So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Verhaltensthera...
Verhaltenstherapeut
Verhaltenstherapeut, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Arzt und Psychotherapeut
28345046
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Psychiatrie hier ein
Verhaltenstherapeut ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich frage nicht f r mich, sondern

Beantwortete Frage:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich frage nicht für mich, sondern es geht um meine 20-jährige Tochter, die seit etwa zwei Jahren unter psychiatrisch festgestellter Depression leidet, gegenwärtig eine Dauermedikamentierung erhält und seit Februar dieses Jahres einmal wöchentlich an einer Therapiesitzung teilnimmt.

Sie ist stark antriebslos, allerdings nach gegenwärtigem Eindruck nicht mehr suizidgefährdet, und im Gefolge der Therapie auf einem Weg der Besserung.

Nach eigener Einschätzung geht diese Besserung aber nur sehr, sehr langsam vonstatten. Ich mache mir Sorgen, dass meine Tochter vielleicht erst in zwei, drei, vielleicht vier Jahren auf diese Weise wieder Fuss im Alltagsleben fassen kann. Dann ist sie bald 25 Jahre alt, hat keine abgeschlossene Schulausbildung und eine Biographie, die es ihr weiterhin im Leben schwer machen wird.

Ich frage mich: Ist das der richtige Weg? Würde es ihr nicht eher helfen, wenn sie vielleicht für mehrere Monate herausgelöst wird aus ihrem Alltagstrott von Fernsehen, Internet, Therapie und Nichtstun? Wäre es nicht vielleicht sinnvoller, ihr nicht nur Medikamente und eine Therapie, sondern auch wieder einen geregelten Tagesablauf vorzugeben, an dem sie sich erst fremdgesteuert beteiligen muss, dann aber mehr und mehr die Eigenkontrolle übernimmt?

Abgesehen von der Tatsache, dass tatsächlich im Verlauf der letzten Monate eine Stabilisierung ihrer Persönlichkeit festzustellen ist, sehe ich keinen greifbaren Fortschritt in ihrer Teilnahme am sog. "tätigen" Leben.

Von Ihnen erhoffe ich mir eine fundiertere Einschätzung dieser Situation, als ich sie zu leisten im Stande bin.

Mit freundlichen Grüssen
Michael Greiner
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  Verhaltenstherapeut hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Abend !

Bei der Schilderung eines so "langen" Verlaufs einer Depression bekomme ich irgendwie immer Bauchschmerzen. Eine klassische "schwere Depression" bzw. Major Depression ist ja in aller Regel eine Episode, die mehr als 14 Tage, selten aber länger als vielleicht 4 Monate dauert. Und mit oder ohne Therapie wieder aufhört. Dann gibt es noch eine "leichtere", aber chronisch verlaufende Form, die sog. Dysthymie. Hier wäre erstmal zu klären, was eigentlich unter der Diagnose "Depression" gemeint ist.

Bei ihrer Tochter scheint aber eher ein Problem der Anpassung an die Anforderungen im Sinne einer chronischen "Lebensunfähigkeit" zu bestehen, oder ? Ihr fehlt nicht so sehr eine Behandlung, als vielmehr eine Struktur. Es wäre jetzt müssig zu spekulieren, ob sie nun eine Depression, ADHS, eine Persönlichkeitsstörung, ein Drogenprobleme oder einfach Null-Bock hat. Ich verstehe aber nicht, wie ein so junges Mädchen über JAHRE aus allen Anforderungsbezügen raus sein kann. Natürlich wird sie da verdammt schwer wieder in sowas wie Leben rein kommen. Ich arbeite selber in einer Reha-Klinik mit jungen Erwachsenen (mit ADHS). Gerade wenn man so ohne Perspektive ist, müsste eine gezielte Rehabiliation für Psychisch Kranke erfolgen. Ein Beispiel für einen Ansatz wäre hier eine sog. RPK-Maßnahme . Hier könnte sie wieder lernen, Tagesstrukturierung bzw Übernahme von Verantwortung für sich und eine Ausbildung anzunehmen.

Ich würde als Eltern nicht hinnehmen, wenn meine Tochter so lange versumpft. Hier würde ich zumindest eine 2. Meinung eines Psychiaters (ggf. auch einer Institutsambulanz bzw. einer Universitätsklinik) einholen und mir genau erklären lassen, warum denn die "Depression" so hartnäckig nicht verschwinden sollte.
Verhaltenstherapeut und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.