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Verhaltenstherapeut
Verhaltenstherapeut, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Arzt und Psychotherapeut
28345046
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Verhaltenstherapeut ist jetzt online.

Guten Tag, im letzten Jahr wurde bei unserem 10 j hrigen Sohn

Kundenfrage

Guten Tag,
im letzten Jahr wurde bei unserem 10 jährigen Sohn durch eine Kinderärztin ADHS diagnostiziert. Er durchlief dort allerhand Therapien. Seit diesem Jahr läuft die Medikamenteneinstellung, doch ohne dauerhaften Erfolg.
Anfänglich konnte er sich mit Medikinet retard 25 plus 10 mg Medikinet besser steuern, doch das wurde nach einigen Wochen zunehmend schlechter.
Zwischendrin nahm er Concerta, auch keinen bessere Erfolg.Dies schleppte sich jetzt hin bis September. Zu allen anfänglichen Schwierigkeiten wie Konzentrationsproblemen, Hyperaktivität und Verhaltensauffälligkeiten gesellten sich nun Antriebslosigkeit und depressiver Verstimmung. Viel häugfiger ist er jetzt in seiner eigenen Welt versunken und nimmt um sich herum wenig wahr. Er ist nicht mehr das aufgeweckte und interessierte Kind, eher gereizt und dauerhaft ernergielos. Nur wenn er rumtoben oder versunken in seiner Welt kämpfen kann, dann wirkt er fröhlich und aufgeladen.
Da ich selber vor einigen Jahren depressiv erkrankt war weiß ich, das mir eine kleine Dosis Antidepressivum sehr gut dabei half meine Aufgaben zu erledigen und dabei noch positiv gestimmt zu sein. Außerdem war es in meinem Kopf viel klarer, ich schlief sehr ruhig und war am Morgen ausgeschlafener und ernergievoller.
Ich habe geselen, das es Kinder gibt, bei denen ein Antidepressivum besser anschlägt als MPH. Die Ärtin wollte nicht so recht, denn Sie sieht die Problematik viel eher in einer dysfunktionalen Familiendynamik, falschen Interaktiven und natürlich meiner eigenen depressiven Verstimmung. Ich solle mir mein Kind doch lieber zwei mal am Tag schön sehen und dann wirken auch die Medikamente wie sie sollen.
Wieder und wieder erklärten wir, doch Sie hört einfach nicht zu. Mir scheint Sie ist eher überfordert damit, und hätte es lieber wenn wir keine Einwände vorbringen und einfach nur zufrieden sein könnten. Bei jedem wöchentlichen Rücksprachetermin wieder nur Vorwürfe, Ignoranz und Gereiztheit. Mittlerweile bin ich auch gereizt, kriege arge Kopfschmerzen wenn der nächste Termin bevorsteht. Ich versuche alles auffindbare über ADHS und Medikation in mich aufzusaugen um vorbereitet zu sein. Ja, auch bei mir haben sich die Symptome auf eine Depression verstärkt. Diese Hilflosigkeit kann einen schon krank machen. Wenn es meinem Sohn mit Medikamenten besser geht, dann freue ich mich - doch wenn nicht, weshalb sollte ich ihn damit vollpumpen?Nun kam Strattera in Kombination mit MPH. Die ersten vier Tage fühlte er sich sehr entspannt, konnte viel besser schlafen, sich relativ gut konzentrieren, doch gegen Mittag kam die Müdigkeit und danach war er wier aufgezogen. Strattera auf 18mg erhöht plus 10MPH plus 5MPH damit er Mittags nicht einschläft. Er fühlte sich zunehmend schlechter, wirkte erst abwesend und depressiv, danach wirbelte er umher und konnte sich auf nichts konzentrieren. Strattera erhöht auf 25mg ohne MPH haute ihn dann aus den Schuhen. Zur anfänglichen Übelkeit kamen Müdigkeit, totale Ermattung,zeitweise absolute Abwesenheit, gegen abend frustriert aufgedreht.
Ich setzte das Medikament ab, da mein Sohn mich darum bat und er wirklich schlecht aussah. Beim Termin wieder dasselbe Spiel.
Nun folgte Risperidon - Actavis, 0,25mg am Morgen. Von Anbeginn wehrte ich mich gegen dieses Mittel, weil er doch von Hause aus gar nicht agressiv sei. Sie hätte dies mkit einem OA abgesprochen, das paßt schon. Natürlich wurde er etwas ruhiger gestellt, fährt nicht mehr bei jeder Kleinigkeit aus der Haut, hat seinen Frust besser unter Kontrolle. Doch alle anderen Symptome sind vertsärkt.
Noch mal sprach ich mit ihr darüber, das doch die Problematik nicht in seiner Agressivität liegt, doch Ignoranz. Jetzt habe ich es abgesetzt, unterstellt mir nun ich hätte doch gesagt das Kind sei agressiv.
Jetzt ist er bis Montag ohne, dann nächster Termin. Ich könnte verzweifeln, weiß weder ein noch aus. Wir haben jetzt eine Familienkur beantragt inh der Hoffnung auf eine vernünftige Einstellung, Verständnis und eine begleitende Psychotherapie. Doch bis dahin können Wochen vergehen, was soll ich tun ? Bitte geben Sie mir Ratschläge, damit ich mich mit all dem nicht so hilflos alleine fühlen muss.
Vielen Dank vorab !
N.K.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  Verhaltenstherapeut hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ich bin heute selber auf einem ADHS-Symposium, daher erhalten sie eine weitere Antwort vielleicht erst Sonntag

meine Gedanken : MPH oder Strattera ist prima, aber häufig nehmen die Kids dann ihre Welt innen und aussen besonders wahr. Morgen halte ich genau darüber in Porta Westfalica einen Vortrag. Die Kinder sammeln ja jede Menge emotionale Narben, die Kinder mit ADHS nicht so leicht abschütteln. Sie gehorchen eher Traumaregeln als einer typischen Depression. Antidepressiva schön und gut. Aber mit dem Verändern bzw. einer Rumprobiereritis erreicht man wenig.

Was hilft :

Elterntraining nach Cordula Neuhaus (unter Berücksichtigung der Selbstbetroffenheit der Eltern)
Entlastung über Jugendhilfe
ggf. eigene Behandlung
Emoflex (schauen sie mal unter www.emoflex.de und dort unter Fühlen in Bildern).

Mehr gerne auf Nachfrage

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