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Kategorie: Neurologie
Zufriedene Kunden: 1457
Erfahrung:  Oberarzt für Psychosomatik mit langjähriger Erfahrung im Bereich Innerer Medizin, Schlafmedizin sowie ADHS/ ADS. Facharzt für Psychiatrie u. Psychotherapie
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Guten Abend, Meine Mama hatte 2013 einen Bandscheibenvorfall

Kundenfrage

Guten Abend, Meine Mama hatte 2013 einen Bandscheibenvorfall (unteres Kreuzbein) - sie war auch im Krankenhaus und wurde medikamentös behandelt.
Seitdem spürt sie vor allem im rechten Fuß ein Taubheitsgefühl, Schmerzen und Kribbeln. Bei Ruhe (nachts) und nach viel laufen ist es am schlimmsten. Dies zieht sich teilweise hoch bis in die rechte Wade, rechten Arm und einmal sogar bis hoch zur Lippe. MRT wurde gemacht, ohne Befund; Labor ebenfalls ohne Befund, Reha, Akunpunktur, Heilpraktiker brachte ebenfalls keine Besserung.
Kein Arzt (Orthopäden, Neurochirurgen, Neurologen, Internisten, Allgemeinmediziner) konnte bisher feststellen was meine Mama genau hat und wie man ihr helfen kann. Jeder schreibt nur andere Medikamente auf (Antiepileptika und Antidepressiva) auf, die Sie mal besser mal weniger gut verträgt, aber keines davon hilft.
Restless-legs syndrom wurde auch schon ausgeschlossen.
Meine Mama leider außerdem seit 1994 an Rheuma und einer SD Unterfunktion (gut eingestellt mit diclo und metex und L-thyrox), ausserdem zittern oft ihre Hände.
Haben Sie vielleicht eine Idee? Sie würde sich den Fuß manchmal am liebsten abschneiden :(
Gepostet: vor 1 Jahr.
Kategorie: Neurologie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 1 Jahr.
Guten Tag !
Herzlichen Dank, dass Sie sich an Justanswer wenden.
Zum Grundverständnis wäre es wichtig, zwischen akuten Rückenschmerzen und einem chronischem Schmerzsyndrom im Sinne einer sog. somatoformen Schmerzstörung zu unterscheiden.
Definitionsgemäss liegt bei Ihrer Mutter bei einer so langen Krankheitsdauer eine chronische Störung vor.
Es macht dann vergleichsweise keinen Sinn, immer wieder bei NULL mit Diagnostik zu starten, da die Wahrscheinlichkeit für einen behandelbaren Befund trotz schlimmster Beschwerden gegen Null geht und vielmehr mit jedem Arztkontakt neue Frustration entsteht.
Man könnte jetzt überlegen, ob die Beschwerden bei ihr nun nicht durch den Bandscheibenvorfall, sondern ggf. auch durch eine sog. Spinalkanalstenose erklärbar wären. Das ist eine Einengung des Rückenmarkkanals, teilweise deutlich höher als der Bandscheibenvorfall. Dies würde durch die klinische Untersuchung, Befunde des Neurologen (NLG, EMG) und eine Kernspintomographie untersucht.
Nun deutet es sich an, dass Ihre Mutter schon im Sinne einer Schmerzstörung behandelt wird. Das ist ein multimodaler Ansatz, d.h. man kombiniert verschiedene Dinge und Anwendungen. Die Zielsetzung ist nicht die Heilung bzw. Schmerzfreiheit, sondern die Zurückgewinnung von Lebensqualität, Aktivitäten und Aufgabe eines Kampfes GEGEN den Schmerz.
Hierzu wäre dann eine Kombination aus
- Aktivierung über Schwimmen, Sport, Alltagsaktivitäten
- Physiotherapie zur Kräftigung der Rückenmuskulatur und Rückenschule
- Hilfsmittelversorgung
- Physikalischer Therapie mit Reizstrom und anderen Anwendungen
- Medikamente (keine Schmerzmittel sondern die bei ihr auch schon verwendeten Medikamente wie Antidepressiva (Duloxetin oder ähnliche) mit Schmerzmodulatoren wie Lyrica oder ähnliche Medikamente oder eben Antiepileptika
- Psychotherapie zur Schmerzbewältigung bzw. Einsatz von Hypnotherapeutischen Methoden / Achtsamkeitsbasierte Therapie
- Entspannungsverfahren.
Sehr häufig ist dies ein schwieriger Weg, da die Patienten zermürbt durch Schmerzen und begleitende Depressionen sind. Es ist aber der richtige Weg.
Es kann daher sinnvoll sein, sich ambulant nach einem Facharzt für Physikalische Therapie und / oder einen Kollegen mit der Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie umzuschauen.
Eventuell wäre auch eine erneute ambulante und / oder stationäre Reha aufgrund der den ganzen Körper betreffenden Schmerzsymptomatik zielführend. Das sehen wir hier in der Klinik häufiger, d.h. es ist eine komplexe Schmerzkrankheit, die dann den ganzen Körper und nicht nur den Bandscheibenvorfall betrifft.
Gegen die Missempfindungen kann im Einzelfall übrigens Capsaicin-Salbe gut helfen. Dass ist eine stark wärmende / brennende Salbe. Die dann aber zum Nachlassen der Missempfindungen / Schmerzen bei neuropathischen Beschwerden führen kann.
Gute Besserung für Ihre Mutter !

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