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PharmaPro
PharmaPro, Apotheker
Kategorie: Pharmazie
Zufriedene Kunden: 6
Erfahrung:  spez. Fortbildung im Bereich Diabetes / Zytostatika / Rechtliches
65853133
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Welche/s Medikamente kann/können in kurzer Zeit die Alkoholkonzentration

Kundenfrage

Welche/s Medikamente kann/können in kurzer Zeit die Alkoholkonzentration im Blut um 0,1 - 0,2 Promille erhöhen und was behandeln es/sie?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Pharmazie
Experte:  PharmaPro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

von einem Mittel, dass den Blutalkoholspiegel selbst erhöht ist mir nichts bekannt. Alkohol wird zum einen in geringen Mengen unverändert über Urin und Atemluft wieder abgegeben, zum anderen übernimmt vor allem ein einziges Enzym den Abbau - die ADH (Alkoholdehydrogenase).
Diese wird meines Wissens nicht von anderen Arzneimitteln beeinflusst. Lediglich bei Alkoholikern, bei denen der Abbau zusätzlich auch maßgeblich über das Cytochrom CYP2E1 abgebaut wird, könnte durch Arzneimittel beeinträchtigt sein. Dadurch wird allerdings nur der Abbau verlangsamt - eine Erhöhung liegt damit nur indirekt vor.

Ich gehe davon aus, dass Ihre Frage sich auf straßenverkehrsrechtliche Aspekte bezieht, da der Blutalkoholspiegel vor allem hierfür relevant ist.
Hierzu wäre anzumerken, dass Arzneimittel als mögliche Ursache für einen "etwas höheren Wert" nicht verantwortlich gemacht werden können.
Allerdings ist es korrekt, das die Einnahme von Arzneimitteln und Alkohol die Fahrtüchtigkeit mehr beeinflussen können, als im Einzelfall.
Dies trifft vor allem auf starke Schmerzmittel und Psychopharmaka zu.
Die stärkere Beeinträchtigung ist allerdings darauf zurückzuführen, dass sowohl oben genannte Mittel als auch Alkohol am zentralen Nervensystem angreifen und sich dadurch ihre Wirkung verstärkt.

Sofern Sie ihre Frage aus oben genannten Gründen gestellt haben, rate ich Ihnen sich Rechtsbeistand zu suchen. Meines Wissens kann hier z.B. beim einer Ordnungswidrigkeit mit vorübergehendem Fahrverbot, dieses in eine andere "spürbare Strafe" (z.B. Geldstrafe) gewandelt werden, wenn der Verlust des Führerscheins z.B. den Verlust des Arbeitsplatzes bedeuten würde.
Bei strafrechtlicher Relevanz wird dies keinen Einfluss haben - ein Rechtsbeistand wäre hier jedoch in jedem Falle ratsam.

Sollte Ihr Interesse einen ganz anderen Hintergrund haben, bitte ich um mehr Informationen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

 

Sie haben schon richtig erkannt, dass es sich hierbei um eine straßenverkehrsrechtliche Frage handelt. Gerade mein Rechtsbeistand hat mir als einzige Möglichkeit empfohlen, den etwas höheren Alkoholspiegel (0,64 Promille) mit der Einnahme von Medikamenten zu begründen. Je nach Richter geht das Urteil eventuell für den Schuldigen aus oder kann gemildert werden.

 

Welche von Ihnen angesprochenen starken Schmerzmittel können den Alkoholspiegel i.V.m. Alkohol denn erhöhen? Hätten diese längere Zeit eingenommen werden oder reicht schon ein zeitnahe Einnahme während oder nach dem Genuss von Alkohol?

 

Danke für Ihre Hilfe

 

Viele Grüße

 

Alessio Pellerito

Experte:  PharmaPro hat geantwortet vor 5 Jahren.

Nach meinem Literaturstudium, wäre es durchaus denkbar, dass bereits das frei verkäufliche Aspirin(R) (Acetylsalicylsäure, ASS) eine solche Wirkung haben kann - generell sollte dieses auch für alle Arzneimittel diese Gruppe (NSAR - nichtsteroide Antirheumatika) zu denen auch Ibuprofen (Dolormin) u.a. zählen, gelten.

 

Die Einnahme von 2 Tabletten Aspirin mit 500mg ASS (nach dem Essen) kann bei akuten Kopfschmerzen als zweckmäßig angesehn werden und dürfte als glaubwürdige Erklärung für das von Ihnen beschriebene Phänomen angenommen werden.

Als Quelle für Ihren Rechtsbeistand sei hier auf:

http://tinyurl.com/83gnmxe (Seite 15 ganz oben) verwiesen.

 

Es sei allerdings nochmals darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um eine Verlangsamung des Alkoholabbaus handelt. Ein unnachgiebiger Richter wird hier argumentieren, dass Sie trotz allem mehr Alkohol konsumiert haben, als für das Führen eines KFZ zulässig gewesen wäre.

 

Ergänzend sei nochmal hinterfragt, ob bei Ihnen tatsächlich Blut abgenommen wurde, da die Werte dann meist in mmol/ml angegeben werden.

Bei einer Bestimmung des Blutalkoholspiegels über die Ausathemluft kämen weitere Möglichkeiten eines verfälschten Wertes in Betracht.

Dieser Wert wird häufig z.B. durch Menthol (in Kaugummi oder Bonbons) verfälscht und kann den Wert um weit mehr als 0,1-0,2%o erhöhen.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,

erstmal danke für die ehrliche Antwort.

Die Alkoholkonzentration ist mittels der Ausatemluft ermittelt worden. Und ich habe in der Tat noch ca. 15 Minuten davor ein Mentolkaugummi (Fishermans Friend) im Mund gehabt. Ich werde dies in der Verhandlung als Argument entgegensetzen.

