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weborthopaede
weborthopaede, Dr. Med.
Kategorie: Orthopädie
Zufriedene Kunden: 551
Erfahrung:  Orthopädie und Unfallchirurgie, Akupunktur, Sportmedizin, Osteopathie
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Hallo, ich habe eine H ftdysplasie und mit ca. 21 jahren haben

Kundenfrage

Hallo,
ich habe eine Hüftdysplasie und mit ca. 21 jahren haben die Probleme angefangen. Mittlerweile habe ich schon starke schmerzen beim laufen und manchmal auch schon im Ruhezustand. 2 -4 Aspirin pro Tag gehören oft zu meiner Tagesdosis dazu. Von Lebensqualität ist hier keine Rede mehr. Ich bin jetzt 38 Jahre alt. Ich habe schon Physiotherapien und Osteopathie ausprobiert aber leider ohne langanhaltenden Erfolg. Welche operativen Möglichkeiten habe ich? Kann man eine Totalendoprothese überhaupt bei einer solchen Erkrankung vornehmen?

Vielen Dank
Sandra Steffen
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Orthopädie
Experte:  Alf Neuhaus hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geherte Frau Steffen,

leider ist eine Hüftgelenkdysplasie eine angeborene ´Fehlkonstruktion´der Hüfte und führt üblicherweise in 4-5 Lebensjahrezehnt zu Problemen. Ich habe schon häufig bei dieser Erkrangung guten Efolg mit der Anwendung von Spritzen in das befallene Gelenk gehabt: zuerst einmal Kortison mit etwas lokaler Betäubung, um die Entzündung zu reduzieren und dann sog. künstliches Gelenkgel (Hyaluronsäure, z.B. Go-On, Synplasin, Synvisc o.a.). Dieses führt vorübergehend zu einer bessen ´Schmierung´des gelenkes und weniger Schmerzen. Es sollte alles versucht werden um eine ohne Zweifel irgentwann notwendige Op zu verschieben. Hilft diese ´Spritzenkur´(mit Glück) länger als 6 Monate, dann kann sie wiederholt werden (Hyaluronsäure ist hömeopathisch, Kortison könnte den Knorpel schädigen aber bei bereits bestehender Arthrose nicht wirklich ein Problem). Hilft dieses nichts mehr, dann biete ich meinen Patienten immer an, die sog. Hüftkappen-Op durchzuführen. Diese Op ersetzt lediglich die Oberfläche des gelenkes, hält etwa 10-15 Jahre (je nach Belastung), und erlaubt dann relativ éinfach´die Umwandlung in einen totalen Hüftersatz, benötigt aber einen guten ´Knochenbau´. Die andere Op wäre tatsächlich die Total-Endoprothese des gelenkes (hält etwa 20-25 Jahre) und müßte dann durch komplizierte und lange (mehrere Stunden) Op ersetzt werden.. Ich erkläre meinen Patienten, das ich bei der Op beide ´Modelle´zur Verfügung habe, und entsprechend der in der Op vorgefundenen Knochenbedingungen/zustandes/verformung die eine oder andere hüfte einsetze. Lassen sie sich ausführlich von einem Orthopäden beraten, der erfahren ist in beiden Op-Möglichkeiten (falls die Spritzen nicht helfen). Viel glück und gute Besserung.

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo Dr. Neuhaus,

vielen Dank für Ihre Antwort. Ich selber habe zu Kortison eher ein gestörtes Verhältnis, da ich wegen meiner Neurodermithis Jahrzehntelang Kortison auf die Haut geschmiert habe. Aber das mit dern Hyaloronsäure wäre ein Versuch wert.

Ich habe mich im Internet mit dem über die Totalendoprothesen und auch der Triple-Osteotomie mit einer Gelenkkopfumstellung informiert, da ich auch eine Steilstellung des Oberschenkelknochens habe. Ist es möglich und Ratsam bei einer Hüftdysplasie mit dieser Steilstellung eine Totalendoprothese einzusetzen?

Vielen Dank
Sandra Steffen
Experte:  Alf Neuhaus hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geherte Frau Steffen

Ihr ´gestörtes´ Verhältnis zu Kortison ist bei Ihrer Vorgeschichte verständlich, aber Kortison-Spritzen in ein bereits geschädigtes Gelenk (Dysplasie) würde keine weiteren Schäden verursachen aber evtl. die schmerzhafte Entzündung deutlich lindern (Hyaluronsäure ist nicht entzündungshemmend) um dann dem ´Gelenköl´ Hyaluronsäure die Möglichkeit zu geben, das Gelenk wieder (vorübergehend) normal beweglich zu machen, also bitte keine Angts (in diesem Fall) vor dem Kortison. Die angesprochene Dreifach-Osteotomie ist eine schwierige Chirurgie, bei der das knöcherne Dach der Hüfte praktisch ´gedreht´wird, um damit bessere Überdachung der Hüfte zu gewährleisten. Diese Op wird mit guten Erfolg in jungen Patientinin (es sind leider meistens Frauen die an der Dysplasie leiden) zwischen 4 und 12 jahren angewendet, um eine Fehlbelastung der Hüfte dadurch zu vermeiden. Ich fürchte das in Ihrem Alter diese Option nicht mehr angewendet wird. Haben Sie keine Angst vor dem Kortison (ohne hilft evtl. die Hyaluronsäure nicht), am Ende gilt: was immer die irgendwann notwendige Op hinausschieben könnte ist sinnvoll (Kortison, Hyaluronsäure, Physiotherapie, Akupunktur, hömeopathische Medikamente wie Glukosamin...). Ihr Ziel (und das Ihres behandelnden Orthopäden) muß es sein, die irgendwann unbedingt erforderliche Op der Totalendoprothese der Hüfte hinauszuschieben bis Sie mindesten 65 sind... es tut mir leid Ihnen dieses so deutlich sagen zu müssen, aber leider haben Sie eine Erkrankung bei der Sie um einen totalen Hüftgelenkersatz nicht herumkommen werden, und dieser sollte so spät wie irgentwie möglich stattfinden, was wieder davon abhängt ob andere Therapiemethoden Ihnen bis dahin eine akzeptable Lebensqualität geben können. Sorry, und viel Glück.

Experte:  weborthopaede hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag Frau Steffen,
Sie haben im Internet schon die richtige Richtung eingeschlagen. Eine Beckenosteotomie ist eine gute Möglichkeit eine besser Überdachung des Hüftkopfes zu erreichen. Dies können in D. jedoch nicht viele Kollegen, da es wichtig ist, hohe Fallzahlen zu erreichen. Die Röntgendiagnostik kann zeigen, ob diese Tripleosteotomie ein noch durchführbares Verfahren ist, oder das Gelenk schon zu verschliessen. Wenn letzteres sichtbar, dann kann in den meisten Fällen auch eine Hüftendoprothese eingesetzt werden. Jedoch ist der grosse Vorteil bei der Osteotomie, dass Sie weiterhin Ihr eigenes Gelenk haben. Von Infiltrationen würde ich eigentlich absehen, es sei denn, dass Gelenk ist verschliessen und keine Osteotomie möglich. Dann kann mit Hyaluroninfiltrationen ggf, ein Hinauszögern der TEP erreicht werden.
VG und gute Besserung,
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