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Wolfgang Spitta
Wolfgang Spitta, Arzt für Psychiatrie
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 123
Erfahrung:  Systemisch - lösungsorientierte Therapie und Beratung, Systemaufstellungen, Supervision
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Wolfgang Spitta ist jetzt online.

Guten Abend, wir (Elternpaar, 45 und 50 Jahre alt) machen

Kundenfrage

Guten Abend,
wir (Elternpaar, 45 und 50 Jahre alt) machen uns Sorgen wg. unseres 19jährigen Sohnes. Seine Schulleistungen (demnächst im 13. Jahrgang an einem allgemeinbildenden Gymnasium) sind teilweise im mangelhaften Bereich, was fast ausschließlich an seiner Arbeitshaltung liegt.
Das massive Problem ist seine nicht vorhandene mündliche Mitarbeit im Unterricht, und das schon seit seiner Grundschulzeit. Er war nie ein mitteilungsbedürftiges Kind und hat sich gerne hinter seinem nur anderthalb Jahre älterem Bruder versteckt. Sowohl sein älterer als auch sein 3 Jahre jüngerer Bruder haben diese Probleme nicht. Es ist uns wichtig zu erwähnen, dass er gerne und regelmäßig zur Schule geht. Gespräche mit Lehrkräften haben uns nicht weitergebracht, weil auch die Lehrer seine Passivität in der Schule nicht nachvollziehen können. Unserem Sohn ist das Problem durchaus bewusst, dennoch schafft er es nicht, etwas zu ändern, obwohl ihm daran gelegen wäre.
In Gruppenarbeiten kann er sich und die Inhalte gut präsentieren, wohl weil er den Gruppenzwang von seinen Mitschülern spürt.
Seit der fünften Klasse sind seine Leistungen kontinuierlich schwächer geworden und auch die Wiederholung der 12. Klasse hat keinen Erfolg gebracht, weil die mündliche Mitarbeit ausblieb.
Wir haben unserem Sohn empfohlen, die Schule zu verlassen und sich beruflich zu orientieren, aber er möchte unbedingt den 13. Jahrgang absolvieren. Zahlreiche Gespräche zwischen uns und unserem Sohn waren wenig fruchtbar, weil unser Sohn selbst nichts zur Gesprächsentwicklung beitragen konnte. Er zeigte sich einsichtig, aber hilflos.
Sein Privatleben besteht aus einem beständigen, guten Freundeskreis, der auch von ihm gepflegt wird und der ihm wichtig ist. Er treibt regelmäßig Sport (Fußball im Verein und Fitnesstraining), verbringt allerdings seine Zeit zuhause am liebsten vor seinem PC. Um sich neueste, technische Anschaffungen und den Unterhalt seines PKWs leisten zu können, jobbt er zuverlässig und regelmäßig in einem gastronomischen Betrieb. Auch in seinem Freundeskreis verhält er sich eher zurückhaltend und ruhig und überlässt den anderen gerne das Wort.
Seine Fußballkollegen fordern ihn oft auf, mehr Einsatz im Spiel zu zeigen. Er ist kein Kämpfer, aber er spielt sehr gerne.Wir sind ratlos und möchten unserem Sohn gerne helfen, zunächst einmal diese schulische Hürde zu überwinden.
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  Wolfgang Spitta hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Morgen,

was Sie schildern ist zunächst einmal keine krankhafte Störung. Das er einen beständigen Freundeskreis hat und zuverlässig jobbt sind deutliche Hinweise darauf.

Jetzt gibt es zwei mögliche Erklärungsmodelle:
1. Es ist eine Störung, die Ihr Sohn beseitigen kann. Da käme z.B. eine Kurztherapie in Frage, ein Selbsterfahrungsworkshop im Guppensetting o.ä.
2. Es ist einfach ein Persönlichkeitszug von Ihrem Sohn und gehört zu seinem So-Sein. Dann geht es darum, wie er sich darauf einstellt, dass er eben so ist.

In beiden Fällen liegt die Veantwortung aber zuerst mal bei ihm selber. Mit 19 kann er denken, reflektieren und entscheiden. Und wenn er bis zur 13. Klasse in der Schule gekommen ist, so ist er auch intelligent.

Es klingt so, als ob Sie in Ihrer (verständlichen) Sorge als Eltern etwas zu viel Verantwortung übernehmen. Weder PC-entzug, noch ein großzügiges Entlohnungssystem passen ja wirklich für einen jungen Erwachsenen.

Letztlich gibt es genug Alternativen für wortkarge, intelligente und fleissige Menschen. Die muss man aber möglicherweise länger suchen.

Herzliche Grüße

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