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Dr. B. Gies
Dr. B. Gies, Dr. Med.
Kategorie: Neurologie
Zufriedene Kunden: 47
Erfahrung:  Radiologie, Neurologie, TCM
48564278
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Dr. B. Gies ist jetzt online.

Mein Ehemann ist Mitte Mai 2010 in der Nacht bewu tlos gewor

Kundenfrage

Mein Ehemann ist Mitte Mai 2010 in der Nacht bewußtlos geworden. Er ist auf in WC gegangen, plotzlich ist er bewußtlos geworden. Weil er nichts sagte, habe ich den Krankenwagen erst um 6.30 Uhr gerufen. Er blieb 2 1/2 Tage in Krankenhaus. Die Diagnose war: Erstmaliger generalisierter Krampfanfall bei symptomatischer Epilepsie bei Zustand nach Mediateilinfarkt links (01/2009). In KKH wurde er mit Carbamazepin ret. 300 behandelt und nach Hause in Zustand eines "Zombi" entlassen, so dass am nächsten Tag eine Krisenintervention, ambuland in KKH nötig war. Man gab ihm in Folgenden Gabpantin 350, die er Anfangs schlecht, nach einigen wochen besser vertragen hat. Der behandelte Neurologe war der Meinung, dass Gabapantin nicht ausreichen ist und hat Kepra 500; 1-0-1, verschrieben. Die nehmt mein Mann seit Anfang Juli und es geht ihm sehr schlecht (u.a. erhebliche Schwäche, Depresion, Mühdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Koordinierungsschwirigkeiten, Vergässlichkeit). Daraufhin wurde Topiramat-Janssen 25 mg verschrieben. Mein Mann weigert sich es zu nehmen und möchte zurück zur Gabapentin wechseln. Der Arzt ist damit nicht einverstanden.
Meine Frage ist, ist es sinvoll eine zweite Meinung zu holen? Wie können wir die Diagnose überprüfen, Anfangs war sich der Neurologe nicht sicher, dass es ein epileptische Anfall war, keiner hat gesehen, was wirklich geschah. Und ist die Gabepantin wirklich nicht ausreichend?
Für eine Antwort und Rat wäre ich sehr dankbar.
mit vielen Grüßen
Jozefa Paulsen
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Neurologie
Experte:  Dr. B. Gies hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Abend!
Es ist sehr gut möglich, dass Ihr Mann tatsächlich einen erstmaligen Krampfanfall erlitten hat - dies ist nach einem alten Schlaganfall nicht ungewöhnlich. Gesichert ist die Diagnose aber keineswegs - für eine unklare akute Bewußtlosigkeit, die von niemanden gesehen worden ist, gibt es natürlich noch diverse andere Ursachen. Für einen Krampfanfall spricht natürlich einerseit, dass im Gehirn durch den alten Schlaganfall eine Narbe vorhanden ist, die einen Krampfanfall begünstigen kann. Weitere Zeichen wäre, wenn ihr Mann damals bei dem Ereignis einen Zugenbiss gehabt oder eingenäßt hätte. Häufig sind die Patienten nach einem Krampfanfall zunächst nicht orientiert und brauchen eine gewisse Zeit, bis Sie wieder wissen, wo sie sich befinden, und wer sie eigentlich sind - so eine "Re-orientierungsphase" hat man bei einer kardiogenen Synkope (also eine Bewußtseinstörung, die z.B. auf Herzrhythmusstörunge beruht) nicht. Trotz dieser Hinweise sollte andere Ursachen - wie z.B. durch das Herz oder Kreislauf bedingt - ausgeschlossen werden. Insbesondere, wenn die Medikamente, die gegen eine Epilepsie gegeben werden, nicht gut vertragen werden. Keppra ist ein sehr wirksames Medikament, macht aber leider bei einigen Patienten psychische Nebenwirkungen. Gabapentin wird heutzutage kaum noch in der Primärtherapie von Krampfanfällen eingesetzt sondern findet eher seinen Einsatz bei Nervenschmerzen wie Trigeminusneuralgie. Häufiger findet man den Einsatz von Carbamazepin oder Lamotrigin - ggf. wäre dies also noch eine Alternative. Wenn ein Antiepileptikum ohne große Nebenwirkungen vertragen wird, ist man sicherlich auf der sicheren Seite, dieses weiter einzunehmen, auch wenn keiner mit letzter Sicherheit sagen kann, ob es sich bei dem Bewußtseinsverlust um einen Krampfanfall gehandelt hat. Allerdings muss natürlich immer das Nebenwirkungsprofil abgewogen werden - wenn keine ausreichende Lebensqualität besteht, kann natürlich auch mit dem behandelnden Neurologen beschlossen werden, die Medikamente abzusetzen - allerdings immer mit der Gefahr, dass ggf. ein erneut generalisierte Krampfanfall auftreten kann und es darunter zu Verletzungen der krampfenden Person aber auch anderer Menschen kommen kann (z.B. wenn die Person wärend des Autofahrens einen Krampfanfall erleidet - dies sollte daher unterlassen werden!). Menschen mit einer Epilepsie mit oder ohne Medikamente sollten auch nicht auf hohe Leitern steigen, gefährliche Maschienen bedienen (z.B. Kettensäge) oder unbeaufsichtigt schwimmen gehen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Vielen Dank für die Informationen. Ich habe noch einige Fragen und hoffe auf eine Antwort.Mein Mann hat bei den Ereignis nicht eingenäßt und hat Keinen Zungenbiss gehabt. Er war danach gut orientiert. Daher sagte auch der Neurogloge am Anfang, dass er Zweifel hat ob es sich um Krampfanfall handelt. In Krankenhaus hat man leichtes Hemisyndrom rechts sowie eine diskrete sensomotorische Aphasie, sowie erhöhte CK- und CK-MB-Werte. Alles das war wohl die Grundlage für die Diagnose.
Sein Herzt wurde abgehört, mehr nicht. Hätte man mehr machen müssen, ich meine sicherlich gibt es Untersuchungen, die z.B. Herzrhythmusstörung feststellen.?
Ist es jetzt überhaupt möglich ein sichere Diagnose zu erhalten?
Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
Jozefa Paulsen