuch macht zu lästern.
Sie ruft bei Bekannten von Familienmitgliedern an um diese zu denunzieren.
Sie ist voller Hass und Agressionen.
Auch wechseln Ihre stimmungen sehr schnell liebevoll zu sehr agressiv um ein beispiel zu geben.
Sie kann sich nicht beherrschen.
Ich bin erschüttert über diese Entwicklung.
Wenn man mit Ihr über diese Dinge spricht und Ihr aufzeigt das sie leicht die Fassung verliert und sehr negativ ist, sucht sie immer die ursache bei uns und nicht bei Ihr.
Unsere Empfehlung zu einem Artzt /Neurologen zu gehen versteht sie trotz einfühlsamer Art unsererseits immer als Provokation und reagiert sehr agressiv.
Bitte geben sie m ir doch einen Ratschlag wie ich es schaffen könnte Ihr zu helfen.
Wir alle sind traurig über diese Entwicklung denn wir verlieren allmählich unsere Mutter.
Besten Dank
s.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 6 Jahren.

Guten Morgen,

 

sie beschreiben vermutlich eine typische hirnorganisch bedingte Verhaltensstörung. Wahrscheinlich handelt es sich entweder um eine sogenannte hirnorganische Wesensänderung oder aber um eine beginnende Demenz. Bei den negativen Geschichten könnte es sich ggf. schon um eine Wahnsymptomatik handeln. Die betroffenen Menschen sind dabei vollkommen von ihren negativen Bewertungen und Vorstellungen überzeugt.

 

Es wäre ausgesprochen wichtig, eine Diagnostik einzuleiten, um dann eine adäquate Therapie einleiten zu können. Zur Verfügung stehen sogenannte Antidementiva (stoppen und verzögern den Krankheitsverlauf einer Demenz, z.B. Aricept, Axura ...), und eine Kombinationsbehandlung aus Andidepressiva (am besten SSRI, z.B. Citalopram) und niedrig dosierter Neuroleptikagabe (z.B. Risperidon). Die letztere Kombination bessert die Stimmung, führt zu einer postiveren Haltung und reduziert aggressive Verhaltensweisen und Wahn.

 

Unter Umständen könnte eine solche Medikation bereits vom Hausarzt eingeleitet werden. Dieser wäre vielleicht auch bereit, einen Hausbesuch zu machen, damit überhaupt ein Kontakt zustande kommt. Er kann mittels einfacher Tests (Minimental oder Demtect) schon Hinweise auf eine dementielle Entwicklung finden.

 

Es ist wichtig, dass sie ihrer Mutter mit Nachdruck eine ärztliche Behandlung nahelegen. Sie dürfen dabei auch sauer werden und ihr mit aller Deutlichkeit klar machen, dass davon auch ihre weitere Unterstützungsbereitschaft abhängt. Sollte meine Einschätzung stimmen, kann ihre Mutter die Verantwortung für ihre Gesundheit nur noch bedingt oder garnicht mehr übernehmen.

 

Sollte sich überhaupt keine Einsicht oder Kooperationsbereitsschaft von Seiten ihrer Mutter zeigen und die Situation weiterhin so schwierig bleiben, gäbe es als letzte Möglichkeit eine gesetzliche Betreuung (je nach Bundesland Notariat oder Amtsgericht) anzuregen. Ihre Mutter würde dann psychiatrisch begutachtet werden, auch gegen ihren Willen, falls eine entsprechende Diagnose gestellt würde, könnte ein Betreuer (das könnten sie selbst oder ein sogenannter Berufsbetreuer übernehmen) z.B. für den Bereich Gesundheitsfürsorge bestellt werden. Dieser hätte dann die Möglichkeit, eine Unterbringung zur Diagnostik und Behandlung in einer psychiatrischen Klinik zu beantragen.

 

Über diese Möglichkeit kann man sich in der Regel bei den Betreuungsbehörden in den Landratsämtern beraten lassen.

 

Mit freundlichen Grüßen, Dr. Bischof

drwbischof und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank XXXXX XXXXX Einschätzung.
Ich werde mich nun mit der Kreisverwaltung /Betreuungsabteilung in Verbindung setzen.
Der Hausarzt ist leider im Urlaub und einen Arztbesuch lehnt sie ab.
Ich hoffe nun das ist die richtige Entscheidung!

Beste Grüße
Sven G.

0157 713 66675
Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 6 Jahren.

Gut, ich hoffe, das hilft ihnen und ihrer Mutter weiter,

 

Mit freundlichen Grüßen, Dr. W. Bischof

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