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PharmaPro
PharmaPro, Apotheker
Kategorie: Pharmazie
Zufriedene Kunden: 6
Erfahrung:  spez. Fortbildung im Bereich Diabetes / Zytostatika / Rechtliches
65853133
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Hallo, gibt es einen Apotheker, welcher mir einen Arzt mitteilen

Kundenfrage

Hallo, gibt es einen Apotheker, welcher mir einen Arzt mitteilen könnte der das Medikament mit Cannabis verordnet? Wie lautet die deutsche Bezeichnung für das Medikament? Es ist für meinen Mann welcher seit fast 2 Jahrzenten unter heftiger Migräne leidet und derzeit pro Woche ca. 4 - 5 x zu seinen Tryptophanen greifen muss. Wir sind im Großraum Stuttgart zuhause, würden aber auch weitere Anfahrten zu einem verordnenen Arzt/Ärztin in Kauf nehmen, da der Zustand so unhaltbar ist. Herzlichen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Angela Steinle [email protected]
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Pharmazie
Experte:  PharmaPro hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

 

Das in Deutschland auf dem Markt befindliche Sativex-Spray ist nur zur Behandlung von Spastiken (Krämpfen) bei Patienten mit Multibler Sklerose zugelassen, die auf andere Therapieoptionen nicht ansprechen.

Sie sehen aufgrund der eingeschränkten Verordnungsfähigkeit schon, dass dieses unter das Betäubungsmittelgesetz fallende Arzneimittel vom Gesetzgeber nur als "allerletzte" Wahl angesehen wird.

 

Es ist daher fraglich, ob ein Schmerztherapeut sich hierbei zu einem Off-Label-Use (Verschreibung für eine nicht zugelassene Indikation) hinreißen lässt. Zwar gibt es solche Möglichkeiten z.B. im Bereich der Krebstherapie, allerdings gibt es hierfür bereits Zulassungen im europäischen Ausland, die eine solche Verordnung rechtfertigen.

 

Wie ich Ihrem Schreiben entnehme, sind Sie mit der Migränebehandlung unzufrieden. Sollten Sie auf Ihrer Suche nach alternativen Behandlungen nun auf Cannabis gestoßen sein, möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dies in dem offensichtlich besonders schweren Fall Ihres Mannes, möglicherweise nicht die gewünschte Wirkung zeigt, die Sie sich vielleicht erhoffen.

Auch Cannabis wird die Anzahl der Migräneattacken nicht zwangsläufig verringern. Hier kann nur eine Reizverminderung (je nachdem, was bei Ihrem Mann auslösende Faktoren sich - Stress, Lärm, Licht usw.) langfristig für Besserung sorgen.

 

Sofern Ihr Mann mit den Triptanen die Attacken gut und schnell in den Griff bekommt, spricht hier nichts gegen eine regelmäßige Anwendung. Allerdings sollten hier Therapieoptionen mit dem Arzt (z.B. für "kleine" Attacken) besprochen werden.

 

Alternativ besteht vielleicht die Option an einer Zulassungsstudie einer Universitätsklink teilzunehmen. Mir ist allerdings nicht bekannt, ob oder wo dies möglich wäre.