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Wolfgang Spitta
Wolfgang Spitta, Arzt für Psychiatrie
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 123
Erfahrung:  Systemisch - lösungsorientierte Therapie und Beratung, Systemaufstellungen, Supervision
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Wolfgang Spitta ist jetzt online.

Hallo, ich war in der Psychiatrie, in der PTBS, bipolare Erkrankung,

Kundenfrage

Hallo, ich war in der Psychiatrie, in der PTBS, bipolare Erkrankung, selbstverletzendes Verhalten und Suizidalität diagnostiziert. Ich bekam u.a. einen Stimmungsstabilisierer (Seroquel), von dem ich allerdings 8kg zugenommen habe. Ich hab das Medikament abgesetzt.
Da die Schwankungen wieder mehr geworden sind, suche ich nach einem Stimmungsstabilisierer, der nicht Gewichtszunahme als Nebenwirkung hat. Können Sie mir da bitte helfen, denn ich wohne auf einer Insel ohne Neurologen, und nochmal in die Klinik möchte ich nicht.
Erschwerend kommt noch dazu, daß ich MS habe. Dafür nehme ich Sirdalud, Lyrika, Mydocalm, Oxygesic, Vigil und Omep ein. Alle 3 Monate bekomme ich eine Chemotherapie (Mitoxantron). Das Antidepressivum, welches ich nehme, heißt Fluoxetin.
Wahrscheinlich passen manche Medisnicht zu meinen bisher eingesetzten. Deswegen brauche ich Hilfe.

Ich danke XXXXX XXXXX für Ihre Hilfe
Danny G.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  Wolfgang Spitta hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag,

Das Seroquel ist kein Antidepressivum, sondern ein Neuroleptikum, also ein Medikament gegen psychotische Symptome. Die können ja auch bei bipolaren Erkrankungen auftreten. Wenn Sie keine psychotischen Symptome haben, ist es richtig, das Medikament abzusetzen.

Leider haben fast alle antidepressiven Medikamente die Gewichtszunahme als Nebenwirkung. Das Fluoxetin als Antidepressivum hat bein den Nebenwirkungen auch innere Unruhe und Schlafstörungen. Gerade bei MS muss die Indikation für Fluoxetin sehr genau gestellt werden. Eventuell ist hier eine Dosisveränderung eine Möglichkeit die Schwankungen zu beeinflussen. Ich würde zunächst die Dosis für etwa zwei Wochen verringern und schauen, ob sich die Symptome ändern.
Alternativ könnte Opipramol (Insidon) eingesetzt werden.

Was bei dem von Ihnen geschilderten Bild für mich fehlt, ist der psychotherapeutische Teil Ihrer Behandlung. Alle Ihre Symptome und auch die MS haben wahrscheinlich einen Zusammenhang. Nur medikamentös zu behandeln ist zu kurz gesprungen.

Herzliche Grüße auf die Insel
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo,

das Seroquel habe ich als Stimmungsstabilisierer gegen die bipolare Depression bekommen. Wegen der MS und den ganzen anderen Medikamenten, die ich nehmen muß, taten sich die Ärzte in der Klinik schwer mir etwas geeignetes zu geben.

Ich will aber nicht dick sein. Seitdem ich das Seroquel nicht mehr nehme, werde ich wieder leichter.

 

Zur Psychotherapie gehe ich einmal in der Woche. Nach meiner nächsten Chemo nur noch 14-tägig. Außerdem kommt einmal in der Woche der sozial-psychiatrische Dienst zu mir.

 

Wenn ich das Fluoxetin reduziere, bekomme ich dann nicht wieder vermehrt Depressionen, sprich ich lande öfter im Tief als momentan ? Wenn ich aufgedreht bin, diese komischen manischen Episoden, mache ich so Sachen, wie ins Casino gehen und Geld verspielen. Ich fühle mich unschlagbar und kann alles gewinnen. Ich brauche also schon eine Bremse, aber gleichzeitig ein Medikament, welches mich vor Suizidgedanken schützt.

 

Vielen Dank für Ihre Antwort

Danny

Experte:  Wolfgang Spitta hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo,

wenn die Phasen sich so schnell abwechsen, dass es sozusagen keinen freien Zeitraum dazwischen gibt, müssten Sie wirklich eine Phasenprophylaxe nehmen.

Die passende Dosis zu finden ist aber nicht ein einmaliger Vorgang. Sie verändern sich doch im Leben, durch altern, durch Erfahrungen, durch Schiksal usw. Deshalb muss auch die Medikation immer mal wieder überprüft werden. Das wäre ja seltsam, wenn es dort jahrein jahraus alles gleich bleiben könnte. Medikamentöse Behandlung muss deshalb regelmässig überprüft und auch mal geändert werden.

Die Frage ist, ob Sie merken, wenn Sie wieder auf dem "aufsteigenden Ast" sind und dann rechtzeitig – auch medikamentös – gegenlenken können. Das würde in Ihrem Fall ein mögliches Therapieziel sein.

Und die Suizidgedanken kommne auch nicht von irgendwo. Da mehr zu verstehen, wann und warum sie kommen ist ein weiteres mögliches Therapieziel.

Und PTBS bedeutet, dass es sehr wahrscheinich ist, dass ein Zusammenhang zwischen einem Trauma und den verschiedenen Symptomen bei Ihnen gibt. Haben Sie schon mal mit eine System- und Familienaufstellung versucht, mehr darüber herauszufinden?

Herzliche Grüße

Verändert von Wolfgang Spitta am 12.07.2010 um 12:01 Uhr EST
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Guten Morgen Hr. Spitta,

 

vielen Dank für Ihre Antworten.

Meine Stimmungsumschwünge kommen leider häufig recht schnell. Ich bin immer noch im Training, um an die Skills zu denken. Manchmal werde ich quasi morgens wach und könnte die ganze Welt umarmen, oder eben ich muß mich verletzen. Wobei es häufiger mit den Tiefs so ist...

Sterben will ich schon seit meiner Kindheit. Ich würde mich nicht als akut suizidgefährdet beschreiben, sondern als chronisch. Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber leider bin ich so doof und hoffe immer noch, daß mein Leben auch mal "schön" wird. (Was mit MS wohl eher nicht mehr passieren kann...)

 

So eine Familienaufstellung habe ich noch nicht gemacht. Hab auch keine Familie. Sie werden es mir nicht glauben, aber ich war tatsächlich vor einem Jahr zum erstenmal in einer Psychiatrie. Bis dahin konnte ich ein Undercover-Leben führen. Keiner kennt mich.

 

Ich möchte Ihnen Ihr Honorar selbstverständlich überweisen. Bitte seien Sie mir nicht böse, wenn ich das erst in 2,5 Wochen machen kann. Hab für den Rest des Monats nur noch 80€.

 

Ich werde meine Hausärztin mal nach dem Opipramol fragen. Sie wird dann sicher meinen Neurologen, bei dem ich schon ewig nicht mehr war , fragen. Ich merke, daß es mir mit dem Seroquel besser ging, aber ich fühle mich nicht wohl, wenn ich dick bin.

 

Liebe Grüße

Danny

Experte:  Wolfgang Spitta hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo Danny,

ein Glück, dass Sie so "doof" sind, das Sie noch hoffen, dass Ihr Leben noch mal schön wird!

Mit dem Honorar ist das kein Problem. Ich bin nur auch so neu hier, dass ich nicht weiss, ob die Fragen irgendwo stehen bleiben, oder irgendwann gelöscht werden.
Das können Sie aber sicher über den Support klären.

Herzliche Grüße und alles Gute
Wolfgang Spitta

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