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Verhaltenstherapeut
Verhaltenstherapeut, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Arzt und Psychotherapeut
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Verhaltenstherapeut ist jetzt online.

Hallo! Meine Freundin, mit der ich seit Anfang 2001 zusammen

Kundenfrage

Hallo! Meine Freundin, mit der ich seit Anfang 2001 zusammen bin, ist vor ca. zwei Monaten wegen Depressionen in die Psychatrie in Euskirchen eingewiesen worden. Grund ist "ihrer Meinung nach" die "völlige Überlastung" durch ihren Job als Zahntechnikerin - vor ihrer Umschulung 2008 war sie ca. 15 Jahre als Sozialpädagogin tätig, hat den Beruf aber aufgegeben, da sie erkannte, dass sie es inzwischen hasste, sich für andere Menschen (von denen sie nichts erhielt als neue Aufträge durch ihre Arbeitgeber) einzusetzen. Sie sagt selbst, dass sie mit ihrer Wochenend-Freizeit zuhause nichts mit sich anfangen kann, zudem ist ihre neue Nachbarin ein alter, zänkischer Kotzbrocken. Ach ja, sie hasst jede Art von Sexualität und ich lebe seit 9 Jahren ohne Sex. Sie ritzt sich an den Armen, wenn sie spürt, mit ihren Problemen nicht klarzukommen, teilweise machen mir ihre Autoaggressionen echte Angst. Ich weiss nicht, wie ich konstruktiv für sie da sein kann, ich selbst bin Musiker und VHS-Dozent. Hilfe, ich weiss mit ihr nicht weiter...
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  Verhaltenstherapeut hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Abend !

Sie beiden verbindet eine besondere Beziehung, die sich eher auf Verantwortung als auf Liebe bzw. Sexualität gründet.

Vermutlich wissen sie längst, dass ihre Freundin keine "Depression" hat. Damit würde man nicht über 2 Monate in einer Psychiatrie sein oder wegen Überlastung seinen Job nicht schaffen (o.k, Ausnahmen bestätigen die Regel).

Die Art der Beziehungsgestaltung, ihr Verantwortungsgefühl aber auch das Selbstverletzende Verhalten und Probleme im zwischenmenschlichen Bereich sprechen eher für eine traumatische Vorgeschichte, vermutlich aber für eine Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen Merkmalen (Borderline).

Selbstverletzendes Verhalten ist dann einerseits eine Art Druckentlastung, manchmal aber auch Selbstbestrafung. Sicher aber eben auch ein Zeichen dafür, nicht konstruktiv mit eigenen Emotionen umgehen zu können.

Nach Abklingen der akuten Suizidalität ist häufig eine chronische Suizidalität festzustellen. In der Therapie geht es dann darum, dass Selbstschädigende Verhalten abzubauen, später dann konstruktivere Umgangsformen für die emotionalen Belastungen bzw. Problemlöseskills zu lernen (das nennt man dann Skil-Training, z.b. im Rahmen der DBT nach Linehan).

Ihre Freundin gehört in eine Spezialklinik, wahrscheinlich mit mehreren Aufenthalten von jeweils 8 - 12 Wochen. Sehr gute Erfahrungen habe ich selber als Therapeut in der Medizinisch-Psychosomatischen Klinik Bad Bramstedt (Chefarzt Dr. Armbrust) gemacht.

Gute Besserung für Ihre Freundin und ihnen viel Kraft für die schwere Zeit !