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Verhaltenstherapeut
Verhaltenstherapeut, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Arzt und Psychotherapeut
28345046
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Verhaltenstherapeut ist jetzt online.

Guten Abend liebes Expertenteam, ich wei nicht mehr weiter,

Beantwortete Frage:

Guten Abend liebes Expertenteam,

ich weiß nicht mehr weiter, daher bitte ich um Hilfe auf diesem Wege. Ich leide derzeit unter extremen Zwangsgedanken-/handlungen und zwar muss ich mir immer meine Haare im Zopf zurechtrücken, weil ich immer dieses unangenehme Ziehen (obwohl Zopf locker ist) am Kopf spüre-bei jedem Schritt, den ich tue. Offen kann ich sie nicht tragen, da mich die Haarbewegungen verrückt machen (spüre jeden Wirbel usw). Kann sein, dass das daher kommt,da ich eh´schon seit Kindheit sehr unglücklich mit den Haaren bin (dünn,wenig) bin, mich also schon immer stark damit beschäftigt habe und das nie richtig therapiert wurde. Irgendwie ist vor ca 6-7 Wochen (durch Stress, Haarausfallschub...) dieser Zwang entstanden,weshalb ich 3 Wochen krankgeschrieben bin (da unkonzentriert arbeite, steifen Nacken durch ständiges Konzentrieren auf Haare/Kopfhaltung)

Mir geht es jetzt um einen Expertenrat bzgl der Medikation (Verhaltenstherapie beginnt erst im Nov). Mein Psychiater verschrieb mir Venlafaxin (in 1.Woche 75, danach - bis jetzt- 150mg ), weil der Wirkstoff bei einer früheren Depression/Angst half (er kennt mich aber erst seitKurzem, dh wir hatten nicht viele Gespräche bisher). Seit 1 Woche Abends Mirtazapin 15mg zum Schlafen. Ich weiss,dass diesen Zwangsgedanken eine Depression voraus gehen kann, was hier vielleicht auch so war (kann mich erinnern,dass davor Angstgedanken vor Tod,Sterben hatte,was bei mir auch ein Thema ist,das ich behandeln muss). Derzeit ist aber dieses unangenehme Gefühl am Kopf vorherrschend. Er wiederum meint, dass mein Haarproblem mit der Depression zusammenhängt, ich meine Probleme (Lösungsversuche) an den Haaren festmache und dass das mit der Zeit (er meint vielleicht mit längerer Mirtazapin-Einnahme und der Verhaltenstherapie) besser wird.

Ich habe viel recherchiert und denke, dass vielleicht die Medikation nicht stimmt bzw andere besser helfen würden, daher

1. Wäre ein trizyklischen Antidepressiva (z.B Clomipramin) hier angebrachter?

2. Wäre ein SSRI (z.B. Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin, Sertralin, Citalopram und Escitalopram) hier angebrachter ?

3. Was genau ist der Unterschied zwischen dem SSRI und meinem SNRI Venlafaxin? Ich weiss, das hat was mit Noradrenalin zu tun, mehr weiss ich nicht, aber ist das antriebssteigender als ein SSRI?

4. Wie kann ich meinem Psychiater einen evtl Medikamentenwechsel "vorschlagen"? Er ist eh schon genervt, weil ich so häufig wg Nebenwirkungen etc nachfrage aber schließlich bin ich es ja, die leidet und die Medikamente zu mir nehme. Ich suche mir sowieso einen anderen,aber kurzfristig muss ich noch bei ihm bleiben.

5. Sollte das Medikament gewechselt werden, lässt man dann das neue parallel mit Venlafaxin und Mirtazapin laufen und letztere ausschleichen? Oder letztere komplett absetzen?

Vielen Dank XXXXX XXXXX für Ihre Hilfe,

Anne
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  Verhaltenstherapeut hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Tag !

So ganz ist mir die diagnostische Zuordnung noch unklar. Es koennte sich auch um eine Koerperdysmorphe Storung handeln. Oder eher um eine ich-strukturelle Problematik im Sinne eines gestoerten Selbst-Ich bei unzureichend entwickelter Persoenlichkeitsstruktur.

Wichtig bei den Medikamenten waere, sie ausreichend hoch und ausreichend lange zu dosieren. Staendiger Wechsel ist da Mist. Mirtazapin in 15 mg bring ausser als Schlafmittel gar nichts.

Zu den Fragen.
1. Clomipramin kann in der Tat hilfreich sein. Heute geht man aber sowohl bei Koerperdysmorphen Stoerungen wie auch bei Zwaengen doch eher auf SSRI ueber
2. Vermutlich wuerde ich tatsaechlich eher hochdosiert mit SSRI arbeiten. Sertralin bis 200 mg oder Fluvoxamin oder auch Cipralex.
3. Venlafaxin hat einfach ueber den Noradrenergen Angriffspunkt zwei Zuegel, die wirken koennen. Dafuer wirkt jeder fuer sich nicht so gut, wie bei den reinen SSRI oder Selektiven Noradreanlin-Wiederaufnahme-Hemmern. Trevilor kann bei Depressionen gut wirken, wenn man hoch dosiert bis 225 oder 300 mg geht. Aber dann treten auch heftige Nebenwirkungen auf, besonders beim Absetzen.
4. Staendige Medikamentenwechsel sind schlecht. Sie sollten hochdosiert ueber 6 Wochen eine Medikation austesten , wenn sie sie vertragen. Erst dann wechseln. Aber erst muss die Diagnostik stimmen. GGf. waere hier auch einmal eine Beurteilung durch eine Uniambulanz angesagt als Zweitmeinung.
5. Die derzeitige Strategie ist ja das Venlafaxin. Das wuerde ich bis maximal 300 mg steigern und fuer 3 weitere Wochen dann so nehmen. Ggf. Mirtazapin abends bis 45 mg (obwohl das keine so tolle Kombination ist). Ein Wechsel auf ein SSRI ist dann problemlos moeglich und wird ueberlappend gemacht.

Dies sollten sie aber mit dem behandelnden Psychiater besprechen, online darf und kann man das nur begrenzt beurteilen.
Verhaltenstherapeut und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.