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Verhaltenstherapeut
Verhaltenstherapeut, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Arzt und Psychotherapeut
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Verhaltenstherapeut ist jetzt online.

Meine Frau weist alle Anzeichen einer histrionischen Pers nlichkeitsst rung

Kundenfrage

Meine Frau weist alle Anzeichen einer histrionischen Persönlichkeitsstörung auf. So weit ich mich bisher informiert habe, sind die Chancen einer Therapierbarkeit äußerst gering.
Was kann man als Angehöriger tun, außer der Trennung/Scheidung?

mfg

Hasso1
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  Verhaltenstherapeut hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag !

Bei allem Respekt für ihre diagnostischen Fähigkeiten, so würde ich doch allein schon aufgrund des Vorliegens einer Suchterkrankung anzweifeln, dass nun eine histrionische Persönlichkeitsstörung das Hauptproblem ist. Selbst wenn sie mit ihrer Mutmassung Recht haben, so scheint doch derzeit die Sucht die vorherrschende Grundproblematik zu sein.

Es wäre übrigens keinesfalls so, dass nun eine histrionische oder sonstige Persönlichkeitsstörung nicht oder schlecht therapierbar wäre. Nur sind eben 9 Wochen Therapie kaum der Rede wert. Hier wäre sicher eine längerfristige Entwöhnungstherapie erforderlich.

Für Sie als Angehöriger geht es um die Frage oder Problematik der Co-Abhängigkeit bzw. auch des Abgrenzens oder Zusammenhalten. Da gibt es ja entsprechende Angehörigengruppen für Suchtpatienten und ihre Familien. Dies wäre aus meiner Sicht der erste Anlaufpunkt.
Verhaltenstherapeut und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Experte,

die Suchtproblematik ist tatsächlich nicht das Hauptproblem (ich gehe seit Monaten zur Angehörigen-Selbsthilfegruppe Al Anon). Bereits ihr Vater, also mein Schwiegervater, war Alkoholiker. Keiner von der gemütlichen Sorte, sondern ein gewalttätiger Choleriker. Und der Onkel ist pädophil. Inwieweit sich Gewalt-/Mißbrauchserfahrungen der Kindheit und Jugend auf das (fehlende!) Selbstwertgefühl meiner Frau auswirken, kann ich nur ahnen, da sie nie über ihre Kindheit/Jugend spricht.

Und der Aufenthalt bzw. die Einweisung zur stationären Behandlung in der psychosomatischen Fachklinik wurde von der Hausärztin veranlasst mit Diagnose F 32.2. Die Depression ist jedoch nur die Folgeerkrankung, nach erfolgter Trennung und dem Zusammenbruch der bisherigen Familien - Fassade/Scheinwelt ist die Histrionikerin am Ende. Dazu kommt eben noch, dass ich kein Geheimnis aus unseren Problemen gemacht habe und wir in einem kleinen Dorf lebten, wo sie aufgewachsen war (also quasi jedermann sie kennt). Sie stammt, vorsichtig ausgedrückt, eher aus der sozialen Unterschicht. Die Ehe mit mir war eben ihr sozialer Aufstieg; und diese Lebensgeschichte endet jetzt.
Für mich symptomatisch ist, dass sie ihre Therapeuten in der Klinik belogen und getäuscht hat- die Suchtproblematik z.B. komplett verschwiegen.
Experte:  Verhaltenstherapeut hat geantwortet vor 6 Jahren.
Wieso sollte es dann aber eine histrionische Persönlichkeitsstörung sein ?????

Mir fallen tausend andere bessere Erklärungen ein. Beispielsweise traumatisierende bzw. wenig haltgebende Lebenserfahrungen in der frühen Kindheit (sog. ich-strukturelle Störungen) , mangelnde Fähigkeiten zur emotionalen Selbstregulation, brüchige Bindungserfahrungen über Generationen.

Natürlich ist es fragwürdig, eine solche Patientin mit der Diagnose Depression in eine Klinik zu schicken. Aber es ist doch kaum möglich, die Vorbefunde der langjährigen Sucht zu verheimlichen. Zudem wird doch eigentlich heute in jeder Psychosomatik dann etwas genauer nach Persönlichkeitsstörungen / Traumata geschaut.

Nur : Eigentlich verstehe ich ihr Anliegen nicht. Brauchen sie eine "Diagnose" als Rechtfertigung vor sich selbst für die Trennung ? Es ist ja völlig o.K. wenn sie sagen : Ich kann und will nicht mehr. Klare Verhältnisse schaffen. Aber bleiben sie bitte emotional bei sich.

Hypothesen über die Krankheit ihrer Frau oder Beweggründe für Verheimlichung, Verdrängung , Abspaltung sind einfach wenig hilfreich, wohl aber ein Anlass für eine störungsspezifische Behandlung z.b. bei einer Therapeutin mit Erfahrungen für ich-strukturelle Störungen (Persönlichkeitsstörungen) und Sucht. Ggf. im Rahmen einer längerfristigen stationären Rehabiliation.

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