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Verhaltenstherapeut
Verhaltenstherapeut, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Arzt und Psychotherapeut
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Verhaltenstherapeut ist jetzt online.

Guten Abend! Ich habe heute erfahren, dass sich meine Tochter

Kundenfrage

Guten Abend!

Ich habe heute erfahren, dass sich meine Tochter (11 Jahre) selbst verletzt. Sie schneidet sich die Arme auf. Das hat vor einiger Zeit schon einmal getan, aber nach einem längeren Gespräch mit mir wieder sein lassen. Sie lebt bei ihrer Mutter und ich als Vater sehe sie jedes Wochenende. Ich denke leider, dass ich diese Problematik mit Gesprächen nicht selbst klären kann. Haben Sie einen Rat für mich?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  Verhaltenstherapeut hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Abend !

Selbstverletzendes Verhalten in Form von Ritzen bzw. Schneiden ist in diesem Alter unbedingt ein Warnsignal. So unverständlich es sein mag, ihre Tochter versucht eine innere Spannung bzw. Schmerz damit zu beseitigen (wenn es nicht rein demonstrativ um Aufmerksamkeit geht, was ich aber nicht glaube).

Sie nimmt vermutlich Spannungen um sich herum wahr, die sie aber nicht angemessen verarbeiten kann. Das erzeugt einen inneren Druck, den sie am ehesten in den Ritzungen abbauen kann. Nur erzeugt dies wiederum den Drang bzw. quasi ein Sucht nach erneuten Selbstverletzungen.

Es ist zwar nur eine Spekulation, aber naheliegend : Vermutlich hält sie die Trennung der Eltern nicht aus bzw. reagiert extrem auf Spannungen zwischen ihnen und ihrer Exfrau. Gespräche klären das nicht.

Sie benötigt eine Kinderpsychotherapie, die es vermutlich aber so schnell kaum geben wird. Wo wohnt ihre Tochter denn ?

Verhaltenstherapeut und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Meine Tocher wohnt in Schlottwitz, 3 km von der Uhrenstadt Glashütte entfernt. Warum meinen Sie, dass es sobald keine Therapie geben wird? Weil diese noch nicht angeboten wird oder diese schwer zu erlangen ist?? Die Trennung ist bereits 10 Jahre her, allerdings hat die Mutter bereits ein neues Kind von einem Mann und erwartet nun Zwillinge von einem Anderen. Umzug und private Querelen mit Bekannten und "Freunden" kommen hinzu. Sie versucht, in für sie schwierigen Zeiten, unsere Tochter als ihre Freundlin zu vereinnahmen und sobald die umstände wieder halbwegs "normal" laufen, erfährt unsere Tochter keine Zuwendung mehr. Ich kann das leider mit der kurzen Zeit am Wochenende nicht kompensieren, sondern nur versuchen, ihr ein guter Vater und Freund zu sein. Leider kann ich mit ihrer Mutter nicht über dieses Thema sprechen, da sie für solche Dinge kein Ohr hat und mich und unsere Tochter quasi auslacht und nicht ernst nimmt. Ich würde gern den Weg der Therapie wählen, um eine umfassende Lösung herbeizuführen.
Experte:  Verhaltenstherapeut hat geantwortet vor 7 Jahren.
Ich kenne die Versorgungssituation in der Region nicht. Bei uns in Niedersachsen wäre eine Wartezeit von 6-20 Monaten auf einen Therapieplatz normal. Völlig indiskutabel für eine solche Problematik. Wenn man dann überhaupt eine einigermassen qualifizierte Therapie für Kinder und Jugendliche findet.

Eine weitere Option wäre es, sich an eine Beratungsstelle bzw. das Jugendamt zu wenden. Das schreckt erstmal ab, aber ihre Tochter benötigt eine "aussenstehende" emotional belastbare Vertrauensperson. Sie muss lernen, Gefühle anders als in Schnitte (oder vielleicht später Essstörungen) in Worte, Bilder etc. auszudrücken und mit Stress umzugehen.

Ein Freund von mir entwickelt ein Verfahren zum Übersetzen von Gefühlen in Bildern und anschliessender Verarbeitung über Augenbewegungen (www.emoflex.de). Das gefällt mir sehr gut, weil Kinder es auch allein anwenden könnten, wenn sie es kennenlernen. Und lernen könnten, sich besser gegen Spannungen von aussen in ihrem Umfeld abgrenzen zu können. Leider ist es aber eben überhaupt nicht allgemein verfügbar.

Es klingt wirklich nicht toll. Ihre Tochter kommt mit der Situation so sicher nicht klar und letztlich müsste man sogar überlegen, sie in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie "zu stecken". Allein schon, damit ein Schnitt gegen das Schneiden gesetzt wird, der eindringlich ist.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Vielen Dank für Ihre nützlichen Antworten. Ich werde wohl oder übel den Weg über das Jugendamt gehen müssen, aber mich zusätzlich um eine Therapie bemühen.

Wenn ich weitere Fragen habe, würde ich gern auf Sie zurückkommen.

Einen schönen Abend und freundliche Grüße!

Peter Höhnel
Experte:  Verhaltenstherapeut hat geantwortet vor 7 Jahren.
Gern geschehen und ALLES GUTE für ihre Tochter !