Ich habe auch davor schon Mentholbonbons- und kaugummis im Mund gehabt. Ich hatte aber dann - wie oben gesagt - ca. 15 Minuten vor dem Pusten, das Kaugummi ausspucken müssen.

Kann dieser o.g. Ablauf (auch noch nach 15 Minuten) den Alkoholspiegel wirklich um 0,1 bzw. 0,2 Promille nach oben verfälschen.

Ich muss das genau wissen, weil laut meinem Anwalt der Richter höchstwahrscheinlich einen Sachverständiger hinzurufen wird.

Danke XXXXX XXXXXür die Hilfe

Viele Grüße

Alessio Pellerito

Experte:  PharmaPro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich gehe mal davon aus, dass mittels mobilem Atemtestgerät vor Ort gemessen wurde und Sie aufgrund eines erhöhten Wertes dann nochmals auf der Polizeidiensstelle "pusten" durften.

Die Messung vor Ort ist sehr anfällig, daher wäre der da gemessene Wert auch nicht rechtskräftig verwertbar.
Bei der Messung auf der Polizeidiensstelle wurde jedoch mit Sicherheit ein geeichtes Gerät verwendet. Sofern hierbei ein Messwert von 0,25 mg Alkohol je Liter Ausatemluft gemessen wurde (AAK-Wert, entspricht 0,5 °/oo BAK - Blutalkoholkonzentration), wird es schon schwieriger dieses Messergebnis anzuzweifeln.
Zum einen werden hier erst Messungen durchgeführt, wenn sie eine Wartezeit von wenigstens 20 min. eingehalten haben (um Verfälschungen durch Menthol oder Schnapspralinen, die noch nicht im Blut angekommen sein können) auszuschließen, außerdem mus das Gerät 10 min. gelaufen sein, um die Luft zu temperieren (passiert i.d.R. wärend der 20min. Wartezeit).
Nach den von Ihnen genannten 15min. ist damit eine Erhöhung des Messwertes durch Kaugummies oder Bonbons theoretisch ausgeschlossen. Es sei denn Sie haben eine Zahnlücke, oder den Kaugummi unter der Zunge versteckt. Letzteres würde man als Täuschungsversuch jedoch vermutlich gegen Sie verwerten.
Selbst wenn Sie hier Zweifel an der Durchführung hätten, würde man höchstens die durchführenden Beamten als Zeugen befragen, die eh nur zu Protokoll geben würden, dass "alles korrekt" durchgeführt wurde. Lediglich, wenn ein Stromausfall o.ä. die Messung unterbrochen hätte, wäre dies vielleicht etwas an das sich die Beamten erinnern würden.

Somit blieben nur technische Fehler des Gerätes. Diese sind durch die regelmäßige Eichung des Gerätes allerdings fast ausgeschlossen.
Dennoch gibt es einige "Fehlerquellen" die zu Abweichungen der Messergebnisse führen können.
In der Regel wird hier der "letzte" Atemstrom gemessen, was beinahe zuverlässige Werte liefert. Wie schon oben erwähnt hat aber die Temperatur (und auch der Luftdruck) einen Einfluss auf das Messergebnis.
Leider lässt sich allerdings nicht vorhersagen, um wieviel Promille sich dabei der Messwert verändern würde.
Eine Erkältung (am Rande der Lungenentzündung) wäre aber z.B. eine gute Erklärung für eine veränderte Temperatur der Atemluft und damit "veränderten" Werten.

Letztlich hat jedes Messgerät eine Grenze der Genauigkeit. Diese lässt sich über das zu Protokoll gegebene Messgerät bestimmen. Allerdings ist hier, ähnlich wie bei "Blitzern" davon auszugehen, dass diese Toleranz bereits zu ihren Gunsten abgezogen wurde.
Prüfen könnten Sie noch, ob die beiden ermittelten Werte um mehr als 10% von einander abweichen, dies wäre ein weiterer Hinweis auf die Nichtverwertbarkeit der Messergebnisse.
Beachten Sie auch immer, das der "umgerechnete Wert" nicht relevant ist! Entscheidend sind die gemessenen Werte in mg/l

Ich fasse zusammen ...
Es gibt keine verlässliche Aussage um wieviel °/oo ein Messwert unter obigen Umständen verfälscht werden könnte.
Bei einer vorhandenen Erkältung, deren Kopf- und Gliederschmerzen mit 2 Aspirin-Tabletten behandelt wurde und bei anhaltendem Genuß von stark mentholhaltigen Bonbons (z.B. gegen Halsschmerzen) wie zum Beispiel Wick Blau oder Fisherman's Friend ist es nicht auszuschließen, dass die AAK-Messung verfälschte Messwerte geliefert hat.

Ich empfehle Ihnen das Geschehen als Verkettung unglücklicher Umstände darzustellen, die Sie sich erst im Nachherein erklärbar zu machen versuchten, da Sie sich den Wert selbst nicht erklären konnten.
Einsicht und Reue veranlassen einen Richter sicher eher dazu Ihrem Gesagtem Glauben zu schenken.
Ein Gutachter wird aufgrund der nicht nachprüfbaren Fehlerumstände eher die Sicherheit der AAK-Messung bestätigen, als auf Ihre Argumente einzugehen.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir das Ergebnis Ihrer Verhandlung nachträglich mitteilen würden.
Experte:  PharmaPro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Lieber Fragesteller,

Sie haben bisher nicht auf meine Antwort reagiert.

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Vielen Dank!
PharmaPro und weitere Experten für Pharmazie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sorry für die Verzögerung!

Vielen Dank für die ehrliche Antwort.